Kann ja mal passieren.
Bin nur verwundert, weil ich meine wir wären uns im Forum auch schon recht oft über den Weg gelaufen.
Stephan Lahl hat schon etwas Gutes dazu bemerkt, denke ich.
Ich möchte aber bemerken, dass ich - bezogen auf den Kontext (traditionelles) Japan - lediglich von "TEILS essentiell" schrieb. Überfalle ich Dich auf offener Straße und zwinge Dir einen Kampf auf, ist es möglicherweise vernachlässigbar genau zu wissen, ob ich mich bei der Ankündigung Dich zu überfallen einmal oder sogar dreimal verbeugt habe und ob sitzend oder stehend, dabei auf den Boden blickend oder grübelnd in die Luft. Auch bei den letzten (Kampf)bewegungen einer längeren Kata mag es weniger wichtig sein, wie ganz genau der Start ablief. Der Start selbst jedoch sollte bezogen auf den gewünschten Kontext in welchem man die Kata trainiert dennoch sinnvoll sein - egal ob äußerlich bereits von Jedermann als sinnvoll zu erkennen oder nur stilintern und ggf. sogar erst nach entsprechenden persönlichen Unterweisungen.
Eine Ansatsu-waza (Mordtechnik, Du meuchelst Dein Gegenüber einfach so aus heiterem Himmel), wie man sie auf Youtube von einigen Koryû findet, macht u.U. absolut keinen Sinn, wenn Du beim Üben beispielsweise diesem Gegenüber näher sitzt, als Du diesem jemals in der Realität kommen würdest (abhängig u.a. von Anlass, Ort, gesellschaftlicher Stellung usw.). Auch das Morden mit langem Yari oder monströsem Schwert an einem Ort, an dem Du vielleicht je nach eigener Stellung maximal ein kleines Messerchen tragen darfst, ergäbe keinen rechten Sinn.
Kommt aus der MJER nicht auch das Sprichwort "Bloß nicht den Kopf verlieren."?
Richtig, in vielen Diskussionen zeigt sich (und ja, es gibt natürlich immer auch positive Ausnahmen von der Regel) dass oftmals jene, die das Plural-s bei Kata, Samurai, Bô u.a.m. benutzen, es auch sonst nicht so mit echtem Hintergrundwissen zu jap. Kampfkunst und Kultur haben und nicht selten in der ehregeschwängerten Luftblase eines Bullshidokodex umherschweben. Wie gesagt ist ein s irgendwo zuviel allein aber natürlich nicht automatisch gleichbedeutend mit Dilettantentum oder Desinteresse an wahren Sachverhalten.
Zunächst einmal kam ja bereits anderswo die Frage auf, ob man nicht auch bestimmte Drills von Boxern oder MMalern übertragen ebenfalls als Form bezeichnen könnte, zumal die Kata selbst bereits von Stil zu Stil stark variieren - durchaus auch in der Menge an enthaltenen Bewegunggen, da ist von einer einzigen Bewegung (i.d.R. pro Person) bis zu kaum merkbaren ellenlangen Abläufen alles mit dabei. Kata - trotz ihrer großen Diversität - mal so eben salopp als nicht mehr zeitgemäß und kampfirrelevant abzutun, halte ich doch schon für recht kühn und unüberlegt.
Natürlich, wenn z.B. Hans Bierbäuchlein vom deutschen Breitenspocht ein-, zweimal die Woche voller Stolz herumossend seine elegenanten Katas fleißig auf und ab läuft, bleibt kein Auge trocken (ob vor lauter Lachen oder weil man wirklich weinen muss, müsste dann im Einzelfall geklärt werden). Wird eine Kata aber richtig vermittelt, birgt sie weit mehr als der Zuschauer - auch wenn selbst Kampfkünstler - für gewöhnlich zu erkennen mag. Kata ist (eigentlich) auch nur EIN, wenn auch sehr wichtiges, Werkzeug von mehreren, so wie ein bloßes Herumrollen auf dem Boden allein auch noch lange kein vollständiges Jûdôprogramm wäre.
???????
Ergibt nachfolgender Satz einen Sinn für Dich, vergiss die kumulierten Fragezeichen einfach:
Manchmal gehe ich bein Rot über die Ampel, was aber völlig okay ist, solange ich nur bei Grün über die Ampel gehe/bei Rot immer schön stehenbleibe.







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