Schach ist abstrakt - man bräuchte nichtmal ein Brett, es besteht nur aus Regeln und ist eine Abfolge klar definierter, konkreter Zustände ... ein Springer steht nicht auf f3,5 sondern auf f3 oder f4. Jederzeit liegen alle Informationen offen (man muss sie nur deuten können) und es gibt eine konkrete Zahl von Zügen je Stellung.
Boxen findet in der realen Welt statt, abstrakt geht das nicht. Also muss die Welt mindestens gut simuliert werden - der menschliche Körper muss simuliert werden. Und da fängt es schon an. Was für uns selbstverständlich so nebenbei läuft, ist eine riesige Aufgabe für einen Computer - Sinneswahrnehmungen deuten um sich zu orientieren, das Gleichgewicht zu halten, den Gegner zu erkennen. Beim Schach fällt das alles weg.
Ein Arm ist auch nicht einfach oben, mittig oder unten. Er kann wenige Zentimeter weiter oben oder unten sein, der Ellenbogen kann wenige Grad weiter gestreckt oder gebeugt sein. Ein Computerprogramm muss erst mal deuten können, ab wann was einen Unterschied macht (und wie gesagt, das überhaupt erstmal erkennen*). Gewichtsverlagerungen - steht der Gegner vielleicht gerade ungünstig?
Kurz: Die Varianten einzelner Bewegungen und Körperpositionen sind unendlich groß, alles was bei uns unbewusst abläuft muss berechnet werden und es läuft in Echtzeit ab. Da kommt einiges zusammen.
*Ich gehe davon aus, dass sich in der Simulation oben die Bots nicht "gesehen" und "erkannt" haben, sondern einfach alle Informationen bekommen haben, der Zustand des anderen einfach mitgeteilt wurde. Eigentlich sieht aber ein Boxer seinen Gegner nur von vorne (meistens).





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