
Zitat von
kanken
Schön dass Du aus der Originalstudie zitierst was ich hier auch geschrieben habe.
Ich zitiere aus dem Anhang zur Studie, der (wobei ich mich hier täuschen mag) bislang auch in der Form noch gar nicht verlinkt war, dieser Zusatz kommt nicht im Abstract vor.
Es bleibt dass die Wirksamkeit gegen asymptomatische Infektionen bei 92% liegt und man die systematische Testungen aktuell durchführt.
Nein - Doch - Oh - Spiel?
Es bleibt dabei, dass man in der Datenauswertung eine Wirksamkeit bei asymptomatischen Infektionen von 92% geschätzt / errechnet hat - dieser Wert unterliegt aber bestimmten Einschränkungen wie die Autoren selbst schreiben.
Es ist echt süß wie du versuchst Sachen so zu drehen das es dir mit deinem Laienverständnis passt.
Echt süß wie Du versuchst einer inhaltlichen Diskussion aus dem Weg zu gehen indem Du hier einfach anderen die grundlegende Fähigkeit absprichst da mitreden zu können.
Wir haben es hier mit einer Datenauswertung zu tun. Man ist nicht hingegangen und hat selbst irgendwas getestet geschweige den PCR Tests in großem Stil durchgeführt, sondern man hat Daten(!) von einer Krankenkasse genommen und diese entsprechend versucht zu bewerten.
Das hat primär erstmal nichts mit "Medizin" geschweige denn mit "Viren" zu tun, sondern ist eine Frage der mathematischen Analytik / Stochastik / Statistik. Ein Gebiet auf dem Du nach eigenem Bekunden selbst wohl eher zu den Laien zählst. 
Hr. Gellad hatte ich ja bereits verlinkt, es gibt genügend andere "vom Fach" die hier ebenfalls die Werte zur asymptomatischen Infektion mit Vorsicht behandeln - sind aber wahrscheinlich auch nur alles Laien. 
Wie die mit den Daten umgegangen sind wurde sehr ausführlich beschrieben - insofern kann jeder der grundsätzlich Zahlen nachvollziehen kann auch wenn er sich nicht "Arzt" oder "Virologe" schimpft da durchaus was mit anfangen - dafür müsste man nicht mal die Formel hinter dem Kaplan-Meier-Schätzer zwingend im Detail verstehen.
So was hat man da für Daten:
- erstmal sind bestimmte Personen per se ausgeklammert - Altenheime, Mitarbeiter im Gesundheiteswesen etc. pp. - also schon mal die Gruppen die es statistisch am ehesten trifft
- davon bleiben die knapp 1,2 Mio. über, davon hat man dann wiederum knapp 600 K Personen "gematched"
- jetzt hat man bei den je 600 K Personen innerhalb von 40 Tagen 4.460 vs. 6.100 dokumentierte Fälle - in Summe also 10.560 Fälle auf 1,2 Mio. Personen innerhalb von 40 Tagen
Und nun schlägt die Stunde der Statistiker!
Wir betrachten nur die Nicht-Geimpften. Von rund 600.000 Personen haben sich innerhalb von 40 Tagen "in freier Wildbahn" unter den gegebenen Umständen 6.100 Personen angesteckt (die waren schließlich PCR positiv). Wir sind jetzt mal mit den Kommastellen nicht so genau, aber im Prinzip kann man daraus jetzt ableiten: Das geschätzte Risiko sich innerhalb von 40 Tagen anzustecken liegt bei 1%. Ergo sind 99% die sich nicht angesteckt haben und damit auch das Virus ja gar nicht weiter geben können und somit die Transmission eingeschränkt ist. Also ist zu 99% alles super - whop whop...
Alles Quatsch würde man da jetzt vielleicht sagen? Natürlich. Schon allein weil man nicht weiß ob die 6.100 Fälle die man gefunden hat denn wirklich alle waren oder ob es eine DZ mit Faktor 2 - X gibt. Warum? Weil nicht systematisch getestet wurde. Man ist eben nicht hingegangen und hat die 600K Menschen aus beiden Gruppen jeden Tag (oder zumindest 1 x Woche) getestet. Sondern man hat nur das in den Statistiken was mehr oder minder per Zufall dann per Test festgestellt wurde.
Ich sitze heute Abend in einem Seminar mit dem Leiter der Forschungsabteilung von Biontech. Ich kann ihn da ja mal drauf ansprechen dass Du diese 92% bezweifelst
Ah - argumentum ad verecundiam - na wenn das mal nicht überzeugt.
Wenn man selbst nicht (mehr) in der Lage ist zu argumentieren greift man auf "Experten" zurück. Ja ich bin angemessen unbeeindruckt. Auch der Chef von Biontech persönlich kann nichts an den Daten mit denen man in der Studie gearbeitet hat ändern.
Und ich "bezweifele" die 92% nicht - die hat man halt unter den gegebenen Einschränkungen und mit den vorhandenen Daten so geschätzt. Ich habe lediglich geschrieben, dass man mit der Interpretation bzw. den Rückschlüssen aus derartigen Zahlen eben wohl etwas zurückhaltender sein sollte als - das ist so weil ich das sagen. Punkt.
Und wie geschrieben - da gibt es durchaus einige Experten die dann wohl auch die 92% "bezweifeln". Nein tun sie eben nicht, sie kommen aber dann anders als Du hier nicht zu absoluten (wenn auch nicht haltbaren) Rückschlüssen.
Die Zusammenhänge zwischen asymptomatischen Infektionen und steriler Immunität habe ich jetzt mehrfach erklärt und wie man das misst.
Tja - nur hat man hier ja nun mal nichts "gemessen". Man hat Daten analysiert - und zwar nur die die vorhanden waren. Man hat (noch) keine systematischen Studien durchgeführt wo man systematisch über einen gewissen Zeitraum dann eben bezogen auf das angestrebte Untersuchungsziel hier konkrete Handlungen / Tests vorgenommen hat.
Du hast ja versucht es so darzustellen, als seinen bei den asymptomatischen Fällen (und damit dann "steril immunen") hier tatsächlich irgendwelche (systematischen) PCR Tests durchgeführt worden die dann "negativ" gewesen seinen weshalb daher ja auch kein Virus da wäre was weitergegeben werden könnte.
Das ist so schlicht nicht richtig, bzw. das hat man in der Auswertung in der Form gar nicht gemacht. Wie kommt man denn zu dem Wert von 92%?
Man hat (siehe Table S3 und Figure S5 aus dem Appendix) hier die kumulativen asymptomatischen Fälle (alles ab Tag 28 - die Daten davor hat man "ausgeklammert" da man unterstellt, dass hier noch kein genügender Schutz aufgebaut ist) genommen (2.032 auf 2.071 bei den Geimpften und 2.342 auf 2.493 bei den nicht Geimpften) und das dann im Verhältnis zu den "Personen unter Risiko" (number at risk) durch den Kaplan Meier Schätzer gejagt (und erneut: man sagt selbst, da man keine systematischen Tests hat ist das Ergebnis mit Vorsicht zu betrachten). Das was dabei dann rauskommt wird noch etwas weiter verarbeitet und tada man kommt auf einen Wert von 92%.
Warum nimmt man über den Kaplan Meier an dieser Stelle? U.a. weil man den zum Schätzen einer Wahrscheinlichkeit auch dann verwenden kann, wenn man "zensierte" Daten hat. Zensiert bedeutet in diesem Kontext man kennt nicht alle Werte der statistischen Variablen.
Man kennt nicht alle Werte der statistischen Variablen? Ja - man hat u.a. ja in der Studie keine Angaben darüber gemacht wie viele Tests pro Gruppe denn gemacht wurden, bzw. die Verteilung der Tests innerhalb der Gruppen war nicht gleich.
In the absence of systematic periodic testing for SARS-CoV-2 among asymptomatic people in Israel, documented asymptomatic infections do not account for all asymptomatic infections, and likely cannot accurately capture vaccine effectiveness for this outcome.
Es ist eben nicht so, dass man hier sagen kann man hätte 100 geimpfte (asymptomatische) Personen PCR getestet und nur bei 8 von denen hätte der Test angeschlagen, so das man sagen kann 92 Personen waren PCR negativ und damit hätte man 92% Effektivität gegen asympotmatische Infektionen.
Insofern - wenn Du schon mit dem Forschungsleiter von Pfizer diskutieren möchtest - frag ihn doch weniger mal darüber ob man die Werte jetzt "anzweifeln" kann, sondern steigt doch besser mal in einer vertiefte Nicht-Laien-Diskussion über Schätzwerte nach Kaplan Meier ein. 
aber dennoch kann man die Aussage treffen dass es diese 92%ige Wirksamkeit gibt.
Nur treffen die Autoren der Studie diese Aussage eben nicht. Sie sagen Sie haben einen Wert von 92% ermittelt, der unter den gegebenen Umständen aber nicht als unbedingt akkurat anzusehen ist.
"It's not the size of the dog in the fight, it's the size of the fight in the dog." M. Twain
"Whoever said one person can’t change the world never ate an undercooked bat..."