Wie Nagonomori schon schrieb, ist die Abwesenheit von Rüstungen bei Kata kein Hinweis auf den Ursprung der Techniken. Es ist auch immer noch eine Seltenheit, dass Rüstungstechniken regelmäßig mit Rüstung trainiert werden, da die Dinger einfach auch nicht günstig sind.
Zum Video: Es wird schon anhand der Bewegungsqualität deutlich, dass der Trainer einige Zeit in seinem System trainiert. Der Aufbau wirkt etwas merkwürdig, da im Zweiersetting von "einzelnen Techniken" gesprochen wird. Wer koryu kenjutsu kennt, wird wissen, dass der Großteil des Trainings in Kata abläuft. Diese sind in der Regel komplexer und strukturierter als die Technik-Übungen, die da gezeigt werden. In Kata werden in der Regel nicht nur Techniken, sondern auch Strategien transportiert. Etwas, was ich hier nicht erkennen kann, insbesondere auch im "freien Kampf" nicht. Das sieht mir mehr nach HEMA Freikampf aus, als nach koryu bujutsu.
Solange es nicht als authentisch verkauft wird (was es nicht wird) und offen kommuniziert wird, dass der Trainer sich das ausgedacht hat, sehe ich da kein großes Problem. Wären da nicht die ganzen historischen Ungenauigkeiten: Das daisho (Schwertpaar mit tachi/katana und wakizashi) erlebte seine Blütezeit in der Edo-Periode (Koshirae; Sesko, 2012; S.139) und wird frühestens Ende der Muromachi-Periode [etwa 1336–1573] erwähnt (ebd., S.123ff). Es macht also irgendwie keinen Sinn, von 14 Jdh. und "Katana und Wakizashi" zu schreiben. Auch machen die gezeigten Techniken gegen Yoroi eher wenig Sinn (Stichwort große Schwert-Angriffe gegen den behelmten Kopf). Aber genau das müssten Techniken des 14. Jhds. eigentlich gewährleisten können, sind diese unverändert ins heute übermittelt/übertragen.





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