Vergangene Woche wurde ich aufgefordert, mein Training dem eines anderen Vereins anzupassen, der folgendermaßen Werbung macht: "Bei uns werden Sie fit, ohne sich mit komplexen Bewegungen abmühen zu müssen!"

Als wir das dann besprochen haben, kam heraus, dass derjenige, der diese Aufforderung aussprach, sich abends nur noch etwas auspowern, aber den Kopf nicht mehr einsetzen möchte. Denken müsste er schon den ganzen Tag. Eine andere Dame hat vor zwei oder drei Jahren auch mein Training verlassen, da sie als Steuerberaterin den ganzen Tag auf Details achten und viel denken müsste, das könne sie im Training nicht auch noch gebrauchen.

Ehrlich gesagt finde ich das völlig in Ordnung. Allerdings sollten es die anderen auch in Ordnung finden, dass ich nicht bereit bin, ein reines Fitnesstraining "ohne komplexe Bewegungen" anzubieten. Meines Erachtens kann man sich bei Grundschule, Partnerübungen, Drills und auch bei Katas durchaus auspowern. Man muss nur wollen.

Da viele Menschen heute im Job ziemlich an die Grenzen gebracht werden, verstehe ich auch, dass es vielen Leuten so geht. Und angesichts der vielen Fitnessstudios, bei denen kaum eine Verpflichtung zum Hingehen besteht, sind die Alternativen natürlich groß. Und wenn man ein paar Wochen nicht ins Karate geht, merkt man das eben sofort, insbesondere als Anfänger. Im Fitnesstraining stellt man sich eben einfach etwas weiter hinten hin oder nimmt ein paar Kilo weniger auf die Hantel.

Ich für mich belasse es beim Karate "mit komplexen Bewegungen" und verzichte dann eben auf die TeilnehmerInnen, die StepAerobic, TaeBo, oder oder suchen.