Mea maxima culpa.
In Schriftform ist mir diese Aussage begegnet, als ich die sämtlichen Printausgaben des Aikido Journal von Stan mal Seite für Seite "durchgearbeitet" habe. Zu 1001 Dingen habe ich mir damals Notizen gemacht, um sie später wieder auffinden zu können. Zu dieser Aussage nicht.
Und zwar, weil sie mir bevor ich sie im Aikido Journal gelesen habe, damals in meinem Umfeld schon als die gängige, allgemein bekannte Erläuterung dafür geläufig war, warum man im aikidô Herausforderungen möglichst vermeiden solle und - daraus abgeleitet - warum es keine Wettkämpfe gäbe. Mündlich kannte ich diese historische Begründung längst von Lehrern, die sie so von ihren Lehrern im hombu gehört hatten. U.a. auch im Umfeld von Yamaguchi sensei.
Im Internet findet man diese Aussage ganz lapidar hingeworfen von George Ledyard: "O-Sensei seriously injured a man who had requested a friendly match. Apparently the man, rather than come in with the kind of conrtolled attack which one would do if one were seriously interested in learning from a teacher, came in with a potentially lethal strike delivered with full intention. O-Sensei didn't even do a technique but just did an irimi and the fellow collided with O-Sensei with such force that he bounced off and hit the wall with such force that he recieved a compouynd fracture and was not able to continue his sword career. O-sensei reportedly felt badly about this and afterwards refused to accept challenges any more." (http://www.aikiweb.com/forums/archiv...hp/t-6228.html)
Im Aikido Journal steht meiner Erinnerung nach zu lesen, daß der Heausforderer schlicht und einfach so doof gegen Wand geprallt ist, daß er sich dabei Bänder in der Schulter verletzt habe, so daß er später nicht mehr vernünftig mit dem Schwert arbeiten konnte. Christian Tissier hat diese Geschichte auch irgendwann mal erzählt, weil er ja aufgrund einer ähnlichen Verletzung mit dem battô jutsu aufhören mußte.
Ueshibas Begründung war jedenfalls damals nicht das mörderische Potential des aikidô oder seiner eigenen Person, sondern die Erkenntnis, daß solche Situationen per se nicht dem Leben dienen, sondern letztlich destruktiv sind. Oder so ähnlich ...
Ich habe mich inzwischen häufiger mal versucht, in's Gesäß zu beißen, weil ich die Fundstelle damals nicht notiert habe. Mir ist erst viel später bewußt geworden, daß das gar kein Allgemeinwissen ist, und schon gar nicht unumstritten.
Für mich persönlich ist diese Begründung die plausibelste, die mir bisher untergekommen ist. Und da sie von Lehrern, die damals die Veränderung im Umfeld dieser Entscheidung miterlebt haben, an meine Lehrer weiter transportiert wurde, erscheint sie mir glaubwürdig. Zumal sie ausgesprochen unspektakulär ist.
Ich habe mich, nachdem du diesen thread gestartet hast, mal hingesetzt und angefangen zu blättern, um die Stelle zu finden. Um der allgemeinen Erkenntnis willen und um meiner Glaubwürdigkeit willen. Nach drei Ausgaben habe ichs aufgegeben. Zu viel Mühe für etwas, das für mich persönlich zu wenig austrägt ... es sind einfach zu viele bedruckte Seiten ...
Ich habe mich stattdessen entschieden, diese Aussage künftig nicht mehr hier zu wiederholen.
Die alten alten posts lösche ich nicht, damit die Diskussionsverläufe kohärent bleiben. Aber ich werde diese Aussage ohne Beleg nicht noch einmal hier im Forum tätigen.






Mit Zitat antworten