
Zitat von
ThomasL
Nach dem was ich mal gelernt habe sollte man nach einen Techniktraining zum Erlenen neuer Bewegungsmuster auf keinen Fall hinterher noch etwas anderes trainieren (da dies das Abspeichern neuer Bewegungsmuster negativ beeinflussen soll). Ob dies noch der aktuellen Lehrmeinung entspricht kann ich nicht sagen.
@Cam67: .
Ich bin immer ein wenig auf Kriegsfuss mt "auf keinen Fall" .
Es stimmt das der Körper in Ruhe lernt , also daß das Einhalten von Pausen , und da sind schon Pauseneinheiten von ca.30 sekunden sehr wertvoll im Lerntraining selber. Z.b. beim Lernen von Kombinationen , beim Lernen neuer Abläufe . Ebenso lernt der Körper (verarbeitet die Reize ) dann in den nächsten Tagen nach dem Training . Aber ob das nachfolgende Krafttraining dein Techniktraining zu stark stört , hängt auch davon ab , wie Feinkoordiniert das Techniktraining war .
Werden erstmal grundsätzliche Bewegungsmuster neu gelernt , sind die eh am Anfang grob koordiniert. da geht es mehr um das Konfrontieren mit allgemeinen Muster der neuen Technik und keine Feinarbeit.
Zumindest bei mir in meiner Arbeit mit den leuten hat sich ein moderates Krafttraining , nach einem Techniktraining , wo es erstmal darum geht grobe Abläufe zu erarbeiten , sich nicht negativ ausgewirkt . Moderates Krafttraining ist kein erschöpfendes , völlig auspowerndes Training .
Stell dir vor du lernst eine Koordination mit den Beinen , z.b. Kicks oder Schüsse beim Fussball , und darfst danach auf keinen Fall mit dem Fahrad 30 km nach Hause fahren ...... Kann man so rüber bringen , aber da würde ich nie dahinter stehen .
Wir reden hier nicht von Spitzensport und dann noch Sportarten wie Golf oder Tischtennis , Tennis usw. denn dort , würde ich dir recht geben und es auch nicht empfehlen , WENN gerade intensiv an Technik und Abläufe gefeilt wird .
So auch z.b. im kampfsport oder Kammpfkunst , wenn wie in der IMA Thematik ganz gezielt , ganz fein an Koordination von Strukturen in dir gearbeitet wird . DORT wäre es wirklich kontraproduktiv ...danach noch Krafttraining zu machen .
Wenn jemand gerade die Tomoe nage , ein Uki Goshi gezeigt wurde oder ein pak sao plus Fauststoss usw. und das Ganze dann ein paarmal im Training grob wiederholt wurde ,und danach noch Krafttraining stattfindet , dann verliert der nicht gleich den erlernten Ablauf und sehr viel gröber wird der auch nicht mehr . Anfangs ..
Deshalb immer gucken in welcher Phase der Trainierende steckt .
Hmh, doch noch ne Zeile dazu .
Wenn du z.b. einen bestimmten Technik wie einen Fauststoss neu lernst ,dann würde ich auch sagen , nie erschöpfend das trainieren . Denn je mehr Erschöpfung desto mehr fällt man aus dem sich zu erarbeitenden Bewegungsmuster raus und benutzt alte vertraute Muster die schon Ökonomisiert sind . Und das kann man sich ganz fix so antrainieren das es später nur noch schlecht und mit viel Aufwand zu korrigieren ist . Der Knackpunkt ist hier die Erschöpfung.
Macht man nach einem Nichterschöpfenden Techniktraining noch moderates Krafttraining , ruft man andere Bewegungsmuster GEZIELT ab . Das bedeutet , da beisst sich nichts und sie konkurieren auch nicht , WEIL ich ja den aktuellen Bewegsungsablauf , wie z.b. Liegestütze oder Trizepsdrücken in genau DER Form abrufen will. Ich will ihn ja nicht verändern , willl ihn nicht neu koordinieren. ebenso wie die Fausstosstechnik da nicht reinfällt und beachtet werden muss. und auch dieses Krafttraining nicht erschöpfend ist . (moderat) . vergleiche es z.b. nicht mit deinem intensiven BB Training.
Wir haben nach dem Judotraining oft noch eine Krafteinheit mit Gewichte gemacht , aber wie gesagt nicht völlig erschöpfend ...und nicht an Tagen wo vorher schon erschöpfendes Techniktraining statt fand .
Woher kommt dies Unterscheidung zwischen Schnell- und Explosivkraft? Hintergrund: Ich habe vor kurze einen Fachartikel über Krafttraining gelesen in dem das was du hier als Explosivkraft bezeichnest auch als eine Form von Schnellkraft bezeichnet wurde
So hab ich es noch in Trainingslehre vermittelt bekommen. Ob heute nun Explosivkraft als eine Form der Schnellkraft strukturell gelehrt wird , keine Ahnung , aber die zwei Bereiche sind in meiner Trainererfahrung durchaus auch praktisch unterscheidbar und somit auch das hinführende Training . Und ja , wie schon erwähnt gehen sie Hand in Hand ineinander über .
Trainiere ich aber gezielt auf Explosivkraft ,dann wähle ich halt keine leichten Gewichte in den Kraftübungen und mache eine dynamische , beschleunigende Ausführung . Du siehst der Geschwindigkeitsaspekt ist auch dort mit drin .
Anreissen , Umsetzen , dynamische Kniebeuge , dynamische Kreuzhebe , Wurfttraining mit Puppe usw.
Es geht darum so schnell wie möglich eine hohe bis sehr hohe Rekrutierung (= Spannung ) zu erreichen ,....das funktioniert nicht mit leichten Gewichten ...hohes Gewicht setzt aber natürlich auch die Geschwindigkeit runter ,
Schnellkrafttraining erfolgt dann für mich mit kleinen Widerständen ...Bruststoßen auf der Bank mit leerer Stange , wechselseitiges Knieanreissen , Fokus halt Geschwindigkeit , um schnell zu werden muss man halt schnell trainieren ...glaube da stimmen viele zu ..
Für mich bis heute klar getrennte und klar mit einander verbundene Dinge und so bau ich es auch ins Training ein. sonst erhalte ich nur Gemüsesuppe , also von allem etwas. Kann jeder anders sehen , aber so kommuniziere ich es auch und so betrachte ich Übungen bis heute .
Geändert von Cam67 (24-01-2023 um 18:58 Uhr)
Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)