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Hmm, aber da gibt's schon noch was, was mir so ein bisschen "auf der Seele brennt" …

Vorher war mal kurz die Rede von "Kodex" … Das Wort ist wahrscheinlich nicht das Richtige. Da gibt es doch diesen "Spirit", der eigentlich in allen Sportarten zu finden ist, aber vielleicht noch etwas "spezieller" bei uns … Ich nenn das jetzt mal "Kämpfergeist". Die mentale Einstellung, die Herausforderungen annimmt, die sich der Belastung, ja manchmal auch dem Schmerz und dem Leid entgegenstellt, die Durchhält, auch wenn es hart wird...
Die meisten Leute dürften heute nicht mehr bereit sein, sich für nichts verprügeln zu lassen oder als Punchingball zu dienen. Das, was du romantisch verklärt als "Kämpfergeist" bezeichnest, macht schließlich nur im richtigen Kontext Sinn. Es ist sogar kontraproduktiv, in seinem Hobby die Grenzen nicht zu kennen und die eigene Gesundheit zu riskieren.

Das sich früher mehr Leute als Kanonenfutter verheizen lassen haben war letztendlich auch wirtschaftlichen Zwängen geschuldet. Da hat man hungrigen Jungs erzählt, dass sie als Kämpfer groß rauskommen können, wenn sie nur hart genug trainieren. Und wenns nicht geklappt hat - deren zerschlagene Gesundheit blieb deren Problem.

Nicht grundlos heißen heute viele erfolgreiche Kämpfer Ali, Mohammed, Igor oder Sergej - und nicht Malte, Kevin oder Max.

Wenn man ne Weile darüber nachdenkt ist das, was du beweinst, eigentlich eine sehr positive Entwicklung.
Früher war mitnichten alles besser.