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Die ersten Erwähnungen in der Mitte des 17. Jhd. hatten politische Gründe. Die „externen“ Buddhistischen KK waren den „internen“ daoistischen, und damit chinesischen, KK unterlegen. Die inneren setzten auf ein „größeres, tieferes, Verständnis“ und waren deswegen supi. Die Mandschus repräsentieren den Buddhismus und waren die doofen Ausländer die jetzt an der Macht waren...
Hört sich für mich irgendwie erstmal schon ein wenig komisch an.... Aber es hat scheinbar ein gelehrter Man geschrieben, der hoffentlich weiss was er das geschrieben hat

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Lorge, Peter in „Chinese Martial Arts“, S. 195
Hat er irgendwelche (Primär)Quellen angegeben wo man das mal nachvollziehen kann. Hab das Buch nicht.

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Die Trennung zum Ende der Qing-Zeit, bzw. in der Zeit danach, hatte wieder was politisches, als Intellektuelle wie Sun Lu Tang die KK verkopften.
Egal ob TongBei, Baji, Bagua, XingYi, Yiquan, TaiChi etc., alle KK waren einmal zum Töten gedacht und hatten die Trainingstools das auszubilden.
Politik, geänderte Kriegsführung und Marketing hat dann dazu geführt dass „Internal“ heute für Gesundheit, Weichheit und Esoquatsch steht...
Nur vergisst man dabei oft, wie Du ja eigentlich schon angedeutet hast, dass all die großen Meister mit ihren legendenhaften Geschichten in der kompletten chin. Geschichtsschreibung keine Erwähnung finden (während es eben schon Berichte von allen möglichen anderen gibt die KK als Broterwerb professionell ausübten. Nur wren die halt ziemlich unspektakulär). Das muss man schon Mal zur Kenntnis nehmen: also Dong Haichuan, Yang Luchan, die Chen-Familie und co, also teils Leute in der Palastwache und die am Kaiserhof unterrichtet haben, wenn die wirklich so krass waren, warum gibt es von ihnen überhaupt keine konkrete Spuren? Für mich liegt es Nahe, dass dieses Problem halt mindestens schon über 100 Jahre alt ist. Die ganze Sache mit den Formen lässt sich meines Wissens halt auch nicht so weit zurückverfolgen. Also bei dem Fleiß den die chinesische Geschichtsschreibung durch die Jahrtausende an den Tag gelegt hat und was auch sonst an Abhandlungen jeder Art geschrieben wurden, muss man sich schon Mal fragen, war das jetzt weil alles so geheim war? Oder weil es einfach nie wichtig war und eben einfach nur als Nationalsport und zur Körperertüchtigung Ende der Qingzeit und dann vor allem in der Republikzeit wichtig wurde. Man wollte eben nicht der "kranke Mann Asiens" sein und erstarken...

Alles davor, da geb ich Dir recht, da waren halt Waffen und töten primär wichtig. Aber die hat man halt zielorientiert trainiert und nicht über Formen, Techniken und Anwendungen.

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Diese ganze Trennung ist kompletter Blödsinn. Alle CMA haben zu einem gewissen Anteil „innere“ und „äußere“ Elemente. Wann welche Aspekte unterrichtet werden ist noch nicht einmal stilabhängig, sondern Lehrer abhängig und manchmal sogar einfach nur epochenabhängig.
Seh ich auch so. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass im Prinzip jede Kampfkunst prinzipiell beides in sich trägt und das kein Monopol der chin. KK ist. Wie Du sagst, es kommt halt drauf an wie tief man sich mit seiner Materie auseinandersetzt. Und ich bin mir sicher, da gab es zu jederzeit in den verschiedensten Ecken der Erde immer wieder Naturtalente und geniale Menschen. Trotzdem kann man am Ende eben doch auch qualitative Unterschiede festmachen. Daher wird sich dieses Streitthema wohl auch ewig halten. Irgendwie ist da halt auch was, was doch nicht so ganz von der Hand zu weisen ist. Nur wird man es halt meistens nicht da finden wo es groß propagiert wird.