Interessanter Ansatz, Integration WC Trapping in Linebacker Drills im American Football:
https://www.youtube.com/watch?v=obtcG9nWBKc
Interessanter Ansatz, Integration WC Trapping in Linebacker Drills im American Football:
https://www.youtube.com/watch?v=obtcG9nWBKc
Was mich immer bei diesen zurückkehrenden Diskussionen über Trapping wundert ist, das die meisten scheinen zu glauben, man könne eine endgültige Antwort geben. Oder man lässt es darauf hinaus laufen, dass Bruce Lee es aus seinem Repertoire fallen lassen hat und deshalb sollte jeder das auch tun. So zu denken ist so weit von der JKD-Idee entfernt wie es überhaupt möglich ist.
Fast der Einzige, der in diesem Thread mit der wirklich entscheidenden Frage beschäftigt - "Was will ich mit Trapping erreichen und erreiche ich das tatsächlich leichter so." Man muss ja erst fragen, ob man es überhaupt braucht. Jesse sagte mal über Tommy Carruthers, "Tommy doesn't need trapping - he is so fast he can just stand there an pot shoot people." Sind deine technischen und fysischen Voraussetzungen so, dass deine Hände auf keine Hindernisse stoßen, wenn du in der richtigen Distanz bist, dann ist is natürlich Zeitverschwendung Trapping zu üben - wenn du nicht, wie Tommy Carruthers, Leute darin unterrichtest.
Bruce war auch so schnell und so stark, dass er Trapping nicht mehr brauchte. Also hat er es liegen lassen.
Deine physischen Voraussetzungen können aber anders sein. Vielleicht brauchst du es doch. Vielleicht hast du auch das Talent darin gut zu werden. Dann übst du natürlich Trapping.
Vielleicht bist du nicht so talentiert, dass es die Aufwand Wert ist. Dann suchst du dir vielleicht nur das Leichteste davon aus.
DAS ist doch die Idee hinter dem Ganzen: Das auszusuchen, was am besten zu DEINEN speziellen Voraussetzungen passt, und genau DAS trainieren bis der Arzt kommt.
Ja, wer schnell ist und gut meiden/mitschlagen kann, braucht weniger Trapping.
Mit Waffen braucht aber eigentlich (fast?) jeder Trapping.
Ich bin langsamer geworden und benutze also mehr Trapping z.B. im Kickboxsparring als früher.
Nur wissen viele auch nicht, wie es geht, weil die Standardprogramme das nicht ganz liefern.
Ich habe mir mal vor einer Weile einen dabei abgebrochen, meinen Mit-Karateka im entsprechenden Unterforum zu vermitteln, wie ich kreisend blocke. Das funktionierte weniger, als das entsprechende Blocken im Sparring selbst.
Würde hier vielleicht anders sein.
Hm, also :
Um Man Sao und Wu Sao für mich funktionaler zu machen, habe ich die Handflächen nach unten gedreht und die Hände beide von der Mittellinie weggenommen.
So ist also der bekannte "Tunnel" da, mit dem ich Geraden einfach leicht gleichseitig nach innen abtappe/knapp pariere, statt nach außen zu meiden und gleich mitzuschlagen.
Der hintere Arm macht "Karateblöcke" der vordere ist der lang kreisende Scheibenwischer.
Zusammen sind sie die ersten beiden Kontakte vom Hubud-Lubud. Und die erfolgen dadurch, wenn, auch (fast) gleichzeitig.
Gibt's als Long Guard im MT standardmäßig.
Und die Shuto Uke Ausholposition im Shotokan liefert die bis zum erbrechen. Weil's der wichtigste Uke da ist.
Wir machen in den Karate Kata auch erstaunlich viele Uchi Uke/ Mittlere Blöcke. Weil das der wichtigste Block mit Bo/Speer ist.
Wobei Goju Ryu die Stockbewegung auf den Arm zu übertragen versucht und Shotokan immer noch so blockt, als sei der Stock noch da.
Als ich Kobudo gelernt habe, war in Ryukyu Stilen auch am Anfang der zentrale Block da. Gegen den zentralen Angriff : Den Stich.
Aber gegen Schläge aus Winkel 1 gab es eben den Block nach oben.
Im Bo Sparring habe ich jedoch schnell gemerkt, dass "Uchi Uke" auch nach oben der beste Block ist. Das wird aber in den üblichen Kumi Bo Geschichten verschleiert.
Im JKD ist z.B. eine Schwäche, dass wir da so tun, als würde Pak Sao auf den Ellenbogen funktionieren. Dabei bereitet es nur Split Entry vor.
Und Lap Sao mache ich auch besser von innen, als von außen.
So, vielleicht schreiben auch andere mal, wie sie ihr Trapping ins Laufen bringen.
Geändert von Gürteltier (01-04-2026 um 06:22 Uhr)
"We are voices in our head." - Deadpool
Desweiteren ist es ein Fehler, dass immer als eigene "Distanz" zu sehen. Oder halt Trapping auf "Wing Chun" Traps einzugrenzen. Trapping funktioniert auch im Clinchen oder am Boden. Man muss das nur mal mit Schlagen trainieren, dann kommt man ganz schnell dahin.
Ja, im clinch und Boden ist die Bindung aber immer inklusive.
Trapping im häufigen Disskussionsverständnis meint ja auch primär den Übergang in die Bindung und eine zeitweilige, entscheidene Dominanz dabei gegen einen mobilen schlagenden Gegner.
Wie arbeitest du da ? in dem Bereich des Stand up, in dem du dich vielleicht auch selber dominant aus der Bindung lösen willst.
"We are voices in our head." - Deadpool
Für mich ist Trapping das "Beseitigen von Hindernissen mit dem primären Ziel den Gegner zu schlagen". Mit "Bindung" kann ich leider nicht so viel anfangen.
"We are voices in our head." - Deadpool
Es kann ja auch beim Angreifen sein - die Klassiker: Straight Punch - Gegner pariert von Außen nach innen - linke Hand greift seine Linke Hand, drückt die nach unten sodass sie des Gegners rechte - Spannung in Angreifers rechte Hand wird ausgelöst in form einer Backfist. Die Bindung dauert vielleicht nur einige Bruchteile von einer Sekunde, aber reicht aus für eine Trefferserie.
Oder der Ping-choi - der ganz eindeutig mit den Karate-Ausübern alls "Zielgruppe": Gegner mit einem tiefen Fauststoß zum parieren nach unten provozieren - den parierenden Arm mit Pak-Sau pinnen und gleichzeitig Backfist - dann Straight-Blast.
Das sind doch die zwei wirklichen Klassiker, die man bis geht-nicht-mehr gedrillt hat.
Trapping als Verteidigung finde ich weniger sinnvoll. Da eher parieren und Gegenangriff simultan. Oder einfach ausweichen und Gegenangriff. Wenn dabei dann Hindernisse im Weg sind, diese beseitigen. Aber da ist es wieder: Wer da schnell genug ist sollte vielleicht gar keine Zeit mit Trapping verschwenden, sondern einfach dafür sorgen, dass was zurück kommt.
Ich trappe in der Verteidigung aus dem gleichen Grund, aus dem ich meide und mitschlage : Weil die Distanz schon für mich eher risikolos überbrückt wurde und Schlagreichweite erreicht ist. Gerade wenn der andere schnell rein und raus kann. Es schränkt auch meinen Gegner ein, wenn er seine Arme nicht normal in die Deckung zurückziehen kann.
Es bricht auch den hin und her Rhythmus über Gleichzeitigkeit. Time selber gerne in den Angriff. Aber ich "sehe" zwar mehr als früher, kann aber weniger nutzen. Gibt dann öfter gleichzeitige Treffer - und SO möchte ich den hin und her Rhythmus lieber nicht brechen.
Mit längeren Stichwaffen ist das nachvollziehbarer.
P.S.
Wenn ich mir die Striemen auf meiner rechten Unterarminnenseite und bei der Bizepssehne vom Training vorhing angucke : Beim Messersparring auch schon.
Geändert von Gürteltier (02-04-2026 um 23:56 Uhr)
"We are voices in our head." - Deadpool
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