Ich sehe es als Lehrer ohne die Brille der persönlichen Betroffenheit. Weil ich nicht mittendrin bin, sondern als Außenstehender beobachte.
Dabei nehme ich verschiedene Typen von Charakteren bei meinen Schülern wahr und denke, mir nach zehn Jahren Schuldienst da mittlerweile auch ein relativ objektives Urteil bilden zu können. Dabei war ich aber in der Tat nicht, da hast du recht.
Was ich mit ziemlicher Sicherheit weiß, ist, dass in eurem Sportunterricht keine "mehr oder weniger Prügeleien" stattgefunden haben, sondern das solche Äußerungen wohl eher deiner rückblickend etwas verklärten Erinnerung geschuldet sind. Dass es etwas ruppiger beim Ballspielen zugehen kann, keine Frage.
"So genannte Bessere..." waren schonmal häufiger am Ball als du und damit besser, was Ballkontakte angeht. Ansonsten sollst du dich bemühen, AKTIV zum Ball zu gehen, und nicht PASSIV darauf zu warten, dass dir einer den Ball zuspielt. Wenn man sich besonders anstrengt, schafft man es vielleicht sogar mal, dem Gegner den Ball abzunehmen. Ballspiele haben zumeist einen Wettkampfcharakter. Da geht nicht so sehr um Harmonie zwischen den Spielenden, wie du dir das vielleicht vorstellst.
Kommt darauf an, was seine Zielsetzung war. Wenn ich möchte, dass du lernst dich gegen andere durchzusetzen, würde ich auch nicht darauf einwirken, dass dir artig der Ball zugeworfen wird. Ganz im Gegenteil, wenn ich sehe, dass du nur auf dem Feld rumstehst, würde ich dir verbal Beine machen.
Mal davon ab, wird euer Sportunterricht aber auch nicht nur aus Ballspielen bestanden haben. Es gibt ja auch Individualsportarten, wo man unabhängig von den anderen seine Leistungen erbringen kann.
Was hätte dich daran gehindert, in deiner Freizeit Sport zu machen um so Defizite auszugleichen? Oder dem Vereinssport beizutreten?
Halte ich jetzt mal für ein Gerücht, dass es zu deiner Schulzeit im Sportunterricht keinerlei Förderung oder Unterstützung durch die Sportlehrer gab. Genauso wird es bei euch Sport AGs gegeben haben, wo man seine körperliche Leistungsfähigkeit hätte verbessern können.
Wie oft bist du denn in oder nach der Unterrichststunde zum Lehrer gegangen, um dir was erklären zu lassen? Und wie oft hat dein Sportlehrer das dann abgeschmettert? Mit welcher Begründung?
In Mathe muss man vorallem viel Üben, gerade wenn es einem nicht so liegt. So wie auch im Sport. Was hat dich für Mathe motiviert und für Sport nicht? Was war für dich ausschlaggebend, in deiner Freizeit doch irgendwann mit Sport anzufangen?
Mag sein. Schön, dass du Ängste überwinden konntest. In Mathe standest du nie an der Tafel und musstest was vorrechnen? In Deutsch ein Gedicht vor der Klasse vortragen? In Musik ein Lied singen? Kann mir nicht vorstellen, dass es in anderen Fächern nicht ähnliche Situationen gab, wo man sich überwinden musste und die ganze Klasse einen dabei angestarrt hat.
Ansonsten kann man die, die "höhnisch rumplärren" auch einfach mal beim Lehrer melden. Das sind dann schnell auch mal die, die selber was vorturnen dürfen, oder einfach aus dem Unterricht rausfliegen.
Du scheinst sehr negativ geprägt von irgendwelchen Erfahrungen mit Ballspielen, und brichst jetzt den Sportunterricht deines ganzen Schülerdaseins darauf runter. Ich kann mir, wie gesagt, beim besten Willen nicht vorstellen, dass euer gesamter Sportunterricht nur aus Ballspielen bestanden hat.
Deine Meinung sei dir unbenommen. Sie scheint mir halt extrem eingefärbt, durch irgendwelche Negativerlebnisse.
Schade natürlich, dass es so ist.
Wie würdest du Durchsetzungsfähigkeit, Frustrationstoleranz und Wettkampfgedanke in heutigem Sportunterricht umsetzen wollen?






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