Also ich bin definitiv nicht groß bewandert in der Biographie Kanos. Ich habe ihn für mich im ganz groben Schublanden-Raster vor allem als im westlichen Sinne pädagogisch beeinflusst abgespeichert... (Genauer trifft es aber sicher die Zuordnung von Rambat mit dem Verweis auf den Utilitarismus.)
Dass Kano aber keinerlei familiäre oder gesellschaftliche Prägung durch konfuzianische Ideen erhalten haben soll, kann ich mir jetzt ehrlich gesagt erstmal schwer vorstellen. Das mit den Shinto-Priestern wäre aus dem Stegreif meiner Meinung sogar eher ein Argument dafür, da insbesondere während der Edo-Zeit der Shinto in vielen und engen Verbindungen mit dem Konfuzianismus stand (z. B. Suika-Shinto und Watarai-Shinto). Da müsste man genauer schauen, welcher Strömung die Linie seiner Eltern und Vorfahren angehörte. Und selbst in der Meiji-Zeit war der Konfuzianismus nicht abgehakt, sondern wurde im Gegenteil auch herangezogen, um die kokutai- und bushidô-Ideologie zu formen.
Und es wurde auch nicht alles Japanische als obsolet und alles Westliche kritiklos übernommen: Das Leitbild war vielmehr wakon-yôsai, "japanischer Geist und westliche Technik".




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