[QUOTE=kanken;3821218]Die ersten Erwähnungen in der Mitte des 17. Jhd. hatten politische Gründe. Die „externen“ Buddhistischen KK waren den „internen“ daoistischen, und damit chinesischen, KK unterlegen. Die inneren setzten auf ein „größeres, tieferes, Verständnis“ und waren deswegen supi. Die Mandschus repräsentieren den Buddhismus und waren die doofen Ausländer die jetzt an der Macht waren...
Lorge, Peter in „Chinese Martial Arts“, S. 195For anti- or non-Buddhist Ming loyalists, Shaolin and Buddhism offered a shorthand for foreigners and the Manchus. Chinese power was internal and concealed, but superior. Internal martial arts was part of a Chinese discourse about identity and political loyalties rather than a transparent description of practice. The Qing Dynasty literature on the martial arts was inflected from its very beginning by the politics of the change from Chinese to Manchu rule.
Wie gesagt, das hört sich für mich jetzt erstmal ein wenig platt an. Man muss bedenken, dass der Buddhismus am Ende der Ming voll etabliert war, sich mit dem Chan/Zen sogar ein genuin chin. Buddhismus entwickelt hat und dass es die Zeit der Synthese der drei großen Religionen war. Es gab sogar Tempel der "3 Religionen". Diese Synthese ist vor allem vom Daoistischen, alchemistischen Lager propagiert worden. Zumindest gibt es zig daoistische Klassiker über Innere Alchemie, die die Einheit der drei Lehren propagieren. Auf buddhistischer Seite fällt mir da gerade nur ein Klassiker über das Yijing aus buddhistischer Perspektive geschrieben, ein. Ende Ming Anfang Qing, das war eher schon der Konflikt mit den Ausländern (Engländer und co) und dem Christentum.
Ich hab das mit der KK-Geschichte wie gesagt jetzt nicht alles parat. Aber vielleicht kannst du da ja irgendwie aus deinen Quellen klären wie das ist. Ich fänds interessant. Soweit ich weiss ist da halt einfach ein großes Loch. Huang Zongxi (Wang Zhengnan) und dann erstmal nichts.... Bis Ende Qing Anfang Republik und vor allem mit der Gründung der nationalen KK-Akademien, da ging die Teilung in Wudang/Shaolin bzw. Inneres/Äusseres irgendwie viral --- und war in dieser Zeit definitiv ideologisch und an den Haaren herbeigezogen.




