
Zitat von
Kusagras
Deshalb ist nicht falsch. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt ist die Perspektive auf historische Ereignisse immer eine Angelesene. Gnaz einfach weil z.B. Zeitzeugen alle tot sind.
.
Kusagras bitte . Lies doch ein wenig genauer. Ich schrieb nichts von falsch . Ich sagte , wenn man etwas liest , dann sind das erstmal nur Informationen . Es wird erst zu Wissen für dich oder mich , wenn ich es verarbeite , wenn ich mich hinein begebe , es verstehe .... Tue ich das nicht , dann hab ich nur nachgebrabbelt und verkaufe das Nachgelaberte als Wissen ..
Und wenn man ehrlich ist , läuft Vieles auch im Alltag , genauso ab . Für den Alltagsgebrauch ist das auch sinnvoll, um Handlungsfähig zu bleiben , da überprüft man nicht alles ....aber wenn es um den Austausch von Wissen z.b. geht , um Gespräche zu bestimmten tieferen themenbereiche , da sollte schon ein wenig mehr sein als nur mal gelesen ..da sollte ein gewisses Verständnis herrschen und das kommt nicht durch auswendig lernen oder einfach mal gelesen.
Auch mit geschichtlichen Fakten und Hinweisen ist es nicht anders . Daten aus Carbondatierungen geben Hinweise , alte Texte geben Hinweise , dann wird verglichen und geguckt was man als Faktenwissen betrachten kann , der Rest bleibt Vermutung anhand des derzeitigen Wissensstandes . und so wird es auch oft genug ehrlicherweise kommuniziert. da heist es dann , "wir vemuten ... wir glauben ....Man ist der Meinung ... usw. " ist auch ok.
Was wiederum in der Geschichte z.B. wiederum viel weiteres Lesen erfordert, um alternierende oder bestätigende Informationen zu bekommen. Einzelne Erfahrungen, auch Leseerfahrungen, reichen da natürlich nicht.
Das Gelesene wird verglichen , eingeordnet , zugeordnet ...DAS ist doch schon Teil des Verarbeitens . Aber es wird immer ein Fremdwissen bleiben ,solange es nur gelesen ist . also nicht dein Eigenes . Es ist etwas Überbrachtes , überliefertes , Berichtetes von Anderen ... DAS sollte verglichen werden mit konkreten Erfahrungswissen , WENN es geht , weil es in kürzerer Geschichte liegt . Wenn es nicht geht , sind wir , wie oben dann sehr schnell wieder im Bereich , "wir vermuten ...wir glauben ... wir denken..." ...gerade Geschichte ist voll davon .
Teilweise liegt das auch an der Materie: Namen von anatomischen Strukturen z.B. lernt man eben auch auswending. Natürlich bietet sich es an, dort wo es machbar ist, Anatomie bzw. Muskel- und Gelenkfunktion anhand von z.B. Bewegungen zu zeigen und zu lernen. Ein guter Unterricht macht das
Öhm nein , es liegt nie an der Materie , wenn es ums verstehen geht .
Natürlich lernt man erstmal die Namen der Muskeln , lernt wo Ursprung und Ansatz liegt und vieles davon verlernt man wieder , wenn man nicht jeden Tag damit umgeht ...DAS hat aber nichts mit Verstehen und dem daraus entstehenden Wissen zu tun . das ist bis dahin bestenfalls nur ein Faktenwissen , das sind Informationen die man sich eingetrichtert hat .
Wissen entsteht erst dann , wenn ich z.b. Verstanden hab wie ein Muskel funktioniert , wie die Lage von Ursprung und Ansatz die Funktionen bestimmt .Dazu brauche ich aber auch ein Verständnis des Aufbaues des/der beteiligten Gelenkes . Hab ich das verstanden , kann ich anhand ihrer Lage von Ursprung und Ansatz und Verlauf des Muskels , ungefähr die Funktion hersagen ohne das ich den Namen des Muskels kenne. Das kann ich nicht , wenn ich einfach nur die Namen in einem Buch lese und mir Bilder ansehe , aber nicht verstehe , was ich sehe oder lese .
Wenn jemand nicht mal ansatzweise versteht wie ein Muskel funktioniert , weil er nur auswendig gelernt hat , dann passiert es eben , das dieser jemand nicht versteht , das ein Strecker sich nie streckt . Kein Muskel streckt sich . Dieser jemand hat nicht verstanden , daß das Strecken eine Funktion ist, die zwar als Muskelfunktion gilt ,aber sich auf das Gelenk bezieht . Der Muskel selber zieht sich immer nur zusammen und eine Streckfunktion entsteht nur durch die Art wie der Muskel am Gelenk ansetzt. .Beuger ziehen direkt , Strecker ziehen über einen Umlaufpunkt . . Deswegen gibt es dann auch eine Sperre im Gelenk, denn gäbe es sie nicht würde der Strecker ab einem bestimmten Punkt der Kontraktion wieder zu einem Beuger werden . im gleichen Gelenk
Der gerade Oberschenkelstrecker ist z.b. im Kniegelenk ein Strecker, aber im Hüftgelenk ein Beuger , aufgrund seines Verlaufes . Würde ein Muskel sich strecken können , dann würde dieser Muskel sich ausdehnen und zusammenziehen zur gleichen zeit . Diese Ungereimtheit fällt einem nicht auf wenn eben das Verständnis dazu fehlt . .. . Den Namen des Muskels schön in deutsch und latein gelernt zu haben hilft dir dann wenig , das verständnis fehlt immer noch ..
Und dieser Unterschied von Dinge mal lesen und hören , zu Dinge verstehen , ist etwas prinzipielles . Dieser Unterschied ist in jedem Fachbereich , eigentlich in jedem Bereich des Lebens ansich zu finden . Informationen aufnehmen ,zu Informationen verarbeiten . Nur weil ich sie aufgenommen habe (gelesen ) bedeutet das nicht das sie auch verarbeitet wurden .
Geändert von Cam67 (06-02-2023 um 02:32 Uhr)
Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)