3) Nach wie vor scheiden sich die Geister offenbar auch daran, was alles genau überhaupt als Form bezeichnet werden könnte (selbst bei Boxen, BJJ und MMA) und was nicht.
Das sehe ich als zentrales Problem der Diskussion. Auch im Judo machen wir regelmäßig kurze (vom Ablauf) Solo- und Partnerdrills die absolut kampfrelevant sind (analog zu Drills wie ich sie früher im Boxen, Kickboxen, VK Karate, Escrima etc... gelernt habe). Betrachtet man diese auch als Form dann haben alle hier genannten KS ebenfalls Formen die dort als kampfrelevant angesehen werden und wir können uns die Diskussion sparen.

Generell war ich nie ein Fan von "langen" Formen. Im VK Karate waren die bei uns weit von unsere Kampfweise entfernt und damit nicht mehr kampfrelevant, im WT und Escrima fand ich sie sinnvoll um Bewegungen zu verfeinern zu verbessern, aber auch hier wären kürzer Drill wahrscheinlich effektiver gewesen. Im Judo bräuchte ich die "lange" Kata auch nicht (und übe sie daher nicht selbstständig).
ABER: Das Kreisgehen und die Wechsel in Bagua in Verbindung mit den Bildern und der Körperarbeit hat mir eine neue Perspektive auf "Formen" eröffnet (wenn auch noch auf einem Anfänger-Level). In diesem Kontext übe ich sie regelmäßig und sehe auch die direkte Übertragung in die Anwendung und damit ihre kampfrelevanz. Wobei ich auch hier niemals Kreise laufe, wenn ich eine Partner zur Verfügung habe.

Btw: Ich habe auch schon auf einem BJJ Lehrgang eine Partner-Kata gelernt (eine Verknüpfung von verschiedenen Escapes/Submissions zu einer längeren Reihe).