Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
Eigentlich ist dieser Faden hier doch super, um sich mal die Motivation und die Situation der „Budo-Szene“ anzuschaun, denn, wie hier ja auch schon gesagt, findet man diese Situation bei so gut wie allen Budo-Dojos

Die Leute gehen hin weil die Gruppe nett ist, sie sich dort wohl fühlen und das Training Spaß macht. Dazu kommt dann noch mehr oder weniger Asien-Feeling und „Real-Life-Samurai/Ninja/you name it- Feeling“.

Ein Großteil der Leute in solchen Gruppen hat kein Interesse an Wettkampf und ist weit weg von alltäglicher Gewalterfahrung, d.h. eine reale Überprüfung der eigenen Gewaltkompetenzen wird (und muss auch nicht) nicht stattfinden.

Da ein Großteil der Schulen so ein Klientel und so ein Training ausmacht wird die jeweilige KK auch so wahrgenommen und man postuliert dass sie niemals effektiv war.

Ist das denn so? Oder ist die KK einfach nur durch die Ausübenden „degeneriert“?

Ich glaube man muss der KK gegenüber so fair sein sich ihre Wurzeln anzuschauen und sich überlegen zu welchem Zeitpunkt in der Geschichte hat sie sich wie und warum verändert.
ich mag generell derartige allgemeinere betrachtungen. ich gebe dir auch hinsichtlich der meisten punkte grundsätzlich recht. das bbt ist aber ein besonderer fall, da hier die berühmte "degenerierung" oder verwässerung nicht - wie so oft in anderen kk - schleichend durch die hintertür über die jahrzehnte stattgefunden hat, sondern ab einem bestimmten punkt in den 1980er jahren quasi top-down vom großmeister verordnet stattfand.

bis in die 1970er hat selbiger wohl noch ziemlich kerniges "combat jujutsu" mit durchaus unkooperativen elementen unterrichtet, wo die leute entsprechend durch den wolf gedreht wurden, die, die das nicht abkonnten ausgesiebt wurden und die, die dabei geblieben sind, entsprechend was konnten. blöderweise wird man mangels verbreitungspotenzial von derartigem training so nicht reich und als einer seiner us-schüler ihm gezeigt hat, welches verbreitungspotenzial mit weniger kernigem training drin wäre, war kurze zeit später nur noch partner-kata angesagt. was der verbreitung und dem bankkonto sicher zuträglich war, dem kampfkönnen der schüler eher nicht. weshalb man nun den staus quo hat.

es gab dazu mal einen recht aufschlussreichen artikel von kostas dervenis namens "the secret history of the bujinkan", den ich aber leider nicht mehr finde... ( https://www.kampfkunst-board.info/fo...75#post3891175 )