Zitat Zitat von ZEN2021 Beitrag anzeigen
Alles zu seiner Zeit - als ich damals von der EWTO in andere Derivate wechselte, da war ich verwundert, dass hier auch die Sektionen vermittelt wurden. Also 1:1 wie bei der EWTO. Keine Innovation oder aber mal neue Wege. Mal 12 SG, mal 14 SG - aber darüber hinaus kamst du dort gar nicht. Das war eher das schnelle Geld und wir ziehen das Ganze in die Länge und (so viel Bashing darf sein), weil die Häuptlinge gar nicht über bestimmte Graduierungen hinaus waren, sondern sich "auch eine goldene Nase" verdienen wollten. Wo Geld liegt, da kommt Geld hin.

Grundlegend sind die Sektionen per se keine schlechte Idee und auch kein "böses" Trainingsgut - es sind Drills, wie in einer Vielzahl von anderen Kampfkünsten auch. Die Sektionen und das Programm an sich sind (meiner Meinung nach) aber nicht konsequent didaktisch aufbauend, angelehnt an die Formen. Demnach kein sich genetisch entwickelnder Aufbau und damit irgendwo auch Beliebigkeit. Schade. Wenn du das nämlich ordentlich machts (Mut zur Lücke!), dann wird die Sache auf einmal sehr schnell überschaubar. Warum? Naja, machen wir uns nichts vor - damit sollte das Mitglied lange Zeit bei der Stange gehalten, damit die "Kohlen" eingefahren werden. Und weil eben diese Intention im Hintergrund steht - verliert es für mich in seiner Gänze massiv an Wert.

Gretchenfrage: Wie füllt man denn die Trainingsabende? Die Leute zahlen, sie nehmen eine Dienstleistung in Anspruch und da muss geliefert werden. Zwei- oder sogar dreimal die Woche? Genau hier zeigt sich die damalige Genialität des obigen Programm-Sektions-Konzeptes von LT/KRK und gleichzeitig die Entwertung dieser Kampfkunst an sich. Sie konnten auf Grund der Programm-Sektionen liefern, haben dich beschäftigt - über Jahre. Ersparen wir uns die spirituelle Seite von wegen Sihing und Sifu - alles Zinnober. Darunter steckte und steckt das Geld - nicht mehr und nicht weniger. Als dann bemerkt wurde, dass sich die "Kunden" gar nicht mehr "verteidigen" (WT = SV) konnten (das ging so Ende der 90iger los - 1999/2000), wurde mal eben "Blitzdefence" eingeführt und ab da ging es im Grund nur noch in die falsche Richtung. Hinzu kam, dass die vielen selbsternannten Kleinhäuptlinge ("Ich habe eine eigene Schule. Ja, ich bin Sifu und bitte sprecht mich so an.") irgendwann bemerkt haben, dass sie in Sachen Geld auf keinen grünen Zweig kommen. Lirum larum - die 1. Sektion, für mich keine Stimmigkeit mit dem Wing Chun an sich und von daher alter Kaffee...
In deinem Text wird das Wort "Geld" bemerkenswert oft verwendet.

Es ist natürlich ärgerlich, wenn man vor 20+ Jahren für das WT-System Tausende von DM/Euros bezahlt hat und es das jetzt fast kostenlos gibt.

In deiner Erfahrung scheint Wing Tsun und Geld untrennbar und negativ miteinander verbunden zu sein.

Offensichtlich siehst du aufgrund schlechter Erfahrungen nicht mehr das Positive, das man heute aus Wing Tsun mitnehmen kann.

Aktuell kann man verbandsunabhängig für ein kleines Budget verschiedene Wing Tsun-Systeme studieren und trainieren (die Chi-Sao-Sektionen sind hierbei lediglich als didaktisches Hilfsmittel zu verstehen). D.h. die Zeiten waren nie besser wie jetzt um WT zu lernen.