Zitat Zitat von Katamaus Beitrag anzeigen
Nochmal zum Schärfen (Fred ist ja eh zerfleddert und es ist gerade so gemütlich hier). Kennt einer von Euch diese Diamantplatten? Ist zwar auch ein Werbevideo aber das Argument (weniger Sauerei und weniger Stress) hat ja was, wenn man aus dem Schärfen kein Hobby machen will und auch keine Werktstatt hat…
Ich habe die kleinen klappbaren DMTs (DiaFold), nachdem ich mein Schleifzeug öfters mitnehme und damit auch öfters mal "feile" (grössere und schwerere Klingen bis hoch zu Schwertern, Äxten etc.). Inzwischen habe ich glaube ich so ziemlich alle davon. Wichtig: wenig Druck, sonst gehen die Diamanten schon mal flöten. Meine Meinung dazu: für gerade und konvexe Schneidenverläufe (nicht Klingenprofile) sind sie gut und wartungsarm. Man hat ewig und drei Tage die gleiche Schleifleistung, wenn man sie gelegentlich mal feucht abwischt und eben mit dem richtigen (leichten) Druck arbeitet. Ich verwende aber alle möglichen Schleifutensilien - Eisen-, Schärf- und Hartmetallfeilen mit und ohne Diamanten, Schleifpapier, die verschiedenen Natursteine, die sich bei mir angesammelt haben, auch solche, die ich im Feld aufgelesen habe (ein paar von den historischen Schleifsteinqualitäten sind schlicht phantastisch) bis hin zu Jade, und natürlich mein altgedientes Abziehleder. Wenn man mich fragen würde, würde ich die Diamantsteine aber im Bereich "serious about sharpening" einordnen. Ich verwende sie primär für Superstähle (SGPS, S110V, CPM M4, Böhler K390...) und Karbidschneiden (karbidisiert oder Reinkarbid), und auch da vor allem, wenn ich die Klingengeometrie nachjustiere. Wenn die Klinge scharf ist, hält man sie am besten mit dem Abziehleder scharf (zugegeben: bei Reinkarbid hab ichs noch nicht probiert, und bei karbidisierten oder gezahnten Schneiden würde ich davon abraten). Wenn man Probleme hat, den Schärfwinkel konstant zu halten, kann ein Bankstein aber einfacher sein, gerade für mittelgrosse Messer wie Kochmesser.
NICHT geeignet sind die flachen Steine (egal ob Diamant oder nicht) für konvexe Schneidenverläufe, z.B. Hawkbills oder Kukris, und gezahnt Schneiden (Wellenschliff und Sägen). Da hilft nur ein ovales bis rundes Schärfmittel, im Extremfall ein dreieckiges. Das bringt mich zu einem weiteren Punkt - mein am häufigsten verwendetes Schärfmittel für zwischendurch (neben dem Abziehleder) ist ein simpler Victorinox DualSharp. Kann man mögen oder nicht, ich komme damit super klar und kriege damit so ziemlich alles diesseits von Karbid wieder brauchbar scharf - meistens zumindest weitestgegehend rasierscharf -, auch konkave Schneidenverläufe.

Beste Grüsse
Period.