Zitat Zitat von Nick_Nick Beitrag anzeigen
Nicht, dass wir uns falsch verstehen: nicht im Leben könnte ich die Tiefe der Koryu-Kata beurteilen, die dem Judo zu Grunde liegen. Beim Idori Ryote (einer anderen Koryu) kenne ich zufälligerweise ein paar Punkte, das ist alles.

Das mit der Tiefe hatte ich auch vornehmlich auf diese Kata bezogen.

Hier siehst du Idori Ryote auf Expertenniveau. Was wäre, wenn Kano sich genau das unter seinem Ryote vorgestellt hat? Und die anderen Kata auch auf diesem Niveau ausgeführt werden sollen?

Idori Ryote Aikido
Das ist eine Kata?
Sind da Aktion und Reaktion vorgegeben?
So etwa?

„Der Partner weiß genau, was mit ihm geschieht, wie er sich zu bewegen hat, damit die zu studierende Technik überhaupt angewandt werden kann. …[...]"(Hofmann 1969, 16)

https://www.judobund.de/fileadmin/_h...07-04-2015.pdf


Zitat Zitat von Nick_Nick Beitrag anzeigen
Nebenbei: man kann Koryu-Kata - wie alles - auf verschiedenen Könnens-Leveln üben, nur dass das dort m.W. eher formalisiert ist (bspw. Kata X auf Shoden-, Chuden-, Joden-Nivau). Eigentlich etwas Banales, rambat wird bei seinem Seoi Nage auf diffizilere Punkte achten als ein Anfänger und vielleicht immer noch versuchen, diesen zu verbessern.
Das Gleiche könnte vielleicht bei den Kano-Kata der Fall sein, auch bei den „simplen“ Würfen. Nur dass das Wissen aus hohen Leveln gleich gar nicht bekannt ist.
Und wo soll dieses unbekannte Wissen in einer Judo-Kata, in dem Sinn, wie die hier diskutiert wird, verborgen sein, die sich von dem Training von Einzeltechniken im Wesentlichen darin unterscheidet, dass letztere in einer Choreographie zusammengestellt mit klar definierten Abläufen zusammengestellt wurden?
Dann muss das ja in den Zwischenbewegungen oder in der speziellen Kombination stecken.
Da schließe ich mich eher der Ansicht des Transport- und Übungsbehälters für Techniken an.
Bei Waffen-Kata kommt vielleicht noch der Sicherheitsaspekt durch klar vorgegebene Abläufe dazu.
In der Fahrschule lernt man ja auch so eine Art "Losfahrkata" damit man nix Wichtiges vergisst.


Zitat Zitat von Nick_Nick Beitrag anzeigen
Dein Einwand ist aber insofern sinnlos, da deine verlinkten Kata offensichtlich von Judoka 130 Jahre nach ihrer Entstehung vorgeführt werden. Und das Wissen eben schon lange verlorengegangen ist.
Damit implizierst, Du irgendein Wissen wäre da mal vor 130 Jahren drin gewesen, das nun heute keiner mehr kennt.
Aber selbst dadurch wird mein "Einwand" nicht sinnlos, denn ich vergleiche ja die Choreographie mit dem Üben der Einzeltechniken was man auch gegebenenfalls als "Kata" bezeichnen kann, aber eben nicht Kata in dem Sinn, wie es hier diskutiert wird.
Der Lehrer aus Deinem Video demonstriert ja auch eher Einzeltechniken.
Wo würde da ein Mehrwert oder ein zusätzliches Niveau herkommen, wenn man diese Techniken mit anderen kombiniert, wobei dann die Übergänge und auch die Reaktion des Partners recht streng festgelegt ist?

Bei der im chinesischen Thread angesprochenen Kata von Hirano, könnte ich noch vermuten, dass in den Vorbewegungen der Annäherung bestimmte Prinzipien verinnerlicht werden sollen (Meereswelle?) die dann im Wurf umgesetzt werden.



Dann wäre in den Zwischenelementen noch Inhalt vorhanden.
Wenn der Zwischenraum allerdings nur mit Knien, Aufstehen, Annähern etc. gefüllt ist, kann ich das nicht sehen.