Dieser Schluss liegt nahe, da Pflanzenjauchen fast ausschließlich von Hobbygärtnern angewendet, und fast ausschließlich in Publikationen von und für Hobbygärtnern angepriesen werden.
Es gibt keine ernsthaften Studien, die sich mit Pflanzenernährung auf Basis von Pflanzenjauche beschäftigen.
Zwar werden die im Biolandbau, bzw. in biodynamischen Landwirtschaft verwendet, da finden sich dann aber auch sehr obskure und zweifelhafte Ideen wieder.
Im allgemeinen fallen Pflanzenjauchen eher unter den Begriff "Stärkungsmittel", da bestimmten Inhaltsstoffen stärkende Wirkungen zugeschrieben werden.
Das in den Jauchen die für die Pflanzenernährung notwendigen Mineralstoffe in ausreichender Menge, und der erforderlichen Zusammensetzung vorhanden sind, bezweifle ich.
Ein Grundsatz der Düngung ist das Minimumgesetz, der beschränkende Faktor ist diejenige Ressource die am knappsten vorhanden ist.
Wenn du z.B. Tomaten Düngen willst, brauchst du eine bestimmte Zusammensetzung der Mineralstoffe, und wenn einer davon nicht vorhanden ist, kannst du von den anderen zwar genug haben, aber das Wachstum bleibt trotzdem eingeschränkt.
Wenn du also ein gute Ernte hattest, kann deine Pflanzenjauche dazu beigetragen haben, aber nur wenn die Mineralstoffe in ausreichender Form verfügbar waren, und das waren sie sicher nicht in deiner Jauche.
Früher war z.B. das Thema Stickstoff sehr wichtig, seit der Entwicklung des Stickstoffdüngers gab es diesen limitierenden Faktor nicht mehr.
Heute haben wir schon so viel Stickstoffeintrag aus der Luft, dass man den Stickstoffdünger fast nicht mehr braucht. Aber die Gülle muss ja irgendwo hin...
Noch zur Ergänzung:
Gemäß deutschem Pflanzenschutzgesetz § 2 Nr. 10 gelten als Pflanzenstärkungsmittel Stoffe und Gemische einschließlich Mikroorganismen, die ausschließlich dazu bestimmt sind, allgemein der Gesundhaltung der Pflanze zu dienen, soweit sie nicht Pflanzenschutzmittel nach Artikel 2 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 (Pflanzenschutzmittelverordnung) sind. Auch Stoffe und Gemische, die dazu bestimmt sind, Pflanzen vor nichtparasitären Beeinträchtigungen wie Frost oder erhöhter Verdunstung zu schützen, zählen nunmehr zu den Pflanzenstärkungsmitteln.
Pflanzenhifsmittel nach dem Düngesetz sind:
Stoffe ohne wesentlichen Nährstoffgehalt, die dazu bestimmt sind, auf Pflanzen biologisch oder chemisch einzuwirken, um einen pflanzenbaulichen, produktionstechnischen oder anwendungstechnischen Nutzen zu erzielen, soweit sie nicht Pflanzenstärkungsmittel im Sinne des § 2 Nummer 10 des Pflanzenschutzgesetzes sind






Mit Zitat antworten