Sollte ich allzu großen Quatsch erzählen, bitte ich um Berichtigung:
Soweit ich das verstanden habe, ist die Konzentration auf die Atmung nur eine Krücke. Man kann auch andere nehmen, irgendeinen Gegenstand z.B. Ziel ist es, keine zufälligen Gedanken und Emotionen zuzulassen. Da das am Anfang extrem schwer ist, „füllt“ man seinen Geist mit genau einer Sache. Der nächste Schritt wäre dann, auch die Krücke wegzulassen und „leer“ zu sein. Eine weitere bekannte Krücke ist das Murmeln/Denken von Mantras, was zumindest mal die innere Stimme unterdrücken soll. Das klappt bei mir, auch wenn es nicht einfach ist und meist auch nur für wenige Sekunden. Das wird eine Übungssache sein.
Das Problem gute Anweisungen zu finden, sehe ich darin, dass man als Laie nicht erkennen kann, ob der Anweisende Ahnung hat bzw. Praktiker ist oder nicht. So könnte ich mir (behaupte ich jetzt mal) mit ein wenig Recherche auch einen Artikel mit Anweisungen für z.B. eine Frauenzeitschrift aus den Rippen leiern. Seriös wäre das allerdings nicht.
Vllt. kennt ja hier jemand eine gute Quelle?
Was damit verwandt sein könnte und bekannter ist, ist der „flow“. Dabei ist man so in eine Sache vertieft, so konzentriert, dass alles andere nicht mehr zählt. Nicht der letzte Streit mit dem Partner, nicht die Gestaltung des nächsten Wochenendes. Es gibt auch keine Gedanken wie „kann ich das schaffen?“, „mache ich das gut?“, „ist es bald vorbei?“ oder auch „soll ich jetzt lieber x oder y tun“. Es ist reines Handeln im Jetzt (klingt schön esoterisch). Sportler z.B. kennen sowas, Musiker, Schachspieler und sicherlich viele andere. Diese drei Beispiele sind komplexe Angelegenheiten, weswegen man u.U. lange Zeit üben muss, um überhaupt verschiedene Automatismen abrufen zu können, so dass das Handeln eben nicht mehr bewusst durchgeführt werden muss.
Mir selbst hilft das Überwinden innerer Widerstände, um mental/geistig in bessere Verfassung zu kommen. Leider bin ich elendig faul und kann nur maximal drei/vier Monate tägliche Übezeit am Stück vorweisen. Über Jahre hinweg durchgezogen, dürfte das nochmal interessanter werden. Das letzte mal habe ich es mit einfachen Matheaufgaben zwei Wochen lang geschafft. Es geht darum, eine Tätigkeit so lange zu wiederholen, bis sie so natürlich wie Atmen ist.
Dazu wählt man etwas, was nicht zu schwer ist - im Gegenteil, es sollte unspektakulär einfach sein. Das wiederholt man dann, bis es eben keinerlei Schwierigkeiten mehr bereitet. Wenn man sich dabei voll konzentriert und einen hohen Anspruch an sich selbst stellt, wird das auch nicht langweilig, also mir zumindest nicht. Meiner Erfahrung nach können das sehr viele Menschen nicht und erkennen einfach nicht, ob sie etwas wirklich können oder nicht. (Sie erkennen nicht, was schlecht läuft, können sich also nicht darauf konzentrieren, wodurch weitere Wiederholungen nur Langeweile erzeugen.)
Es gibt eine bekannte Methode, um Schach zu üben, die ziemlich genau dem entspricht, was ich meine (google: de la maza chess training). Hierbei geht es darum eine festes Set einfacher Schachaufgaben herzunehmen und so lange zu wiederholen, bis man sie „beherrscht“. Oft wird dazu eine Zeit angegeben - wofür man beim ersten mal vllt. mehrere Wochen braucht, schafft man dann an einem Tag. Wobei die Zeit nur ein praktisches Maß ist, letztlich geht es eben darum, das Set ohne Grübeln und ohne innere Widerstände voll konzentriert durchzugehen.
Hoffentlich war das jetzt nicht zu unverständlich. Ich schreibe das, weil ich für mich sagen kann, dass es etwas bringt. Ich fühle mich wacher, geistig stärker, ausgeglichener, wenn ich das durchziehe und das in allen Belangen. Es erfordert aber eben ein hohes Maß an Durchhaltevermögen.
Sport macht auch ausgeglichener und zufriedener, wobei es erstmal darum geht, den bei uns verbreiteten Bewegungsmangel zu vermeiden. Direkt merke ich es durch Konditionstraining. Keine Ahnung, was da im Körper passiert ... ich bin danach u.U. wie ausgewechselt.






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