Vorab: Allgemeingültig kann und will ich nicht. Alles Folgende ist daher subjektiv.
ad 1:
Diese Situationen sind ja seltenst akut lebens- oder gesundheitsgefährdend. Ergo ist es für den Gemobbten meist nicht zwingend erforderlich, dass sofort und unmittelbar was passiert. Elementar ist aber, dass er grundsätzlich weiß, dass er Verbündete hat, die sich kümmern und mit ihm bzw. für ihn an seinem Problem arbeiten. Auch wenn die Wirkung u.U. erst mittelfristig einsetzt.
(Falls doch akute Gefahr: Notwehrparagraph, s. Posting weiter vorne)
ad 2:
Weiß nicht. Wir hatten das Problem nur auf dem Schulgelände bzw. davor am Busbahnhof. Und das Geschehen an diesen Orten unterstand schulischem Einfluss. (Der Deppentrupp wohnte in anderen Ortschaften.)
ad 3:
Diese Frage finde ich am spannendsten. Für mich persönlich beinhaltet "selbst klarkommen" durchaus auch, zuweilen klug, sinnig, eigenverantwortlich zu ENTSCHEIDEN, ob man gerade Hilfe braucht oder nicht. Das ist doch kein Widerspruch?!
Und mit missliebigen Situationen klarzukommen, i. S. v. sie einfach mal auszusitzen ist auch einfacher, wenn man weiß, dass man ja Hilfe bekommen kann, wenn man ihrer bedarf. Also bei uns war das so.
Ich habe mich jedenfalls bemüht, dem Sohn zu vermitteln, welche Regeln gelten, welche Wege es gibt, welche Instanzen wofür zuständig sind ... und dass alles Tun Konsequenzen hat. Nun liegt es an ihm, die für ihn (!) richtigen Entscheidungen zu treffen. Erziehung kann nur die Grundlagen für solche Entscheidungen legen. Entscheiden muss der junge Mensch zunehmend selbst.
Ich glaube, wir alle kennen Situationen, in denen wir unserem depperten Gegenüber am liebsten eine Mülltonne überstülpen möchten. Jederzeit die Freiheit zu haben, diesbezüglich über ja oder nein zu entscheiden, hat auch seinen Reiz.![]()




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. Keiner teilt die ganze Zeit aus und möchte den Gegner (oder besser noch seinen Trainingspartner) totprügeln... Im Kampfsport begegnet man selten "Opfern", sondern eher ebenbürtigen Gegnern oder zumindest teilt man nicht nur aus, sondern steckt auch ein... Es liegt ein gewaltiger Unterschied dazwischen, ob ich mich freiwillig auf eine Situation einlasse und dasselbe von der anderen Person weiß oder ob ich jegliche Kontrolle verliere und „gezwungen“ werde, mich in einer Situation zurechtzufinden.)
. Was Dir jetzt wahrscheinlich völlig unklar sein dürfte, ich war alles andere als ein Außenseiter, hatte einen riesen Bekannten und „Freundes“-Kreis und ausschlaggebend war wohl schlicht, dass mich dummes Geschwätz und Egospielchen nie wirklich interessiert haben, während ich Dinge gemacht habe, die andere nicht nachvollziehen konnten, so habe ich beispielsweise sehr gerne Hohlstunden und Mittagspausen mit meinem Saxophon verbracht und mich dem Jazz gewidmet - wir hatten auch sowohl in BigBands als auch Combos mehr "Gewalttäter" - insbesondere nach Gigs im Ausland bzw. nicht ganz so erfolgreichen Wettbewerben bzw. Wertungsspielen und unter Alkoholeinfluss - und nach Arbeitsphasen mehr Gewaltfantasien als ich sie im Kampfsport kennenlernen durfte 


