Zweites kurzes Update zum Haumesser-Test: ich habe den Parang nun auf eine komplett ballige Schneide umgeschliffen. Im heutigen Vergleich - abgelagerte Abfallstücke aus Kornelkirsche, Schwarzdorn, rotem Hartriegel und Waxwood quer zur Faser durchhacken - hat er damit klar besser abgeschnitten (no pun intended) als das CS Kukri. Die Gertel hat eine mit dem Parang vergleichbare Schnittleistung (Kunststück, die Klingengeometrie ist auf praktisch identisch), war heute aber klar im Nachteil, weil man damit nur sehr eingeschränkt am Hackstock arbeiten kann. Am schlechtesten geschlagen hat sich ein kleines Gränsfors Handbeil, das bindet erheblich stärker im Holz als die drei anderen Kandidaten - und hatte zudem als einziges gut sichtbare Ausbrüche an der Schneide, obwohl es die massivste Schneidengeometrie im Test hatte.
Zur Illustration der Schneidleistung: durch ein 3.2-3.5 cm dickes Stück Waxwood (ein Stück von einem Bo) komme ich am Hackstock mit dem Parang mit einem einzigen Rückhandschlag komplett durch. Gegen Ende hin war der Schnitt allerdings nicht mehr ganz sauber und das Holz splittert, wenn überhaupt hängen die Stücke dann aber nur noch an einzelnen Fasern zusammen. Waxwood fühlt sich beim Hacken tatsächlich eher an wie Hasel als wie Esche. Ebenfalls mit einem Schlag kommt man durch 2-2.5 cm Schwarzdorn (problemlos), 2.5+ cm Hartriegel (nicht ganz einfach), 2.5 cm Hasel (problemlos) und - in einem einzigen Fall, sonst nur etwa halb oder zwei Drittel - durch 2 cm Kornelkirsche. Kornel war das klar zäheste Holz im Test, die Schnittflächen waren die saubersten und kleinsten (ähnlich, wie wenn man Horn oder Knochen hackt), es neigt aber dazu, längs extrem scharfkantig zu splittern (gar keine so schlechte Tendenz für einige Einsatzgebiete - könnte die historische Präferenz bei Speerschäften mit erklären). Das zweitzäheste Holz war roter Hartriegel (ähnliche Tendenz zum Splittern, aber weniger scharfkantig), gefolgt von Schwarzdorn (auffallend wenig Splitter, aber ich bin auch immer sauber durchgekommen und Splitter gibt es vor allem bei teilweisem Eindringen). Abgeschlagen folgen Waxwood und Hasel. Persönliches Fazit bezüglich Durchhacken von Stöcken quer zur Faser - das war eigentlich die primäre Absicht heute: "Harte" Blöcke gegen lange (>30 cm) und ggf. noch kopflastige Klingen kann man also allenfalls mit dicken (min. 3.5 cm) Stöcken aus ausgesuchten Harthölzern riskieren, "weiche" oder Fegeblöcke sind natürlich ein ganz anderes Thema.





Mit Zitat antworten