Nochmal ein bisschen Eindruck von mir.
Dass es so was wie Koryû gibt, habe ich wohl Anfang der 90er-Jahre erfahren, hauptsächlich durch die Bücher von Draeger und das Buch Der Weg des Kriegers von Howard Reid und Michael Croucher. Aber wirklich verstanden oder einordnen konnte ich das damals definitiv nicht.
Dann war das Thema für mich eigentlich lange ganz vergessen; nicht zuletzt, weil es weder in Ansbach, noch in Nürnberg oder in München damals Koryû gab. Bzw. ich wenn dann auch nichts davon mitbekommen hatte (war ja noch vor Internet...). Hatte mal ein-zwei Jahre Kendo gemacht, und ein Freund hatte sich in München an den Thomas Preston drangehängt; aber mehr war da nicht.
So wirklich als eigenständige Traditionen mit spezieller Lehrweise bewusst geworden sind mir die Koryû eigentlich erst ab Ende des ersten Jahrzehnts der 2000er-Jahre.
In meinem Kampfkunst-Freundeskreis sind aber viele, die obwohl sie sich ihr Leben lang mit KK beschäftigen und vieles gemacht haben, Koryû Null komm Null auf dem Schirm haben, meist nicht mal den Begriff kennen (Budô und Bushidô natürlich hingegen schon), und auch keine Vorstellung davon haben, was daran interessant sein könnte für sie und was nicht.
Dafür sind sie halt letztlich viel zu gering vertreten und bekannt in Deutschland, auch wenn es jetzt natürlich schon einige Möglichkeiten gibt.