Mir fiel es schwer, beim Zuschauen dieses Videos nicht einzuschlafen.
Nichtsdestotrotz sind manche Erklärungen Ledyards für mich als jemand, der keine 20-30 Jahre Aikido-Erfahrung hat, recht interessant, drei Beispiele:

Ab 2:35 sagt er, Nage solle bei der Abwehr des Shomenuchi die Aufmerksamkeit auf Uke richten und nicht auf das Ausweichen zur Seite.

3:30 zeigt eine berechtigte Kritik zu einem mir allzu vertrautem Phänomen, nämlich dass die Ukes im Aikido "in die Luft schlagen", also gar nicht Tori treffen wollen. Was aber auch belegt, dass die Qualität des Ukemi der Seminarteilnehmer noch ausbaufähig war.

Ab 21:20 zitiert er eine Episode Shiodas, der einmal einen Boxer mit einem Shihonage bezwang, was sich in Aikido Shugyô wie folgt liest:
Zitat Zitat von Gozo Shioda in Aikido Shugyo (deutsche Übersetzung von Stephan Otto), pg. 69
Der Soldat ließ eine anlasslose linke Gerade auf mich los. Im selben Augenblick ging ich in ihn hinein, ergriff seine rechte Hand, riss meinen Körper herum, und legte ihn mit einem shihônage platt... Seinen schmerzenden Ellenbogen haltend stand mein Gegner auf... Er wiederholte ständig eine Frage, die der Dolmetscher wie folgt übersetzte: "Ich habe mit meiner linken Hand geschlagen. Warum haben Sie dann meine rechte Hand ergriffen?". Ich antwortete ihm: "Ihr Schlag war nur eine Finte. Tatsächlich wollten Sie nach dem linken Schlag noch einmal mit ihrer rechten Faust zuschlagen. Deshalb habe ich Ihre rechte Hand ergriffen."
Was Ledyard dann vorführte, war für mich alles andere als überzeugend. Aber ich bilde mir ein, dass Morihiro Saito diese Technik (Chudan Tsuki und dann Shihonage mit der anderen Hand des Uke) einmal in einem Video zeigte, das ich aber leider nicht mehr finden konnte. (Vielleicht kennt das ja jemand?)

Das Seminar-Video wurde offenbar von einem Seminarteilnehmer aufgenommen und geschnitten und gibt damit das möglicherweise noch bruchstückhafte Verständnis dieses Schülers zum Thema wieder. Mir fehlt da irgendwie der rote Faden. Es wirkt für mich wie eine Aneinanderreihung von Details, ohne ein Verständnis des Ganzen, d.h. als ob er den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. (Es könnte auch Absicht sein, dem Zuschauer die Aufgabe zu überlassen, die gesammelten Details und eigenen Erfahrungen wie ein Puzzle zu einem Gesamtbild zusammenzufügen).