Aus deutscher Sicht ist es unvorstellbar, daß die Chinesen so alte Verwaltungsakten haben und eine ausgefeilte Bürokratie hatten, bevor es Preußen überhaupt gab. Und wer heute aus dem deutschen Schulsystem kommt, kann sich auch nicht vorstellen, daß man Texte aus dem 19. Jahrhundert lesen kann, geschweige denn Texte aus dem Mittelalter. Wir lernen einfach nichts über Asien in der Schule, wir lernen nicht einmal mehr, unsere eigene Kultur zu lesen. Und die Chinesen, für deren Konservative wir Europäer nur kulturell zurückgebliebene Höhlenmenschen sind, sehen auch keinen Grund, etwas daran zu ändern.

Wie auch immer, wir wissen von Chen Wangting, weil es Akten und Familienchroniken gibt. Die Auffassung, er sei Offizier gewesen, kann sich daraus ableiten, daß die Angehörigen von Offizieren eben einen anderen rechtlichen Status hatten als die von einfachen Soldaten. Dieser Status wäre dann in den Chroniken verzeichnet, damit man sich im Streitfall vor Gericht darauf berufen kann.

Wo er sich wann aufgehalten hat, wäre der Schlüssel zur Suche nach seinen Akten in den Staatsarchiven. Dann bekäme man auch seinen Rang und damit seine Pflichten und Aufgaben heraus.
Ein Gruppenführer hatte andere Aufgaben als ein Hundertschaftsführer, der wieder andere als der Kommandant einer Tausendschaft und so weiter.

These hereditary soldiers were grouped into guards (wei) and battalions (suo), otherwise known as the wei-suo system. A guard consisted of 5,600 men, each guard was divided into battalions of 1,120 men (qiānhù), each battalion contained 10 companies of 112 men (bǎihù), each company contained two platoons of 56 men (zǒngqí), and each platoon contained five squads of 11 or 12 men (xiǎoqí).
(https://en.wikipedia.org/wiki/Milita...ttalion_system)

Sein Rang hätte also ziemlichen Einfluß darauf, wie man die Überlieferung interpetiert, er sei für den Schutz von Karawanen zuständig gewesen.