Zitat Zitat von karate_Fan Beitrag anzeigen
Was ist eurer Meinung nach (wirklich wissen tut man es nicht, frage daher nach einer subjektiven Meinung) warum sich die Chinesen doch so ausgefallene Bewegungsformen für den Waffenlosen Kampf ausgedacht haben die sich doch recht beträchtlich vom gerade linigen westlichen Boxen unterscheiden?

Was ist der Vorteil von Anreihungen von komplexen Bewegungen im waffenlosen Kontext im Vergleich zum Boxen wo man direkt zum Ziel geht.

Bin wie bereits gesagt ein Laie und könnte einen wesentlichen Punkt übersehen, aber wenn es darum einen Gegner umzuhauen, der weder eine Waffe noch eine Rüstung trägt, ist Boxen doch die Königsdisziplin.
Ich finde die Frage durchaus spannend. Was man dazu noch anmerken müsste ist allerdings, dass man allenfalls das traditionelle Bareknuckle als Vergleich heranziehen kann, und da wissen wir aus den Quellen, dass zwar viele Schulen immer wieder betont haben, dass die Gerade das Mittel der Wahl ist, aber eben diverse mehr oder weniger kreis- oder wellenförmige Techniken eben doch ihren Weg in das Arsenal gefunden haben. Einschränkend kommt auch hinzu, dass Boxen im Prinzip für ein versportlichtes Duell entwickelt bzw. optimiert worden ist, nicht gegen mehr als einen Gegner, was der Gerade weitere Vorteile bringt. Ach, und nochwas - das frühe Boxen (fassbar ab der 2. H. des 18. Jh.) wird dezidiert vom europäischen Fechten hergeleitet, das eben zur Entstehungszeit weitgehend aus mehr oder weniger linearen Techniken bestanden hat... Vorher gibt es z.T. Schläge in den einschlägigen Systemen z.B. Codex Wallerstein im 15. Jh. oder bei Passchen im 17. Jh., aber das ist alles andere als geradlinig oder klassisch boxerisch, eher ringerisch basiertes Dirty Boxing mit holding & hitting, hammerfists etc.

Beste Grüsse
Period.