Vielen Dank auch noch an dieser Stelle.
Ich versuch mich kurz zu halten, sonst geht das hier wieder eine Seite.
(Vorab: Man halten sich manche Vorurteile hartnäckig... Ich sag nur (danach in der Umkleide) „Also für einen Thaiboxer bist du ziemlich hilfsbereit, vorsichtig und hast dich überraschend gut unter Kontrolle.“)
War durchwachsen. Das Training an sich war toll, hat Spaß gemacht und auch viele Trainingspartner waren sehr umsichtig, rücksichtsvoll und hilfsbereit. (Dann gab es von manchen Trainierenden noch den typischen Beißreflex und die ganzen Vorurteile, die ich schon länger nicht mehr gehört habe.)
(Naja und ich hab mir eine zu „laute“ Fallschule angewöhnt , wenn ich abschlage und auf den Boden knalle, wird’s kurz laut.)
Das Gespräch danach war sehr aufschlussreich und der eigentliche „Leiter“ hat eine Sicht (und Bewegungsqualität), die ich sehr beeindruckend fand und auch er sieht das Aikido eher wie carstenm. Zwei der anderen Trainer haben anscheinend den Blödsinn mit der SV zu verantworten, der eine, mit dem ich telefoniert habe und noch ein anderer. Die beiden (und zwei weitere Sportler) haben sich dann auch noch dazugesetzt und wir haben viel geredet, ich habe überwiegend zugehört und viele unterschiedliche und aufschlussreiche Meinungen erfahren. Die beiden, die auch vehement auf der SV-Tauglichkeit beharrt haben, waren leider nicht bereit dazu, es einem Test mit Widerstand (den es das ganze Training über nicht gab) zu unterziehen. Das hat dann einer der anderen Zuhörer probiert, den es selbst interessiert hat, der allerdings nie zu diesem Zweck trainiert hat, was dementsprechend schade war. Ich habe mich dann greifen lassen und (wie abgesprochen) nur mit Distanzarbeit, Schwerpunkt und „Kraft“ als Widerstand, also bspw. dagegenhalten, langsam ziehen usw. gearbeitet und das Ergebnis war (für uns beide) nicht wirklich überraschend. Auch danach hat sich leider keiner der beiden Trainer dazu bereit erklärt, es auch mal zu probieren und lieber Theorien geliefert, die doch sehr interessant waren.
Als ich dann gegen Ende meinte, dass wir da wohl anderer Ansicht bleiben werden, aber ich trotzdem gerne noch was lernen und aus Erfahrungen oder dem Leben der anderen, was ihnen Aikido gegeben hat, was ihnen besonders gefällt (usw.), mitzunehmen, wurde ich doch überrascht, wie stark der Beißreflex ausgeprägt war - das war der Großteil des negativen Teils... (Sagen wir einfach, ich habe da wohl einen empfindlichen Nerv getroffen und es gewagt, etwas zu kritisieren oder anzusprechen, was so überhaupt nicht mit den Überzeugungen des einen Trainers einhergeht. Das ging soweit - mit den ständigen Versuchen, das Thema wieder auf die propagierte SV-Tauglichkeit zu lenken - dass ich irgendwann meinte, er solle es endlich bleiben lassen oder sich doch wenigstens dem ganz harmlosen Test stellen und zeigen, was er könne. Ging noch eine Weile weiter, bis ich aufgestanden bin (so als VKler hat man ja einen Ruf zu verlieren) und meinte, er solle jetzt aufstehen
. Ergebnis vom Lied - als ich einen Meter weit weg stand, doch etwas/erstmalig genervt war, kam dann vom Boden, da er nie aufgestanden ist
: Also er könne es ja selbst noch nicht so wirklich, aber nur gegen mich, da ich ja ... und er ja ... aber mit weiteren Jahren Training ... und ... . Danach hatten wir dann Ruhe, der Leiter hat die anderen aufgeklärt, dass ich schon vorher gefragt habe, ob ich sowas probieren dürfe, wenn jemand wirklich penetrant wird und (Zitat) „Dem Sturkopf tut vielleicht mal ein kurzer Schrecken ganz gut, vielleicht verwirft er dann ja mal den Gedanken. Der Rest macht sowas eigentlich eh nicht.“; war also von Beginn an klar, dass ich nie irgendwas machen würde/werde, was die andere Person nicht will
. War trotzdem immer höflich, nett und respektvoll - abgesehen davon, dass er ständig laut wurde, aber das war im Rahmen.
Das weitere Gespräch (ging fast bis Mitternacht und wir haben uns noch Essen bestellt, als kleines Dankeschön meinerseits, dass ich trainieren durfte) war dann sehr lehrreich, entspannt, humorvoll, locker und der schmollende Trainer, der sich dann gleich nach der Pizza verzogen hat, eigentlich auch ganz niedlich. Habe auch noch ein paar Tipps für meine Fallschule - die doch mehr „praktisch“ als „ästhetisch“ oder von hoher Bewegungsqualität ist - mitbekommen, sogar noch mit dem Leiter persönlich geübt (was ich evtl. vor dem Essen und Duschen hätte machen sollen
) und manche von den Anwesenden haben sogar mitgenommen, dass nicht jeder aus dem VK dumm, aggressiv, beleidigend und gefährlich ist - hab ich ihnen zumindest erzählt
.
Beim 2. Mal (andere Gruppe in die ich vom Leiter der ersten Gruppe eigeladen wurde) ein ziemlich ähnliches Bild (und wieder diese Vorurteile und Fragen nach manchen Narben). Lief relativ ähnlich ab, nur dass da nie was von der SV erzählt wurde und alle einfach ihren Spaß im Training und miteinander hatten, danach wurde sich wieder beschnuppert.
Momentan befinde ich mich auf dem Weg zum ersten Verein und werde noch mal vorbeischauen - hoffentlich geht der Post noch rechtzeitig raus, sonst ignoriert den Satz einfach (in zeitlicher Hinsicht). Ich bin wieder gespannt und mir wurde schon gesagt, dass manche sich sogar danach erkundigt hätten, ob man denn auch auf mich zugehen dürfe als Anfänger oder ob da die Verletzungsgefahr (bzw. ich
) zu groß/gefährlich sei
.
Ach, der leichte Muskelkater kam tatsächlich überraschend und ich merke mal wieder, dass die Handgelenke es noch nicht so toll finden...
(Meine Einschätzung: Keine Ahnung, ich kann die Techniken selbst zu wenig beurteilen, die Techniken, die ich auch in anderen Systemen kennengelernt habe, funktionieren definitiv. Hier sehe ich das größte Problem bei der Form des Trainings, der Einstellung und des Settings.
Kann man damit eine sehr gute Bewegungsqualität und ein gutes Körpergefühl erreichen? Definitiv.
Kämpferisch würde ich allerdings auch 90% der Personen bereits charakterlich und aufgrund der Passivität und Defensive nicht allzu große Chancen zuschreiben, solange sie das nicht aktiv trainieren - ist ja auch nicht wichtig, da auch dort - trotz Telefonat und der zwei Trainer - eigentlich nur wenige wirklich für die SV trainieren, ist das erst einmal nur für sie problematisch und so offen wie der Leiter vor der Gruppe war, wollen die das einfach nicht verstehen und ich habe weder das Recht (noch bringt es etwas), die Luftblasen zum Platzen zu bringen. Ich suche ja für mich und meine Erfahrung, ganz egoistisch, nicht um irgendwen zu bekehren oder eine Person zu belehren.
Also mal wieder das „übliche“ Ergebnis: Die, die es behaupten und vertreten, können es selbst nicht und kennen keinen, der es kann - dann kommt das übliche Luftschloss und „hätte, könnte, wäre“ - und der Rest hat Ansichten, die ich komplett nachvollziehbar finde. Das Training war eine nette Abwechslung, die Gespräche waren toll und haben mich teilweise bereichert bzw. über manche Teile davon muss ich mir noch mal in Ruhe Gedanken machen. Niedlich und neu war für mich nur die Ängstlichkeit vor mir, von zwei Personen, die speziell für die SV trainiert haben - wobei ich das eher als Selbstbehauptung definieren würde und das das Training definitiv leisten kann. Hätte ich mal vor der Türe und nicht in der Umkleide mit dem Leiter auf Nachfrage über "meine Laufbahn" gesprochen, dann wäre das niemandem aufgefallen oder bewusst gewesen...
)
Wollte Dir nur mal an der Stelle danken, da Deine Posts (auch für „Fachfremde“ wie mich) sehr verständlich sind, viel vermitteln und mir sehr viele, sehr gute, differenzierte und durchdachte Informationen geliefert habenZitat von carstenm
.
Sehr interessant.
(Liege ich richtig in der Annahme, dass sich auch in diesem Training bzw. dieser Form des Trainings der Schwerpunkt bzw. die Zielsetzung nicht verschoben hat und es bereits hier das Aikido bzw. die Zielsetzung war, die Du später beschreibst (und ich so als „Außenstehender“ sofort nachvollziehen und unterschreiben würde) - oder ging es dabei (damals) doch mehr um das Kämpferische an sich und als Ziel selbst; nicht nur als Mittel?
Auch Dir einfach mal danke für Deine ganzen Beiträge. Ich gehe zwar nicht immer mit Deiner Meinung mit, aber lese die Beiträge auch immer wieder gerne und vermute, dass da viel meiner fehlenden Kenntnis und anderweitigen Erfahrung geschuldet ist. (Wenn Du jemanden empfehlen könntest, bei dem man sich mal anschauen kann, was es bedeutet, das System wirklich verstanden zu haben und auch so konsequent und als Basis anwenden zu können, würde mich das freuen.)Zitat von Inryoku
Schade, es bleibt vermutlich beim putzigen Seitenhieb und von Dir hab ich da wohl keine Hilfe bzw. Antworten mehr zu erwarten, weder hier noch auf das Thema des Seitenhiebs bezogen.Zitat von Aiki50+
Ist mir auch aufgefallen und für mich ein so entscheidender Punkt, dass ich den einfach gerne noch mal hier stehen lassen würde.
Ich kann da nicht fürs Aikido sprechen, aber habe es als essentiellen Unterschied kennengelernt, ob es „nur“ Stress und Widerstand ist oder man dabei auch noch ordentlich was abbekommt. Ich musste von dem, was Du hier beschreibst, häufig noch einen langen Zeitraum üben und (mehr als) einen weiteren (großen) Schritt machen, bis ich es tatsächlich dann abrufen konnte und es abgerufen habe.
Darf man fragen, wie man sich das vorstellen darf bzw. wie es funktioniert hat und was? Würdest Du sagen, dass es Aikido in Reinform war oder „nur“ als Basis oder „Ergänzung“? (Letzteres habe ich, wie gesagt, schon häufiger kennengelernt.)
+1! Kann die Erfahrung (leider) bestätigen, egal um welches Gebiet es sich handelt.![]()
Woher weißt Du denn dann, dass er es könnte oder ist das erst einmal eine (beidseitige) Spekulation?Ich hab schon von sehr beeindruckenden Trainern gelernt, die auch technisch und körperlich topfit waren, trotzdem ist da das was OliverT anspricht ein entscheidender Punkt und ich könnte es schlicht nicht beurteilen - egal in welche Richtung. (Mein Cheftrainer steigt auch nach Monaten ohne Sparring noch in den Ring für ein paar lockere Runden und stellt sich besser an als viele Jungs, die super im Training sind, ein anderer Trainer war ein sehr guter Kämpfer und ist ein sehr guter Trainer, der findet weder in Distanz noch Timing rein, wenn er mal länger kein Sparring hatte und braucht sehr lange, bis es wieder einigermaßen funktioniert.)
LG
Vom Tablet gesendet.





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), die ich sehr beeindruckend fand und auch er sieht das Aikido eher wie carstenm. Zwei der anderen Trainer haben anscheinend den Blödsinn mit der SV zu verantworten, der eine, mit dem ich telefoniert habe und noch ein anderer. Die beiden (und zwei weitere Sportler) haben sich dann auch noch dazugesetzt und wir haben viel geredet, ich habe überwiegend zugehört und viele unterschiedliche und aufschlussreiche Meinungen erfahren. Die beiden, die auch vehement auf der SV-Tauglichkeit beharrt haben, waren leider nicht bereit dazu, es einem Test mit Widerstand (den es das ganze Training über nicht gab) zu unterziehen. Das hat dann einer der anderen Zuhörer probiert, den es selbst interessiert hat, der allerdings nie zu diesem Zweck trainiert hat, was dementsprechend schade war. Ich habe mich dann greifen lassen und (wie abgesprochen) nur mit Distanzarbeit, Schwerpunkt und „Kraft“ als Widerstand, also bspw. dagegenhalten, langsam ziehen usw. gearbeitet und das Ergebnis war (für uns beide) nicht wirklich überraschend. Auch danach hat sich leider keiner der beiden Trainer dazu bereit erklärt, es auch mal zu probieren und lieber Theorien geliefert, die doch sehr interessant waren.
. Ergebnis vom Lied - als ich einen Meter weit weg stand, doch etwas/erstmalig genervt war, kam dann vom Boden, da er nie aufgestanden ist
) zu groß/gefährlich sei
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