Zitat Zitat von Seemann Beitrag anzeigen
Du sprachst von der engen Verzahnung bzw. Einflussnahme von big bad Pharma schon in der Ausbildung der Studierenden an Unis, welche Neutralität unterminiert. Gibt einer deiner Links das wider? Nö!
Nein?? Schauen wir doch mal nach, ob Du vllt. was "übersehen" hast...

"Pharmafirmen versuchen schon im Studium, angehende Ärzte zu beeinflussen.

Pharmafirmen fackeln meist nicht lange. In der Regel schaffen es Studierende der Medizin kaum bis ins sechste Semester, da haben sie schon ihr erstes Geschenk von der Industrie bekommen - ein Lehrbuch etwa oder eine Reise zu einem Kongress."


Quelle: https://www.sueddeutsche.de/wissen/p...ikte-1.4644884

"Medizinstudenten haben im Laufe der Ausbildung häufig Kontakt zur Pharma-Industrie, schreibt Kesselheim. Das beginnt bereits in der Zeit vor dem Physikum – und damit in einer Zeit, in der die angehenden Ärzte noch gar keinen Kontakt zu den Patienten haben. Daraus resultiere eine positive Einstellung zum Pharma-Marketing – und eine Skepsis gegenüber den negativen Folgen der Werbung für Medikamente, so das Ergebnis der Harvard-Forscher.

Einige der Resultate: Zwischen 40 und 100 Prozent der Studenten hatten Kontakt mit Pharma-Vertretern. Zwischen 13 und 69 Prozent der Studenten gehen davon aus, dass kleine Geschenke der Industrie die Verschreibungs-Praxis beeinflussen. Acht Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Begegnungen und einer positiven Einstellung zu Industriekontakten.
Zu den üblichen Tätigkeiten der Pharma-Vertreter gehört das Verteilen kleiner Geschenke oder die finanzielle Unterstützung von Lehrveranstaltungen. Zwischen 89 und 98 Prozent der Studenten hatten Snacks oder ein Essen der Pharma-Industrie erhalten."


Quelle: https://www.welt.de/gesundheit/artic...de-Aerzte.html

"Unmoralische Angebote auf dem Campus - Geschenke, Events oder gesponserte Vorlesungen: Pharmafirmen umgarnen den medizinischen Nachwuchs. Die Unis schauen zu.

Pharmakonzerne wissen, dass Ärzte die Medikamente jener Firmen häufiger verschreiben, von denen sie regelmäßig Vertreterbesuch bekommen. Deshalb bemühen sich die Konzerne auch, möglichst schon angehende Ärzte auf ihre Seite zu bringen. Doch Deutschlands Medizinstudenten sind gegen die Avancen der Pharmaindustrie kaum gefeit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter allen deutschen Medizindekanaten und rund 1100 Medizinstudenten, die Cora Koch und Klaus Lieb von der Universitätsklinik Mainz durchgeführt haben.

(…) die Studenten haben ihrer Ansicht nach in Sachen Pharmaindustrie durchaus blinde Flecken: Es sei auffällig gewesen, dass etwa drei Viertel der Studierenden der Meinung waren, dass die Finanzierung der Lehre durch Pharmaunternehmen "keine gute Methode sei, die Lehre zu verbessern", sagt Lieb. Gleichzeitig waren aber ebenso viele Studierende der Meinung, dass Pharmavertretern der Zugang zu Medizinstudenten auf dem Campus nicht verboten werden solle."


Quelle: https://www.sueddeutsche.de/wissen/p...mpus-1.1890666

"Forschen wie es der Wirtschaft gefällt - Der Strom von Industriegeldern für Hochschulen schwillt an. Das hat Folgen: Unliebsame Ergebnisse werden unterdrückt.

Medikamente: 90 Prozent der Studien werden von der Pharmaindustrie finanziert.

In der Medikamentenforschung werden heute etwa 90 Prozent aller veröffentlichten Studien durch die Pharmaindustrie finanziert. Es ist derzeit gängige Praxis, dass negative Studienergebnisse nicht veröffentlicht werden, so dass die Belege, auf denen unsere Entscheidungen in der Medizin basieren laut Aussagen unabhängiger Fachleute systematisch verfälscht werden, um den Nutzen der verwendeten Medikamente aufzubauschen und die Schäden zu verharmlosen.

Ein Beispiel für diese fragwürdige Vorgehensweise: Im Dezember 2014 wurden in Deutschland 80 Medikamente aus dem Verkehr gezogen, denn es hatte sich herausgestellt, dass die Studien, die westliche Pharmaunternehmen bei dem indischen Forschungsinstitut GVK Biosciences in Auftrag gegeben hatten, wissenschaftlich nicht haltbare Ergebnisse zu Gunsten der bezahlenden Auftraggeber geliefert hatten. Eine Fülle von detailliert recherchierten Einzelbeispielen, die bis in die Gegenwart reichen zeigt der renommierte unabhängige Arzt und Wissenschaftler Peter Gotzsche in seinem 2015 auf Deutsch erschienenen Buch „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität – Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert“ auf.

Hier liegt wissenschaftliches Fehlverhalten in großem Stil, auf internationaler Ebene vor. Das erhöht die Gewinne der Pharmakonzerne und geht zu Lasten der Gesundheit von uns allen. Nach Schätzungen von Peter Gotzsche ist die Einnahme von Medikamenten in den USA und Europa die dritthäufigste Todesursache, dadurch sterben derzeit in den USA und Europa jeweils etwa 200.000 Menschen jährlich."


Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wissen/i.../11793040.html

"Die gekaufte Wissenschaft - Unternehmen bestellen Studien, engagieren Professoren und finanzieren ganze Institute, die in ihrem Sinne forschen. An den Universitäten ist die Wirtschaft zu einer verborgenen Macht herangewachsen.

Umso mehr müssten die Universitäten daran interessiert sein, den Eindruck zu vermeiden, in ihren Instituten werde wertloses Wissen erzeugt. Denn fragwürdige Studien und Forscher, die sich an den Bedürfnissen des Marktes ausrichten, haben die Macht, den ganzen Wissenschaftsbetrieb in Misskredit zu bringen.

Auf diese Gefahr versucht Philipp Mimkes die Universität Köln hinzuweisen, seit Jahren schon. Im März 2008 gab die Uni Köln eine Kooperation mit dem Chemiekonzern Bayer bekannt. Für gemeinsame klinische Studien in der Herz- und der Krebsforschung überweist der Konzern seitdem jährlich eine sechsstellige Summe an die Universität, der damalige nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sprach von einer Partnerschaft, die "beide Seiten stärkt".
Philipp Mimkes, 46, ist Physiker und arbeitet hauptberuflich für den Verein "Coordination gegen Bayer-Gefahren". Er wollte von der Uni Köln wissen, welche Regelung es für die Veröffentlichung von Testergebnissen gibt. Hat Bayer die Macht, negative Ergebnisse zu unterdrücken? Damit würde der Konzern zwar keine Studie fälschen, wohl aber durch Weglassen das öffentliche Wissen über die Wirkungen eines Medikaments verfälschen.
Mimkes stellte die Machtfrage: Wer bestimmt über die Ergebnisse der Forschung? Die Forschung oder die Wirtschaft?
Forscher ohne Kontakte in die Wirtschaft haben es heute schwer
Die Universität schwieg. Mimkes veröffentlichte ein Protestschreiben, der Deutsche Hochschulverband forderte die Kölner Universität auf, Einblick in den Vertrag zu geben, auch der nordrhein-westfälische Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit empfahl, die Vereinbarung offenzulegen. Die Universität schwieg weiter. Es war, als habe sie die Machtfrage für sich längst beantwortet."


Quelle: https://www.zeit.de/2013/32/gekaufte-wissenschaft/

Und besonders schön: Der Geheimvertrag zwischen Uni Mainz und Boehringer Ingelheim. Letztere dürfen per Vertrag darüber entscheiden, welche Studienergebnisse veröffentlicht werden: