
Zitat von
Axel
Kann dem, was hier auch geschrieben wurde, nur zustimmen. Mein Sohn ist auch 4 Jahre alt und ich liebäugle damit, ihn früher oder später zum Judo oder BJJ (Kindergruppe) zu bringen, wenn er denn Spaß dran hat. Wichtig bei solchen Kindergruppen wäre mir, dass die Trainer entsprechend qualifiziert sind bzw. im Umgang mit kleinen Kindern erfahren sind.
Zum Thema SV / Selbstbehauptung: Hier geht es nicht um körperliche Dinge, sondern geistige, emotionale Sachen:
1. Urvertrauen: Das Kind muss das Vertrauen haben, mit allem zu seinen Eltern kommen zu können und sich dort behütet zu fühlen.
2. Wurde schon angesprochen: Nein sagen! Das Kind darf sagen, wenn etwas ihm nicht gefällt. Und dann ist auch aufzuhören.
3. Das kann man jetzt unterschiedlich benennen und gehört zu 2: Achtsamkeit lernen / Gefühle spüren / auf die Intuition hören -> Damit meine ich, dass das Kind lernt, seinen Gefühlen zu vertrauen (bzw. eigentlich machen das Kinder schon, aber es besteht die Gefahr, dass die Intuition unterdrückt wird) Das Kind soll aussprechen dürfen, wenn es sich in einer Situation nicht wohl fühlt oder sie sich komisch anfühlt.
4. Grenzen bei Körperberührungen abstecken und dem Kind klar machen: Da darf dich niemand anders berühren. (Oder auch: Du darfst da nicht einfach jemand anders berühren)
5. Mit ihm "Strategien" für bestimmte Situationen kindgerecht besprechen, beispielsweise wenn das Kind von seinen Eltern getrennt wurde. Beispielsweise hat eine Bekannte von mir mit ihrem Sohn ausgemacht: Wenn du Mama und Papa nicht mehr siehst und nicht weißt, wo sie sind, dann bleibe da, wo du bist, Mama und Papa suchen dich dann.
6. Und natürlich das Selbstwertgefühl des Kindes pflegen und wachsen lassen: Du bist gut so wie du bist.
Man kann also eine Menge schon machen, wenn man sowas nicht sowieso schon mit seinem Kind macht.
Du hattest noch gefragt, wann denn Selbstverteidigung / Selbstbehauptung Sinn ergibt.
Die Frage wäre, was verstehst du denn darunter und in welchem Kontext? Als Schutz vor "Mobbing" durch andere Kinder (später in der Schule oder so?) oder als Schutz vor Übergriffe durch Erwachsene?
Im Rahmen der Selbstverteidigung ist der physische Aspekt, also das Kämpfen können, für mich einer der Aspekte mit niedriger Priorität. Vorher kommen diverse andere Punkte, um präventiv Situationen zu vermeiden.
Als Schutz vor Mobbing sind die bereits genannten Punkte 1 bis 6 schon eine sehr gute Sache.