ich denke nicht.
in kanos kindheit /er erlebte als kind nur die letzten sieben jahre der edo-periode) spielten solche vorstellungen in der erstarrten gesellschaft des bafuku kaum noch eine rolle, wenn ich die erkenntnisse diverser historiker richtig einordne ...
schon vor kanos geburt (1860) war der amerikanische admiral matthew perry im jahr 1854 in japan eingetroffen und hatte mit seinem geschwader moderner kriegsschiffe die öffnung japans gewaltsam erzwungen.
das löste enorme gesellschaftliche verwerfungen in japan aus.
kano wurde also in eine periode der wirren und des bürgerkriegs hineingeboren. die japanische gesellschaft insgesamt befand sich im umbruch, und konfuzianische wertvorstellungen und ein entsprechendes verbindliches gesellschaftsbild waren obsolet, zumindest für einige jahrzehnte.
daher meine einwände gegen die aussage, kano sei konfuzianisch aufgewachsen.
berücksichtigen sollte man auch - ich erwähnte es bereits - dass der väterliche (?) zweig seiner familie auf eine lange folge von shinto-priestern zurückblicken konnte ... (oder war es der mütterliche zweig? ich muss erst nachschauen) ...
kano selbst bezieht sich, soweit ich mich erinnere, in seinen texten nirgends auf den konfuzianismus in dem sinne, dass er davon in irgend einer weise beeinflusst gewesen wäre.
soweit mir bekannt (siehe dazu niehaus et al), neigte kano ab etwa 1900 dem utilitarismus zu.
ich kenne jetzt - aus dem stegreif - keinen text, in welchem kano seinen eigenen werdegang und/oder sein judo in irgend einer weise mit dem konfuzianismus verknüpft.
ich habe aber im moment, wie gesagt, auch keinen zugriff auf meine bibliothek.
ich werde, sobald ich zurück bin, kanos texte (soweit sie mir zur verfügung stehen) danach durchsuchen, ob und wenn ja in welchem zusammenhang er den konfuzianismus erwähnt.





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