Zitat Zitat von Willi von der Heide Beitrag anzeigen
Darum wird ja in der Ausbildung auch daraufhin gearbeitet diese Voreingenommenheit dem Gegenüber hin auszuschalten. Wir alle haben eine bestimmte Prägung, jeder hat andere Wert- und Moralvorstellungen. Jemand der ein Graffitti sprüht, begeht zwar eine Sachbeschädigung muß aber im Grunde kein schlechter Mensch sein. Es gibt einen Grund warum er das tut. Ich habe heute mit einem Bekannten ( Polizist mit über 30 Dienstjahren ) telefoniert und auch über diesen Fall gesprochen. Er erzählte mir von Demos bei denen er eingesetzt war und wie er immer wieder den Dialog suchte mit den Demonstranten. Im Gespräch 1 zu 1 konnte er viele Vorurteile und Falschannahmen aus dem Weg räumen. Von den jungen Anwärtern wird in der Ausbildung viel abverlangt. Aber sie müssen eben ihre eigenen Erfahrungen machen und Menschenkenntnis entwickeln. Aber eben immer im Hinterkopf haben: Da steht ein Mensch vor mir. Der ist im Grunde wie ich. Der hat mal Angst, ist verunsichert oder auch einfach mal " schlecht drauf ". Trotzdem muß ich ihn so behandeln, wie ich selber behandelt werden möchte. Was bedeutet mir Gerechtigkeit und wie möchte ich sie erfahren ? Wenn man das den Jüngeren mitgeben kann und sie sich daran - und ihren Wertekanon - halten, dann wird das auch klappen.

In der Uniform steckt auch immer nur ein Mensch.
Ja, definitiv. Gleichzeitig gibts Grenzen, wenn die für einen "schmerzhaft" (umfassen zu verstehen), bedrängend, verunsichernd etc. überschritten sind, dann fühlt man sich zu einer (Re-) Aktion veranlasst. Ich denke, da laufen dann Automatismen - trainierte und und untrainierte - ab, das kann man dann gar nicht mehr kontrollieren.