Zitat Zitat von Theorie & Praxis Beitrag anzeigen
... Nichts anderes hat Vic Moore gemacht. Bruce Lee wusste nicht, dass Vic Moore dazu in der Lage war und war deshalb überrascht. Deshalb versuchte er ihn noch einmal zu testen und hat dann beim dritten Test, nachdem er wahrscheinlich gemerkt hatte, dass Moore nicht schneller war, sondern seine Bewegung vielmehr antizipiert hatte, das Zielgebiet Richtung Kopf verändert, um Moore seinerseits zu überraschen. Das sehe ich jetzt aber nicht als "cheating". Bruce Lee hat lediglich die Rahmenbedingungen verändert und dadurch Moore´s Antizipationsfähigkeit (die eben nichts mit Schnelligkeit zu tun hat) durch eine neue Variable wiederum egalisiert. D. h. auch wenn Moore ahnen konnte, ob der Schlag von rechts oder von links kam, konnte er deshalb dennoch nicht ahnen, ob er zur Brust oder zum Gesicht geführt werden würde. Somit war Moore wieder alleine auf seine Schnelligkeit angewiesen, die - trotz der großen Distanz - eben geringer war als die von Bruce Lee. Denn andernfalls hätte Moore auch den Schlag zum Gesicht abblocken können.

Bruce Lee hat demnach nicht beschissen, sondern das Bescheißen Moore´s vielmehr ausgeglichen. ....
Ähhh... sorry, nein. Telegrafieren ist ein ganz klassischer Fehler im Kampfsport, und das Lesen der Intentionen des Gegners ist das A und O. Wer nicht in der Lage ist, das durch Fintieren zu kompensieren, kommt in einem Vergleich mit jemand, der in Sachen Schnelligkeit auch nur annähernd mithalten kann nun mal schlechter weg und Punkt, egal wie schnell er ist. Wenn ich beweisen will, dass ich jemanden treffen kann bevor der reagieren kann, dann muss ich davon ausgehen, dass der auf meine Signale achten wird. Wenn ich einen reinen Schnelligkeitsvergleich machen will, muss ich was anderes machen als Kampfsport - einen Guiness-Record auftellen meinetwegen. Der moralische Aspekt ist mir hüben wie drüben vollkommen egal, wenn ich ehrlich bin...

Period.