Von extremen Spinnereien abgesehen würde das doch auch simplere Bio-Feedback-Applikationen erlauben? Eine der Grundprämissen scheint zu sein, dass die Entwickler meinen die Vorstellung einer Tat und deren Ausübung wären neurologisch fast identisch, wobei Neuralink die Hirnaktivitäten kartografieren bzw. aufzeichnen soll. Fragt sich ob man neue Bewegungsabläufe einspeisen kann, oder halt das Ding mitlaufen lässt und die Aufzeichnung 1000 mal im Schlaf wiederholt. Angeblich soll die Visualisierung von Kraftübungen z.B. ja auch das Muskelwachstum bedingt anregen, aber das kann ich nicht beurteilen.

Generell würde ich als halbwegs gesunder Mensch kein Implantat haben wollen, auch weil in einer Randnotiz erwähnt wurde man bräuchte für Neuralink ein iPhone. Apple hat genug Daten. Darüber hinaus weiß ich nicht inwiefern der Eingriff ungewollte Konsequenzen haben wird, von wegen Neuroplastizität und Überreizung. Studien deuten darauf hin, dass selbst wenn man sich über längere Zeit zwingt mit der nicht-dominanten Hand zu schreiben, das zu einem erhöhten Harndrang führen kann. Klingt absurd, aber ich will damit nur sagen, dass eine erzwungene Umstrukturierung des Gehirns ungewollte Konsequenzen haben könnte und wir die Verdrahtung nicht komplett verstehen.

Nebenbei: Die Chinesen haben in ihren Katalog für Geisteskrankheiten glaube ich etwas bezüglich chronischer Qi-Gong-Sucht. Die Leute scheinen unter Zuckungen und anderen ungewollten Bewegungen zu leiden, neben anderen neurologischen Problemen. Das kann ich auch nicht beurteilen, aber vielleicht hat das genauso mit einer Umstrukturierung des Gehirns zu tun und nicht nur psychologisch (ich bin mir bewusst, dass die Trennung von Hard und Software fließend ist). Persönlich kenne ich solche Zuckungen von der Meditation her und habe erst später gelernt, dass das nicht nur ich bin sondern ein generelles Phänomen ist, das in tieferen Meditationphasen auftreten kann und später wieder verschwindet.