Also Sifu Dragos bringt es auf den Punkt:
“Geheimkult im Wing Tsun
Der so genannte „Geheimkult“, den man bis heute in der WT-Branche findet, entspringt zunächst historischen Wurzeln. Meist ging es in der Geschichte des WingTsun darum, dass die Kampfkunst nicht in falsche Hände (z.B. an Besatzer) geraten sollte. Zudem galt es, besonders in Kriegszeiten, die Identität der Begründer oder der aus ihnen hervorgehenden Nachfolger und Meisterschüler geheim zu halten. Diese Haltung teilte auch der verstorbene Großmeister Yip Man. Überlieferten Anekdoten zufolge lehnte er es ab, seinem später zu Weltruhm kommenden Schüler Bruce Lee, in die letzten Geheimnisse des Systems einzuweihen, da dieser die Kunst in den USA an Ausländer weitergab.
Der Geheimkult, dem wir heute in der WT-Branche begegnen, ist hingegen von anderer Natur. Er gründet sich vor allem auf den Erhalt wirtschaftlicher Interessen und Sicherung von Kundenbeständen. Aus unternehmerischer Sicht scheint dies tüchtig und klug. Der Kunde indes wird jedoch betrogen, da er von falschen Tatsachen ausgeht und sich in Obhut eines wohlwollenden Lehrers sieht. Durch Zurückhaltung und Regelung des Wissensflusses werden, ohne dass dies dem Schüler bewusst ist, Abhängigkeiten geschaffen. Dies ist die Kehrseite des sogenannten Verbandswesens. Dieser expandiert und besteht nur so lange, wie es gelingt, bestehende Mitglieder zu halten und neue zu rekrutieren. Böse Zungen behaupten gar, dass den meisten WT-Verbänden nichts daran liege, dass ein Schüler das Ziel seiner Reise - das WT-System vollständig zu erlernen - je erreicht wird“





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