Zitat Zitat von Kusagras Beitrag anzeigen
Wenn der Bademeister eine klare Ansage machte, dann hat man gespurt. Heute müssen die vermutlich mannigfaltige Deeskalations-Kurse machen, um nur ja nicht den falschen Ton zu treffen, der dann KH-Aufenthalt òder Schlimmeres zur Folge hat.
Auch eine meiner Beobachtungen. Heutzutage wird gar nicht mehr diskutiert oder versucht zu deeskalieren. Jeder nimmt gleich eine feste Position ein und meint er ist im Recht. Bloß nicht zurückweichen oder zugeben, daß man falsch liegt ... " Never back down " und ich muß meine Position durchsetzen bzw. verteidigen.

Ist es die Entwicklung hin zu einer immer stärkeren Individualisierung ? Ein Zerfall der Gesellschaft in immer heterogener Gruppen ? Und was hält alles am Ende zusammen ? Oder ist es nur noch ein großes Nebeneinanderher und jeder lebt in seiner Blase ?
Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit einer Bekannten. Die ist u.a. " Jobcoach " und hilft Leuten bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen. Nun gut ... wir kamen auf das Thema Digitalisierung zusprechen und der Theorie, daß ganz viele Arbeitsplätze wegfallen könnten. Jetzt dient die Arbeit aber nicht nur zum Broterwerb, sondern verschiedene Gruppen begegnen sich dort. Wenn das jetzt auch noch wegfällt ... Sitzen wir dann alle mit unserem bedingungslosem Grundeinkommen, Netflix, Zigaretten, TK-Pizza und Dosenbier in unseren Wohnungen ? Arbeit gibt es nur noch für Spezialisten und einige wenige einfache Tätigkeiten, für die es nicht lohnt, sie zu digitalisieren ?

Was wird daß denn für eine Gesellschaft ? Irgendwann reichen " Brot und Spiele " dann nicht mehr. Die Leute wollen dann Nervenkitzel und den werden sie sich holen. Gleich welcher Art. Oder kriegen wir die Kurve und verlaßen unser Schneckenhaus und sprechen mal wieder mit dem Nachbarn ?