Im Grunde ist es doch ganz einfach. Was ist die Zielsetzung? Will man in einem kurzen Zeitraum möglichst viele Punkte holen und gewinnen? Dann sollte der Fokus beim Kämpfen nicht auf Escapes liegen, weil man im Wettkampf viel zu wenig Zeit hat und Punktrückstände kaum aufzuholen sind.

Will man ohne Zeitlimit auch gegen jüngere und Stärkere Partner gut mithalten können? Dann braucht man defintiv Escapes. Wenn ich mit meinem 20 Jahre jüngeren Blackbelt rolle, der schwerer ist und deutlich mehr Kraft hat und diese (weil Verletzungsfrei) auch unbekümmert einsetzen kann, dann wäre es das Dümmste zu versuchen, vollgas zu geben und ihn sofort in eine für mich dominante Position zu bringen. Das würde zu 99% nicht funktionieren, weil die körperlichen Voraussetzungen viel zu unterschiedlich sind.

Wenn mein Fokus aber auf Escapes, Prevention und Guard Retention liegt und ich mein Tempo niedrig halten kann, wenig Kraft brauche und trotzdem sicher bin, dann kann ich nicht nur ewig rollen, sondern habe eben auch die Zeit und die Chance selber Angriffe zu starten. Das geht aber nur, wenn ich mich in jeder Position in der ich bin wohlfühle, nur so kann ich mein Tempo niedrig halten.

Von daher sind Escapes essentiell, wenn man BJJ gegen jüngere, stärkere und schwerere Leute anwenden will.

Beim Wettkampf gegen körperlich gleichstarke Leute und einem extrem knappen Zeitfenster, stehen die offensiven Aspekte im Vordergrund. Punkte machen und eventuell einen Submission holen haben da Priorität.

Der Haken ist aber, niemand bekommt eine gute offensive Guard, wenn er schlechte Escapes hat. Warum? Weil er Angst hat gepasst zu werden, denn er weiß ja, das er dann nicht mehr aus der Position rauskommt. Von daher unterrichte ich immer, Escapes zu erst, alles andere kommt danach. Nicht nur das, bei mir wird in jeder Stunde auch Sparring aus defensiven Positionen gemacht. Im Wettkampf sollte man sich darauf fokussieren offensiv zu sein, um Training aber die Defensive zu so trainieren, das man selbstbewusst genug ist, Dinge zu riskieren, weil man weiß an kommt auch aus jeder noch so schlechten Position raus.

Ist aber auch nix Neues, machen ja Leute wie Danaher, Gordon, Tonnon, etc. genauso wie die Gracies, Mikelson, etc.