Ich kann sogar zunehmend die Leute verstehen, die einfach nur MCG in den Raum werfen, sich zurücklehnen und lachend genießen, wie sich ihnen eine Show bietet... Ich bin mittlerweile auch deshalb das Thema neben der Matte derart leid, da man mit kaum einem noch „normal“ darüber diskutieren kann bzw. man auch mal differenzieren könnte.

Zitat Zitat von ArschmitRingerohren Beitrag anzeigen
Jeder der seinem Gegner den Mittelfinger zeigt, ihn beleidigt, oder irgendwelche arroganten Gesten macht (das Andeuten von Kehledurchschneiden mit dem Daumen, oder auch ein imaginäres Grab schaufeln) gehört disqualifiziert.
Wer Schlägereien anfängt gehört gesperrt, im Wiederholungsfall auf Lebenszeit.
Zitat Zitat von ArschmitRingerohren Beitrag anzeigen
... und damit's richtig weh tut, sollte von vornherein Rechtssicherheit geschaffen worden sein, dass die Gage in so einem Fall komplett an eine Organisation für die Hilfe für Gewaltopfer geht.
Kosten für Flug, Hotel, Spesen trägt der Kämpfer selber.

Würde genau einmal passieren, ein großartiges Zeichen wäre gesetzt und die allgemeine Verrohung würd evtl. ein kleines bißchen langsamer voranschreiten. Zumindest würden wir Kämpfer/Trainer/Fans uns nicht weiter mitschuldig daran machen.
. (Du weißt gar nicht, wie gut es gerade tut, das von Dir zu lesen . Der Großteil der Kämpfer, die mir in den letzten Tagen über den Weg gelaufen sind, feiern die Aktion sogar noch... Ich find’s immer wieder schön, wenn „Namen“ im Sport sich auch mal auf diese Art positionieren und freue mich jedes Mal .)

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
[...]
Ich hab bereits viel über die Zeilen nachgedacht und werde es wohl noch eine Weile machen. Bis jetzt finde ich es sehr interessant, dass ich so ziemlich jedem Teil und jedem Wort in dem Post zustimmen würde. Trotzdem stört mich so Einiges an der aktuellen Situation - und da trägt es bestimmt auch eine Menge dazu bei, dass ich zunehmend mehr die Schnauze voll habe von dem pseudo männlichen Getue bzw. dem komischen Männlichkeitsbild, das so manche Sportler verfolgen oder anderen aufzwingen wollen und dem ständigen Geschwätz über Ehre, Respekt etc., während die Taten ein ganz anderes Bild zeichnen.

(Am Rande eine kleine Info, da ich es gerade ganz amüsant finde: Der Ringer, mit dem ich sehr viel trainiere, den ich mal erwähnt habe bzw. der mir dabei hilft, Deine Tipps umzusetzen und den ich sehr respektiere und der auch tatsächlich diese Bilder lebt, kommt aus der Ecke und einer meiner langjährigsten und liebsten Trainingspartner aus dem Boxen,K1 (und mittlerweile sogar gelegentlich mal Ringen ), den ich als ein absolutes Vorbild betrachte, ist halb Tschetschene und halb Dagestaner.

Deshalb einfach mal zur kleinen Verdeutlichung:
Genau die - neben anderen - zeigen auch immer wieder, was es wirklich bedeutet, streng gläubig zu sein und für die Ideale und Werte einzustehen, wie man die harte Schule und die sehr hohen Ansprüche an sich selbst nicht nur nach außen vorgaukeln, sondern wirklich leben kann. Vielleicht stört es mich auch deshalb so sehr - und weil noch genug andere Bekannte und Freunde von mir dieses Bild tatsächlich leben, das andere durch den Dreck ziehen oder sich gerne nach außen überstülpen würden.
Jeder baut mal Mist, aber die entschuldigen sich danach oder halten die Klappe bzw. ziehen sich den Schuh an und übernehmen die Verantwortung, ohne das typische (und hier wieder (leider) schön gezeigte) „... aber der andere hat auch und schaut mal lieber nach dem und ich bin ja so arm und eigentlich das Opfer“-Spiel abzuziehen; wenn sie es mit ihren Werten vereinbaren können bzw. sogar dadurch gerechtfertigt betrachten (und das muss es nicht immer nach außen sein oder sich mit anderen Ansichten decken) bzw. sie es nicht bereuen und dazu auch keinen Grund sehen, stehen die auch dazu und da ich Khabib genau so einschätze in dem Punkt (bzw. der Tat), bin ich auch insbesondere von dem Teil danach sehr enttäuscht. Gleichzeitig haben die sich (zumindest grundsätzlich) so im Griff - und das trotz einer teilweise sehr impulsiven Natur und wirklich viel Mühe und Anstrengung, sich zu kontrollieren -, dass sie so etwas nicht in „Überzahl“ oder „von hinten“ bzw. wie Khabib hier geklärt hätten bzw. zu ihren Anforderungen an sich selbst gehört, dass sie sich so etwas nicht erlauben und sich (egal wie schwer) zusammenreißen, sondern entweder im Ring (bzw. im Rahmen eines Duells oder einer Herausforderung) oder im Falle einer „Ablehnung“ diese Ablehnung (und in ihren Augen oft Feigheit und „Ehrlosigkeit“) für sich sprechen lassen. (Da gab’s dann auch schon mehr als einmal den Spruch, dass man sich an so jemandem nicht die Hände schmutzig machen würde.) Ähnlich wie man nach einem derartigen Sieg vermutlich einfach lachend dastehen würde und den Clown, der da noch große Töne spuckt, genau dieser Lächerlichkeit aussetzen würde. Die wollen, dass ihre Taten lauter sprechen als ihre Worte und so „komisch“ manche Ansicht auch sein mag und ich wirklich nicht alles so sehe oder nachvollziehen kann und mich manches davon sehr nervt, ist das ein ziemlich klarer und eindeutiger Umgang - auch mit Fehlern, die natürlich auch passieren und immer schaffen die beiden es (leider) nicht, sich zusammenzureißen, aber dann wird entsprechend Verantwortung übernommen und dazu gestanden.
(Ganz offen gesprochen, hab ich tatsächlich erwartet, dass Khabib einfach eine Submission voll durchreißt oder absichtlich verletzend wirft bzw. MCG wirklich (nennenswert) verletzen will und nach dem ganzen Teil davor hätte ich es ihm nicht einmal entfernt in dem Maße verübelt, wie jetzt - auch wenn ich es weder machen würde noch „richtig“ finde.)

Was für mich in dem Zusammenhang auch ein sehr wichtiger Punkt ist - und da nehme ich die beiden Männer aus meinem engeren Umkreis einfach mal weiterhin stellvertretend für viele, denen ich das Bild tatsächlich abkaufe: Die Jungs trennen ihre Taten voneinander und von den Taten anderer. Die stehen dazu, dass sie etwas (bewusst) gemacht und eine Entscheidung getroffen haben, damit hat die andere Seite nichts zu tun - egal was sie gemacht hat - und wenn diese sie „provoziert“ hat oder es zu „verantworten“ hat, dann ist das für sie zwar ein Grund, aber der wird bestenfalls genannt, wenn man sie danach fragt, auch nicht als Entschuldigung oder um die Schuld zuzuweisen und hat (nach eigener Aussage) nichts mit der eigenen Tat zu tun. Keiner davon würde relativieren, sich groß rechtfertigen oder so tun, als hätte man ihn ja regelrecht dazu gezwungen so zu handeln. So wie auch keiner Khabib gezwungen hat, auf einmal Danis anzugreifen - was ich persönlich wirklich nicht nachvollziehen kann... Auch hat keiner die Leute von Khabib dazu gezwungen, noch einmal selbst anzugreifen und mit einer Verteidigung (gegen irgendetwas) hatte es auch nichts zu tun. Wenn ich jemandem "das Maul stopfe", weil er "so frech" ist, ist das auch mein Problem und mein Handeln - das hat nicht die andere Person zu verantworten bzw. ist ihr nicht zuzurechnen; ähnlich wie mir nicht das "Frechwerden" anzurechnen ist. Wer meint, so handeln zu müssen, sollte dann zumindest auch dazu stehen und die Verantwortung übernehmen... (Es wäre etwas anderes, wenn einem die Situation aufgezwungen wird.)

Im Prinzip hab ich mit den Ansichten (fast) nur die beiden extremen Seiten kennengelernt. Die einen halten die Klappe und leben, was sie predigen und die andere Seite, die leider weit häufiger vertreten ist, reißt ständig die Klappe auf, erzählt was von „Ehre“, „Respekt“, "Männlichkeit" usw., zieht daraus ihr Selbstvertrauen und sind eigentlich nur egozentrische Egoisten, die irgendeinen Vorwand für ihr Handeln suchen oder sich gerne als die Größten darstellen und über andere erheben oder sich und ihre „Ehre“ über alle anderen Stellen; heulen dann allerdings rum, wenn man sie als die Heuchler wahrnimmt, die sie sind oder mal ihren eigenen Maßstäben unterworfen werden oder die Spielregeln nicht nur für andere gelten.

Andererseits hab ich durch den Vorfall mal wieder gemerkt, dass zwar viele rumheulen, wieso und dass der Sport doch so böse verurteilt wird und gleichzeitig feiern sie derartiges Verhalten oder genießen dieses Image vom bösen, bösen Buben... Es hat schon seine Gründe, warum ich bspw. das MMA nicht von selbst einbringe, wenn man über Hobbys oder Sport redet.

Da ist mir sogar der „asoziale Schläger“ lieber, der sich wenigstens nicht hinter irgendeinem Bild versteckt oder sich dann rausredet...

(Was MCG gemacht hat, habe ich zu tiefst verurteilt und finde insbesondere das Verhalten der UFC absolut widerwärtig und eine Schande für den Sport, aber das dürfte ich wohl schon genug bzw. klar und deutlich an anderen Stellen geschrieben haben. Auch deshalb stehe ich der Zusammenarbeit hierzulande mit BILD sehr kritisch gegenüber und bekomm schon bei den Ausschreibungen einen Schreikrampf...)

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
All das geht gegen meine Überzeugung, was Sport sein sollte, nämlich eine Brücke (von der Vorbildfunktion der Athleten mal ganz zu schweigen). Sport DARF meiner Meinung nach nicht dazu instrumentalisiert werden, auf den Überzeugungen von anderen Menschen rumzutrampeln.
Das sehe ich absolut genauso! Auch deshalb stört es mich so und insbesondere wie mit der Situation umgegangen wird - mittlerweile habe ich so die Schnauze voll, dass ich es keinem mehr übel nehme, mit den Vorurteilen (etc.) konfrontiert zu werden, wenn MMA ins Spiel kommt oder überhaupt versuche, den Ruf, der dem MMA (oder auch teilweise dem MT, K1 etc.) anhaftet, geradezurücken, denn es gibt schlicht und ergreifend viel zu viele Leute, die genau diesen Ruf verkörpern, leben und das feiern. So wird man nie an den Punkt kommen, an dem Ringen, Judo, BJJ, TKD, Karate usw. angekommen sind (oder auch Boxen war und zunehmend wieder wird) - will man allerdings auch mMn überhaupt nicht, wenn ich mich da umhöre und umschaue; das gilt leider auch für viele Leute, die ich eigentlich mag, sehr respektiere und als Sportler schätze.

Wäre Khabib bspw. bei der Pressekonferenz anders mit dem Thema umgegangen - wie das Vorbild oder zumindest die Werte, die er doch verkörpern will, es verlangt hätten -, hätte ich das vermutlich sogar noch geschätzt und entsprechend gewürdigt. (Die Aktionen davor, die ich so mitbekommen habe (wie bspw. mit dem Obdachlosen (das war doch Khabib, oder?)), passen zwar auch überhaupt nicht zu den Werten, aber das waren immerhin keine Straftaten und er hätte sich bestenfalls lächerlich gemacht; genau in den Momenten hat er mich an die Leute erinnert, die mir bereits auf der Matte dermaßen zum Hals raushängen - da wird mittags noch fleißig das Facebook-Video vom heulenden kleinen, dickeren Jungen geteilt und erklärt, wie schlimm doch Mobbing ist und abends geht man mit ein paar Freunden den Kerl an, der es gewagt hat, die Schwester zum Lachen zu bringen und auf einen Kaffee einzuladen - während man sich besoffen durch die halbe Disco schläft - oder macht sich über die „Weicheier“ lustig und wie viel Angst sie doch vor einem haben oder wie der übergewichtige Sportler beim Training abschneidet und kämpfen muss...)

Zur Vorbildfunktion muss ich wohl nicht viel sagen... Ich würde mir mittlerweile häufig einfach nur noch wünschen, dass man die Kämpfer einfach nur noch kämpfen und nicht mehr reden lässt. Da wird’s dann immer noch genug geben, die diese nicht erfüllen...

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
zu erwarten, dass das ganze Vorgeplänkel ohne Konsequenzen bleibt, ist meines Erachtens äusserst kurzsichtig, um nicht zu sagen grob fahrlässig. Ich hätte allerdings eher erwartet, dass die Submission "versehentlich" nicht losgelassen oder das, was meines Erachtens nach eher ein jawlock als ein choke war, durchgezogen wird.
Das wäre das, was ich erwartet und auch irgendwie noch voll verstanden hätte . Ähnlich wie ich auch verstehen kann, was Khabib direkt nach dem Trennen gemacht hat oder dass er den Griff nicht selbstständig gelöst hat. Dass man Danis danach angeht, kann ich im Rahmen der Emotionen zwar noch irgendwie mit viel Mühe versuchen nachzuvollziehen, allerdings nicht gutheißen und was das Team abgezogen hat, geht überhaupt nicht.
Er hatte seine Möglichkeit (und hat sie auch genutzt) und gerade dann hätte ich erwartet, dass er sich danach so benimmt, wie er immer wirken will und seine Taten für sich sprechen lässt - haben sie jetzt auch, nur nicht gerade positiv.

(So, vielleicht habe ich meinen Standpunkt jetzt etwas nachvollziehbarer gemacht und ein paar Infos geliefert, wie es dazu kommt .)

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Nur eines würde ich mir im MMA aktuell sehr gut überlegen: ich würde überdeutlich klarmachen, dass die UFC und der dort stattfindende Zirkus NICHT für MMA steht, dass man es NICHT billigt, dass Trash Talk in persönliche Beleidigungen ausartet und dass der Verband JEDE Verletzung der Regeln, des Anstandes oder des Gesetzes sofort und unnachgiebig ahndet, ungeachtet dessen, wer die Übertretung begangen hat oder wie viel Kohle man sich von dessen Kämpfen so erwartet.
! (Auch wenn das Problem ist, dass ich mittlerweile sogar das Gefühl habe, dass es die Minderheit ist, die so denkt... Insbesondere ganz viele der ach so auf „Ehre“ bedachten Leute feiern derartiges Verhalten gerade wieder - auch das von MCG davor...)

LG

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