Tatsächlich gibt es ziemlich deutliche Unterschiede zum Freistilringen, bedingt durch die Optimierung des letzteren für das Regelwerk und die weichen Matten (=> viele tiefe Angriffe mit Knie am Boden => tiefe Grundstellung). Das Harnischringen sieht für mich mehr nach dem aus, was dabei herauskommt, wenn ein gelernter Greco-Ringer Freistil ringen soll (der geht meistens nur so tief runter, wie er muss), das gesellige Ringen hat tatsächlich mehr Ähnlichkeiten mit Old School Judo, Sambo oder Ranggeln (relativ aufrechte Grundstellung, Griff an der Kleidung, Arme greifen in erster Linie den Oberkörper bis zur Hüfte an und die Beine die Beine).

Generell: Jede Grapplingdisziplin mit ausgeprägter Stand-Up Komponente ist hilfreich, wie sehr bzw. wie schnell ist die andere Frage. Wenn ich einem x-beliebigen Ringer egal welcher Stilart Talhoffers Ringabbildungen zeige, wird der in 90% der Fälle innerhalb von drei Versuchen die entsprechende Technik zeigen können, in den meisten Fällen vorher (im Sambo dito). Aber das halt nach 10-15 Jahren Training mit verwandten Schemata. Im Judo ist der Übertrag m.E. in Summe etwas kleiner (wenn wir vom modernen Wettkampfjudo ausgehen), und die Ranggler die ich kenne sind entweder Eklektiker (= man macht, was im Verein schon seit Opas Zeiten das Prädikat "funktioniert" hat, gewürzt mit einer Handvoll Dinge, die man sich irgendwo abgeschaut hat) oder kommen aus einem anderen Grapplingsystem (meistens Judo oder Ringen), daher würde ich da keine zu pauschalen Aussagen wagen.

Beste Grüsse
Period.