Nein, da formiert sich gar nix. Bürger- und Bauernmilizen waren sogar noch in Deutschland vor gerade mal 30 Jahren staatlich gewollt. Wer Karriere machen mußte, tat in der DDR gut daran, sich nicht dem Dienst in den Kampfgruppen zu verweigern. Plauze, Bier und Kalaschnikow gehörte einfach zusammen, wenn man ein gestandener Datschenbesitzer werden wollte.
Die folkloristischen Schützenvereine, die heute zum hierarchisch durchorganisierten Lebertod degeneriert sind, hatten ursprünglich auch klare (para-)militärische Aufgaben, einige ihrer Traditionen sind aus Protest gegen den Schützendienst in den Städten entstanden.
Der Spießbürger heißt übrigens nicht umsonst so. Die frühen städtischen Schützen waren mit Spießen bewaffnet.
Auf Okinawa wie in China wurden die Bauernmilizen von den jeweiligen staatlichen Machthabern gegründet, geduldet, gefördert, eingesetzt.
Im Iran haben die Basij gerade erst wieder eine Protestbewegung niedergeknüppelt und -geschossen.
Im Irak und in Syrien führen Milizen ganz offiziell Krieg an der Seite und im Auftrag des regulären Militärapparats.
Polen baut sein Bürgermilizsystem gerade wieder auf, als Abschreckungskomponente gegen eine russische Invasion.
Die Hauptlast der Kämpfe in der Ukraine tragen auf russischer wie ukrainischer Seite nicht die regulären Armeen sondern mehr oder weniger privat finanzierte Milizen und Söldnergruppen.
Bis in die 70er hat man in Westdeutschland rechtsradikale Wehrsportgruppen geduldet und geheimdienstlich geführt, um sie im Fall einer Invasion als antikommunistische Guerilla einsetzen zu können.





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