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Thema: PAHUYUTH - Was ist der tiefere Sinn des Pahuyuth und warum wird es weitergegeben?

  1. #1
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    Standard PAHUYUTH - Was ist der tiefere Sinn des Pahuyuth und warum wird es weitergegeben?

    Weil meine Antwort an Badger etwas umfangreicher geworden und dadurch nicht mehr ganz on-topic zum anderen Thread ist, mache ich hierfür einen neuen Faden auf. Badger hat eine Frage zur "Geschichte des Pahuyuth in drei Kapiteln" gestellt, wie sie auf der Pahuyuth-Website und im Pahuyuth Kompendium zu finden ist und natürlich auch beim neuen Pahuyuth Online-Training gelebt wird.

    Nun gut. "Buckle your seatbelt Dorothy, 'cause Kansas is going bye-bye ..."

    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    "KAPITEL 3: DIE FREIKÄMPFER DER MODERNE – VON DER REFORMATION BIS HEUTE

    Nachdem das Pahuyuth für mehr als 170 Jahre ausschließlich im Verborgenen existiert hatte, war es fast gänzlich aus dem kollektiven Gedächtnis der Thai verschwunden. Jene die zu dieser Zeit noch vom Pahuyuth gehört hatten oder ihm begegnet waren, konnten oder wollten nicht darüber sprechen. Im Jahr 1952 entschied ein Konvent der wenigen noch lebenden Pahuyuth Lehrer, dass die Kampfkunst zu reformieren und für künftige Generationen zu bewahren sei. Dies war die Grundlage für das heutige Lehrkonzept des Pahuyuth. Eine Freikämpfergeneration später, im Jahr 1975 siedelte ein Pahuyuth Lehrer von Thailand nach Deutschland um und gründete dort eine neue und für jeden zugängliche Schule in Berlin. Frei von den kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Einflüssen Südostasiens, konnte hier eine neue Generation von Pahuyuth Freikämpfern entstehen. Dies war der Beginn der Pahuyuth Schule in Berlin (damals noch Muai-Thai Studio), die bis heute besteht. Ihr Zweck ist der Schutz und die Pflege überlieferten Freikämpfer Wissens durch Aufklärung und Unterrichtung. Die Pahuyuth Schule ist die einzige Lehrstätte weltweit, in der das Pahuyuth Wissen in vollem Umfang gelehrt und praktiziert wird."


    Und was ist der tiefere Sinn des "Schutz und Pflege"?

    (Wieder-)Aufbau einer Geheimarmee? Ausbildung von Elite-Söldnern? Eine Revolution der thailändischen KK-Welt? Hobby?
    Ich weiß, Du stehst auf Aufsätze, daher fasse ich mich kurz:

    • Der tiefere Sinn des Muay Thai in Thailand ist eine Sportindustrie am laufen zu halten und nationale Identität zu prägen.
    • Der tiefere Sinn des Muay Thai im Ausland ist Devisen von Leuten ins Land zu holen, die das nachempfinden wollen, was ihre Idole in Thailand im Ring erleben.
    • Der tiefere Sinn des Muay Boran ist Devisen von Leuten ins Land zu holen, denen Wettkämpfe nichts, die sind aber (Fake-)Folklore gut finden.
    • Der tiefere Sinn des Krabi Krabong in Thailand war (vor ca. 1936) "nobles Bühnenfechten für Theaterstücke."
    • Der tiefere Sinn des Krabi Krabong in Thailand ist (nach ca. 1936) folkloristischer Showkampf und Breitensport.
    • Der tiefere Sinn des Krabi Krabong im Ausland ist Devisen von Leuten ins Land zu holen, die (Fake-)Folklore gut finden.

    Aber was ist der tiefere Sinn des Pahuyuth und warum wird es weitergegeben?

    Man sagt: „Wer nicht kämpfen kann, der braucht es und wer kämpfen kann, der braucht es nicht mehr.“ - Ergo: Indem wir jenen das Kämpfen lehren, die es brauchen/wünschen, vergrößern wir automatisch die Menge an Menschen, die von sich selbst aus nicht mehr nach Gewalt und Zerstörung strebt und leisten damit einen Beitrag zum Wohle der Menschheit. Punkt.

    Wenn Du Dir die Pahuyuth-Website mal genauer ansiehst, wirst Du feststellen, dass sie keine billige Wix-Landingpage zum Squeezen ist, sondern von Menschen gemacht wird, die aus persönlicher Überzeugung heraus ihr individuell erlangtes Wissen mit anderen teilen möchten. Eine Seite wie diese, kann man mit keinem Geld der Welt kaufen und ebensowenig das Pahuyuth-Wissen!

    Wie gelangt man zu so einer Überzeugung?

    Am Anfang ist fast jeder so wie Du gerade. Man hat Ideen und Visionen davon, was sein könnte und was nicht. Es gibt eine gewisse Faszination am Kampf, die üblicherweise von externer Stelle stammt (z.B. Bücher, Erzählungen, Filme, Erlebnisse, etc.). Manche träumen davon große Kämpfer zu werden, andere wollen einfach nur irgendwie beweisen, dass dieses ganze Pahuyuth-Gedöns völliger Unfug ist. Wieder andere wollen sich zugehörig fühlen oder suchen nach etwas ganz besonderem mit dem sie sich von anderen abheben können. Manche wollen die Traumata ihrer Vergangenheit verarbeiten oder sich Rüstzeug für zukünftige Konflikte verschaffen. Ein paar wenige benötigen Werkzeuge für den professionellen Gebrauch. Wie dem auch sei, bei der individuellen Willensbildung gilt ...

    "Euphorie formt Visionen nach eigenem Verstand."

    Der erste Realitätsabgleich sind (Du ahnst es!) die 30 Übungen, wo Vision auf die Realität des eigenen Daseins trifft - wohlgemerkt ohne, dass wir hierfür unsere Neulinge durch den Raum prügeln müssen! Man lernt sich selbst zu überwinden und was man noch alles entdecken könnte (Techniken, Disziplinen, usw.). Ein gewisser Ehrgeiz entwickelt sich (oder auch nicht) und man quält sich durch die erste Prüfung. Für viele ist die Pahuyuth-Aufnahmeprüfung der bis dato größte Erfolg ihres ganzen Lebens, den sie, wenn man es genau nimmt, einzig und allein sich selbst zu verdanken haben. In Wahrheit kann man nämlich niemandem das Kämpfen beibringen (egal welche Art), sondern den Leuten lediglich dabei behilflich sein, sich selbst und aus eigener Kraft heraus bewusst zu werden, was alles in ihnen steckt.

    Der erste große Entwicklungsschritt wäre damit getan (denkt man), aber dann steht man plötzlich alleine auf weiter Flur, weil man nunmehr für sich selbst entscheiden muss, welchen Weg (welche Disziplin-en) man für sich selbst und den eigenen Lebensweg wählt. Für manche Menschen ist dies die erste selbstbestimmte Entscheidung ihres Lebens (traurig, aber wahr!). Die meisten scheitern bereits daran und entwickeln sich in Folge dessen einfach nicht weiter. Zu irgendwas gegängelt oder gezwungen wird bei uns niemand, denn ...

    "Pflanzen und Bäume wachsen getrennt und sind dennoch verbunden."

    Gelingt es einem diese Hürde zu nehmen und sich, ebenso ehrgeizig wie selbstdiszipliniert, immer mehr Techniken der eigenen Wunschdisziplin(en) anzueignen, so lernt man eben nicht nur Techniken kennen, sondern beschäftigt sich automatisch mit dem eigenen (körperlichen) Ich und was dieses "Ich" so alles zu leisten imstande ist. Alleine wer schon mal einen Aufsprung (Pahuyuth Anfängertechnik LS-03-11, neudeutsch: Kip Up) hinbekommen und dies im Vorfeld für "völlig unmöglich" gehalten hat, wird hinterher ein vollkommen anderes Verständnis seiner selbst haben, als zuvor. Dafür braucht es noch nicht einmal einen Wettkampf oder ein Nahtoderlebnis in einer dunklen Gosse und mit allen anderen Techniken (gemäß Pahuyuth Kompendium weit über eintausend) ist es mehr oder minder das gleiche.

    Ganz fürchterlich viele Techniken selber machen zu können (beim MUAI sind es mindestens 200 plus x), pusht das Selbstbewusstsein enorm, weshalb in etwa hier die Leute damit anfangen, irgendwelche Faxen zu machen, Sportschultourismus zu betreiben, wie Zimmermänner auf die Walz zu gehen, Lust auf Wettkämpfe bekommen oder sich andere, eher "fight-club-artige"-Methoden suchen, um sich die Hörner abzustoßen. Je nachdem, gehen sie dann entweder mit wehenden Fahnen unter oder wundern sich, dass manche andere ein viel viel geringeres technisches Verständnis haben als sie selbst und polieren damit ihr Ego auf. In jedem Fall bekommen sie in der Pahuyuth-Homebase zuverlässig die Hucke voll und stellen dann (hoffentlich) irgendwann fest, dass sie im Grunde genommen noch überhaupt nichts gelernt sondern nur an der Oberfläche gekratzt haben. Auch das gehört zum Erleben des eigenen Selbst dazu, denn ...

    "Weil es Unterschiede gibt, gibt es sie und mich."

    Ein "Ich" definiert sich durch die Abgrenzung zu einem "Nicht-Ich", weshalb zum Verständnis des eigenen Ichs logischerweise die Auseinandersetzung mit dem "Nicht-Ich" gehört. Auf der physischen Ebene geschieht dies zum Beispiel, indem man damit anfängt herauszufinden wann, wo und warum eine der zuvor erlernten Techniken überhaupt sinnvoll zum Einsatz kommen kann. Dies erfordert zwangsläufig, sich so lange mit dem Gegenüber und dessen (Un-)Fähigkeiten auseinanderzusetzen, bis man zu so ziemlich jedem situativen Anforderungsprofil eine oder mehrere passende Antworten gefunden hat und diese mit schlafwandlerischer Sicherheit abspulen kann.

    In etwa ab hier beginnt eine stückweise Loslösung vom eigenen Ego, weil man sich zwangsläufig immer weniger mit sich selbst und mehr mit den anderen beschäftigt. Zum Beispiel indem man unterrichtet und damit, im übertragenenen Sinn, den Blick in die eigene Zukunft (angestrebtes Idealbild) durch einen Blick in die eigene Vergangenheit (eigener Werdungsprozess) ergänzt. Die Früchte dieser Bemühungen sind ein noch tieferer Einblick in die Wesenheit des Kampfes und somit in sich selbst. Die Erkenntnisse, die sich daraus ergeben, sind sehr individuell, daher sagt man auch ...

    "Es ist schwer, einem sterbenden Freund zu helfen."

    Hat man sowohl sich selbst als auch das Gegenüber erfahren, beginnt man herauszufinden, dass es offenbar nicht nur Ich und Nicht-Ich gibt, sondern dass beide Existenzen in einem Verhältnis zueinander stehen und ihr wechselseitiges aufeinander reagieren einen Prozess bildet. Im physischen Bereich kann man so einen Prozess als Kampf wahrnehmen. Um sich als Kämpfer über diesen Prozess erheben zu können, muss man in der Lage sein, nicht nur sich selbst und den Gegner zu erkennen, sondern den gesamten Kampfverlauf wahrnehmen und kontrollieren zu können.

    Man beginnt immer mehr situative Kontrolle auszuüben und den Gegner dahingehend zu manipulieren, dass er genau das macht, was man selber gerne hätte und im Umkehrschluss eine gewisse Immunität gegen Beeinflussungen von außen zu entwickeln. In der Praxis drückt sich sowas unter anderem durch bestimmte Spezialisierungen (bei MUAI wären das zum Beispiel Faustspezialist, Fußspezialist, Ellenbogenspezialist und Kniespezialist) oder durch die Implementierung von bestimmten Strategien (z.B. Tempelkampf, Kobrakampf, Treibsandkampf, Verdeckter Kampf oder Der Kampf des alten Lehrers bis hin zum Belehrenden Kampf) aus.

    Es geht um die Entwicklung der körpereigenen Autodynamikfunktionen und um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Kämpferdasein (Ego). Man lernt, das ein Kampf im Grunde genommen nur die wechselseitige Abfolge von Aktion und Reaktion ist und erlangt dadurch die Fähigkeit, diese nach eigenem Gutdünken zu gestalten und so dem Gegner seinen Willen aufzudrücken. Das Ego und (vermeintlich) auch die kämpferische Kompetenz befinden sich in dieser Phase auf dem Höhepunkt und es scheint kaum noch einen Gegner zu geben, der einen jetzt noch stoppen könnte. Selbst als Lehrkraft kann man in vielen Fällen einfach nur dem sprichwörtlichen "Freund" beim "Sterben" zusehen und hoffen, dass diese Leute von sich aus die Kurve noch kriegen.

    Das Resultat dieser Entwicklungen ist (hoffentlich) eine gewisse Langeweile, was das Kämpfen und vor allem das ganze sich beweisen angeht, was einen nachhaltigen Abbau von Ego bzw. dem Streben nach "Ruhm und Reichtum" zur Folge hat. Man hat sich selbst, den Gegner und alles was dazwischen liegt irgendwann zu Genüge am eigenen Leib erfahren, daher gibt es auf der rein physischen Ebene nichts mehr nennenswertes zu holen. Der einzige Weg der einem dann noch bleibt, ist sich selbst (also den größten, schlimmsten, gerissensten, ruchlosesten, trickreichsten, rücksichtslosesten, unnachgiebigsten, schnellsten, härtesten und brutalsten aller Gegner von allen!) zu überwinden und aus dem eigenen Schatten (dem Ego) herauszutreten, indem man sich selbst nicht mehr in den Mittelpunkt stellt, sondern Verantwortung für Schüler und Schutzbefohlene übernimmt. Im übertragenen Sinne "stirbt" man also und wird dadurch zu einer Art "formlosen Geist" wird, der selber zwar nicht mehr so richtig "lebendig" aber irgendwie auch noch nicht richtig "tot" ist. Was dann passiert, vermag man kaum noch vorherzusagen, denn ...

    "Wer Wasser ausgießt, wer soll sagen wohin es fließt?"

    Ging es bislang um die Sichtweise des Betroffenen (ICH schlage, DU schlägst, WIR kämpfen!), so bleibt ab hier nur noch die Sichtweise des Betrachters übrig, um sich weiterzuentwickeln. In der Praxis bedeutet es, sich alle vorhergehenden Entwicklungsstufen erneut von außen anzusehen und sich darüber mit den nicht-physischen Komponenten in der Wesenheit des Kampfes und somit auch mit mit den nicht-physischen Aspekten seiner selbst zu beschäftigen. Man bemerkt, dass wenn man es bis hier her geschafft hat, man vielleicht gerade mal die Hälfte dessen erlebt und verstanden hat, was im Grunde genommen schon immer da war und man durchaus schon viel früher hätte entdecken können.

    Je mehr man sich in diesem Limbus des "Nicht-Daseins" aufhält und andere bei ihrer Entwicklung beobachtet bzw. ihnen kleine oder größere Ratschläge für ihre Entwicklung zuflüstert, desto mehr verblasst das selbstsüchtige Streben nach "Ruhm und Ehre" verblasst in der Vergangenheit und man wird freier von irgendwelchen Zwängen. Die Entwicklung der Schüler bestätigt das eigene Wissen und je mehr man sich selbst aus der Gleichung herausnimmt, desto mehr lernt man sie und ihre Unzulänglichkeiten zu verstehen. Das Verständnis über ihre vielfältigen Motive und ihr Dasein führt wiederum dazu, dass man anderen (und somit auch sich selbst) verzeihen lernt.

    Der Lohn für diese "Akzeptanz des eigenen Ablebens" (das "Loslassen" von dem immer so viele reden), ist kurioserweise noch nicht mal die Abkehr vom Kampf, sondern ein nur noch viel tieferes Verständnis des Kampfes und somit des eigenen Daseins. Ein Verständnis, das sich weit über die Grenzen der physischen Auseinandersetzung erstreckt. Die Loslösung vom "betroffen sein" führt zu mehr innerem Frieden und Gleichmut. Dies wiederum führt zu unumschränkter kämpferischer Freiheit und Souveränität (siehe dazu auch das Grußwort der Freikämpfer, Punkt 5), was wiederum ein paar erstaunliche Perks als Kämpfer freischaltet, was einen dann unterm Strich nur noch viel krasser macht, als man es ohnehin schon war. Was genau das ist und wie genau es funktioniert, möchte ich an dieser Stelle nicht spoilern. Man muss es selbst erlebt haben, um es zu verstehen!

    Hat man sich irgendwann auch am Zwielicht zwischen Sein und Nichtsein satt gesehen und (hoffentlich) satt verstanden, so läuft am Ende des Tages alles auf nur eine einzige, aber alles entscheidende Frage raus (die ich vielleicht auch mal hier im Board teilen werde). Die Rede ist von der einen, berühmt-berüchtigten "Blaugurtfrage", die angehenden Lehrern gestellt wird, um zu prüfen, ob sie die notwendige Qualifikation haben, um Rotgurt (also Lehrer) zu werden. Wie in den Lernstufen zuvor scheitern auch hier die allermeisten und entwickeln sich folglich nicht mehr weiter. Man könnte in gewisser Weise sagen, dass sie dadurch auf ewig dazu verdammt sind als "Geister" unter den Lebenden umherzuwandeln - zumindest bis sie die Frage geknackt haben. Gelingt auch dieser Entwicklungsschritt, dann könnte man das was übrig bleibt in etwa so umschreiben ...

    "Die Schönheit einer Blume entsteht durch die Auffassung des Betrachters."

    Ab hier hat man so ziemlich alles gesehen und erlebt, was es zum Thema "Kampf" zu erleben gibt. Die Vision, die Willensbildung, das Ich, das Nicht-Ich und die Verhältnisse dazwischen. All dies sowohl im körperlichen als auch im nicht-körperlichen Bereich sowie als selbst Betroffener und als außenstehender Betrachter. Auf die eine oder andere Art hat man im Verlauf dieses Entwicklungsprozesses unweigerlich Bewusstsein über sich selbst und die Wesenheit des Kampfes erlangt und ist sich nunmehr seiner selbst genüge geworden. Was andere so glauben, meinen und erzählen ist, durch das bereits aus allen Perspektiven immer und immer wieder bestätigte Wissen, schon längst redundant geworden und man findet zu tiefer innerer Ruhe und Genügsamkeit.

    Selbstredend bleibt man dabei stets ein Mensch mit menschlichen Stärken und menschlichen Schwächen. Als ein solcher Mensch ist man daher nicht nur mit einer "Blume im Wald", sondern auch mit Fährmann vergleichbar. Mit anderen Worten, einem erfahrenen "Ortskundigen des Kampfes", der selbst schon mal einen reißenden Fluß mit gefährlichen Strömungen und Untiefen (siehe Entwicklungsweg oben) befahren hat und nun anderen dabei helfen kann, ebenfalls unbeschadet und vor allem lebendig ans andere Ufer zu gelangen, sofern sie es wünschen.

    Wissend um die in der Tiefe lauernden Gefahren, spricht man als ein solcher "Fährmann" lediglich Empfehlungen aus, denen die Reisenden folgen können oder auch nicht. Der Fährmann weiß aus erster Hand um den Wert und den Wahrheitsgehalt seiner Empfehlungen, daher braucht man selbst nicht mehr über Belanglosigkeiten zu streiten, sondern sieht im Zweifelsfall dann einfach zu, wie die Strömungen des Lebens die Flosse jener, die nur glauben es besser zu wissen, an den Steinen des Flusses zerschellen lassen. Die Strömung spült die Leichen dann schon weg. Andere Reisende werden kommen und womöglich klüger sein. Die Vergänglichkeit des Seins. Man selbst empfindet dabei nichts mehr, denn man weiß ...

    „Wer nicht kämpfen kann, der braucht es und wer kämpfen kann, der braucht es nicht mehr.“

    Ab hier könnte man sich zurücklehnen und den Dingen einfach ihren Lauf lassen (wie so viele Pahuyuth-Lehrer es getan haben), aber auch das wäre in gewisser Weise von Egoismus geprägt, weil es zukünftigen Generationen der Chance berauben würde, all diese bewusstseins- und lebensverändernden Erlebnisse mit und durch das überlieferte Pahuyuth-Wissen zu machen und die damit verbundenen Erkenntnisse ebenfalls selbst zu erlangen.

    Wir wissen nicht, ob dieses Kampfwissen in Zukunft noch einmal gebraucht werden wird, um "ein Leben in Frieden und Freiheit" zu ermöglichen oder einfach nur das Überleben bzw. die körperliche Unversehrtheit von jemandem zu bewahren, der dies irgendwann mal bitter nötig haben wird. Was wir jedoch wissen, weil wir oben skizzierten Weg bereits selbst gegangen sind, ist, dass es unsere Leben schon unzählige Male gerettet hat und sich durch die Beschäftigung mit diesem Wissensgebiet eine einzigartige Form von Selbsterkenntnis sowie innerer und äußerer Frieden erzielen lässt.

    Wir selber brauchen es nicht mehr, denn es ist bereits ein Teil von uns geworden, den wir, wie uns selbst, loszulassen imstande sind. Andere benötigen es hingegen schon, denn sie können noch nicht kämpfen und müssen folglich das Verzeihen erst noch lernen (was wir ihnen wiederum vergeben können, denn wir können ja schließlich kämpfen!). Lernen demzufolge durch unsere Tätigkeit auch nur ein paar mehr Menschen von sich aus und aus freien Stücken das Verzeihen dem Kampf vorzuziehen, dann ist bereits sehr vielen geholfen und das Leid dieser Welt deutlich gemildert!

    Das ist, aus meiner jetzigen Sichtweise, der tiefere Sinn des PAHUYUTH und genau darum erachten wir es mit voller Überzeugung als ein schützenswertes Gut, pflegen es so gut wir können und geben es weiter - an alle die es wünschen und zum Wohle der Menschheit!

    Thank You For Coming to My TED Talk!
    Miehpray

  2. #2
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  3. #3
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    tl:dr!

  4. #4
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  5. #5
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    Zitat Zitat von Miehpray Beitrag anzeigen
    ... , so läuft am Ende des Tages alles auf nur eine einzige, aber alles entscheidende Frage raus (die ich vielleicht auch mal hier im Board teilen werde). Die Rede ist von der einen, berühmt-berüchtigten "Blaugurtfrage", die angehenden Lehrern gestellt wird, um zu prüfen, ob sie die notwendige Qualifikation haben, um Rotgurt (also Lehrer) zu werden. ...

    das ist doch ein cliffhanger.

  6. #6
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    Also dem Badger seine Frage haste bissl verfehlt:
    Er wollte jetzt keine philosophische Abhandlung über alles haben. Dann nennen wir es mal "der seichtere Sinn".
    Die Frage war wohl in den Rückzugskontext eingebettet und könnte Folgendes gemeint haben:
    Wenn sich PHY bereits im WWII im Rückzug befand, und die PHY-Lehrer bei ihrem letzten Konsilum feststellten, dass die Welt keinen Bedarf an PHY hat und letzteres deshalb in Vergessenheit gerät, wozu dann der ganze Aufwand?
    Wenn ihr das Wissen über Krieg und bewaffnete Auseinandersetzungen hättet, ihr habt es nicht mehr benutzt - PHY hat sich in DEM krieg des letzten Jahrhunderts zurückgezogen.
    Da kann man zwar dann viel über Steine und Wasser reden, das die zerschellten Leichen wegspült, aber es ändert nichts daran, dass ihr auch nur Showkampf mit Polsterschwertern macht. Oder war irgendeiner der berliner PHYties im Krieg und hat dort seine ü1000 Techniken getestet? Wenn die Antwort nein lautet, dann habt ihr keine lebende Linie einer Kriegskunst.
    Für persönlichen Wachstum reicht fast schon jede x-beliebige KK mit einem guten Trainer. Und deshalb die Frage, wozu man jetzt ein totes Pferd weiter reiten möchte.
    Wenn die Antwort Hobby lautet, wäre das völlig in Ordnung.

    P.S.: mit der Seite hast du recht, ich gehe zwar nicht gerne drauf ob der ganzen Backlinks, aber wer auch immer bei euch für das Design zuständig ist, leistet eine sehr gute Arbeit - egal ob Farben, Logo, oder die "Strichmännchen". Ich hoffe, dass die Person dafür geschätzt wird.

  7. #7
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    sehe mich gezwungen, mich als "neutrale" person (ungefragt) einzumischen:


    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    ... Wenn sich PHY bereits im WWII im Rückzug befand, und die PHY-Lehrer bei ihrem letzten Konsilum feststellten, dass die Welt keinen Bedarf an PHY hat und letzteres deshalb in Vergessenheit gerät, wozu dann der ganze Aufwand?
    diese frage ist m.e. im erstbeitrag beantwortet:

    - es wäre von den pahuyuthlehrern egoistisch gewesen, das wissen nicht weiterzugeben.
    der egoismus ist durch pahuyuth aber gerade zu überwinden.


    PHY hat sich in DEM krieg des letzten Jahrhunderts zurückgezogen.
    soweit ich verstanden hatte, hatte der rückzug bereits einige zeit vorher begonnen.
    man könnte natürlich fragen, weshalb der rückzug im wk II nicht unterbrochen oder gar beendet wurde, worauf Du wahrscheinlich abzielst.


    Da kann man zwar dann viel über Steine und Wasser reden, das die zerschellten Leichen wegspült, aber es ändert nichts daran, dass ihr auch nur Showkampf mit Polsterschwertern macht.
    sie könnten doch auch tatsächlich "echte" kriegstechniken trainieren, so wie auch zb die schule von shinken-shobu oder andere dies von sich (richtigerweise?) behaupten.



    Oder war irgendeiner der berliner PHYties im Krieg und hat dort seine ü1000 Techniken getestet?
    Wenn die Antwort nein lautet, dann habt ihr keine lebende Linie einer Kriegskunst.
    ist nicht notwendigerweise ein kriterium.

    zb kampfschwimmer und fernspäher der bw waren m.w. schon immer fit, zu zeiten des eisernen vorhangs aber nie/kaum im echteinsatz.
    sie hatten aber durch ihre (überlieferten) trainierten "techniken" mit sicherheit eine gute grundlage, als es nach "perestroika" langsam mit echteinsätzen losging, könnte ich mir vorstellen.


    Für persönlichen Wachstum reicht fast schon jede x-beliebige KK mit einem guten Trainer.
    für alles gibt es tauglichkeitsabstufungen, wie wir aus den sv-diskussionen wissen.

    kann mir vorstellen, dass eine kk umso besser zur persönlichkeitsentwicklung (in einer gewissen richtung/auf eine gewisse weise) geeignet ist, desto wirksamer sie im echteinsatz ist.

    so wird vsstl. jemand, der bei der bw acht jahre als fernspäher (auch ohne echteinsatz; mit echteinsatz ist´s natürlich noch "besser") gedient hat, eine andere soldatische persönlichkeitsentwicklung erleben, als ein kamerad in der schreibstube mit gleicher dienstzeit, überspitzt ausgedrückt.

    soweit also das pahuyut (echt)kampftechnisch von der anlage her den (meisten) anderen kampfarten überlegen wäre (habe es bisher so verstanden, dass miehpray davon ausgeht), wäre es nach obiger theorie auch hinsichtlich des zwecks der durch das training/anwendung zu erlangenden persönlichkeitsentwicklung überlegen.

    die "spannende" frage ist m.e., ob pahuyuth tatsächlich die diesbezüglich behaupteten (überlegenen) qualitäten besitzt.


    kann mich natürlich auch irren.


    Edit:

    ich glaube, mein beitrag ist eine von miehpray pahuyuthmäßig manipulierte und somit vorhergesehene autodynamikreaktion.
    Geändert von Kunoichi Girl (09-04-2021 um 18:25 Uhr)

  8. #8
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    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    Also dem Badger seine Frage haste bissl verfehlt:
    Er wollte jetzt keine philosophische Abhandlung über alles haben. Dann nennen wir es mal "der seichtere Sinn".
    Die Frage war wohl in den Rückzugskontext eingebettet und könnte Folgendes gemeint haben:
    Wenn sich PHY bereits im WWII im Rückzug befand, und die PHY-Lehrer bei ihrem letzten Konsilum feststellten, dass die Welt keinen Bedarf an PHY hat und letzteres deshalb in Vergessenheit gerät, wozu dann der ganze Aufwand?
    Wenn ihr das Wissen über Krieg und bewaffnete Auseinandersetzungen hättet, ihr habt es nicht mehr benutzt - PHY hat sich in DEM krieg des letzten Jahrhunderts zurückgezogen.
    Da kann man zwar dann viel über Steine und Wasser reden, das die zerschellten Leichen wegspült, aber es ändert nichts daran, dass ihr auch nur Showkampf mit Polsterschwertern macht. Oder war irgendeiner der berliner PHYties im Krieg und hat dort seine ü1000 Techniken getestet? Wenn die Antwort nein lautet, dann habt ihr keine lebende Linie einer Kriegskunst.
    Für persönlichen Wachstum reicht fast schon jede x-beliebige KK mit einem guten Trainer. Und deshalb die Frage, wozu man jetzt ein totes Pferd weiter reiten möchte.
    Wenn die Antwort Hobby lautet, wäre das völlig in Ordnung.
    Wie ich bereits sagte: "Euphorie formt Visionen nach eigenem Verstand."
    Meine Empfehlung: Genauer lesen, mitdenken, nachfragen und erst dann in die Aktion gehen.

    Bis heute gibt es in der Welt keinen Militärverband, der ohne personellen Nahkampf ausgebildet wird. Und solange es Bedarf an so Dingen, wie z.B. Selbstverteidigung im Sinne gesetzlich zulässiger Notwehr gibt, ist der Bedarf an Kampffähigkeiten wie zum Beispiel jene, die man körperlich wie mental durchs Pahuyuth erlangen kann nach wie vor gegenwärtig. Kämpfen ist ein Teil der menschlichen Natur und solange es Menschen gibt, wird dieses Wissen offenkundig gebraucht. Die Schublade, in die Du gerade zu schieben versuchst, passt daher leider nicht. Da kann man nichts machen!

    By the way: Die Schwierigkeit Pahuyuth als Außenstehender einzuordnen, ist kein Bug sondern ein Feature. Ich freue mich immer darüber, wenn jemand der Meinung ist, ich könne nicht kämpfen. Macht vieles leichter!^^

    Zitat Zitat von Kunoichi Girl Beitrag anzeigen
    soweit also das pahuyut (echt)kampftechnisch von der anlage her den (meisten) anderen kampfarten überlegen wäre (habe es bisher so verstanden, dass miehpray davon ausgeht), wäre es nach obiger theorie auch hinsichtlich des zwecks der durch das training/anwendung zu erlangenden persönlichkeitsentwicklung überlegen.
    Die Überlegenheitstheorie bzw. -Unterstellung weise ich zurück. Es ist was es ist und das steht oben: "Die Schönheit einer Blume entsteht durch die Auffassung des Betrachters." - nicht umgekehrt!

    Zitat Zitat von Kunoichi Girl Beitrag anzeigen
    ich glaube, mein beitrag ist eine von miehpray pahuyuthmäßig manipulierte und somit vorhergesehene autodynamikreaktion.
    Kein Kommentar!^^

  9. #9
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    Zitat Zitat von Miehpray Beitrag anzeigen
    Die Überlegenheitstheorie bzw. -Unterstellung weise ich zurück.
    dann muss ich meine diesbezügliche gesamttheorie nochmal überprüfen.



    Kein Kommentar!^^
    immerhin weist Du diese "theorie" nicht zurück.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Kunoichi Girl Beitrag anzeigen
    immerhin weist Du diese "theorie" nicht zurück.
    Auch dazu keinen Kommentar, außer vielleicht der Vollständigkeit halber: "Die Schönheit einer Blume entsteht durch die Auffassung des Betrachters ... aber warum sie so ist, wie sie ist, bestimmt nur sie allein."

  11. #11
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    Zitat Zitat von Miehpray Beitrag anzeigen
    Auch dazu keinen Kommentar, ...

    natürlich!
    Geändert von Kunoichi Girl (10-04-2021 um 03:21 Uhr)

  12. #12
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    ich befürchte, wir reden aneinander vorbei.
    nehmen wir an, PHY wäre ein 2,5 tausend jahre alte kriegskunst.
    wer sie heute lernt, ist aber kein krieger. wer sie heute lehrt wahrscheinlich auch nicht.
    und ich meine krieger (nicht verwechseln mit kämpfer). es lehrt und lernt niemand mehr, um damit in den krieg zu ziehen.
    um eine echte kriegskunst zu sein fehlt der sache eine ganz wesentliche eigenschaft, nämlich der zweck (krieg). ist dieser zweck nicht gegeben, dann handelt es sich allerhöchstens um eine kampfkunst, die (ehemalige) kriegstechniken beinhaltet. ist niemand mehr dabei, der diese techniken in echt angewendet hat, dann ist es eine kampfkunst, die techniken beinhaltet, von denen man annimmt, es wären kriegstechniken. damit ist nicht gesagt, dass diese kampfkunst dann sinnlos ist, oder unbrauchbar - es ist nur keine kriegskunst. hier hinkt der vergleich zu den kampfschwimmern etwas - die mögen damals keine einsätze erlebt haben, aber deren ausbildung verfolgte den kriegszweck
    wenn, dann betreiben ksk, seals, spaznas und co. sowas wie ein kriegskunst, wobei ich jetzt die steile these aufstelle, dass sie ihr zeug als handwerk verstehen und nicht als kunst. ich würde mich sogar aus dem fenster lehnen und behaupten, dass heutige krieger nicht unbedingt gute kämpfer sind. ich würde jedenfalls nicht auf einen kskler wetten, wenn er in der kneipe an einen kirmesboxer gerät.
    btw., nahkampf und bw: außerhalb der spezialeinheiten ist alles, was unter nahkampf läuft ein schlechter witz.
    was realitätsnähe und charakterbildung angeht - beim kampfsport könnte es zutreffen, bei der armee nicht unbedingt.
    und zum schluss:
    der grund weshalb ich diese fragen gestellt habe, war die diskrepanz zwischen dem gelebten und behaupteten zweck - auf der einen seite toben sich die leute aus, lernen ein wenig sv und haben spaß (was wirklich mega in ordnung ist) und auf der anderen seite erzählen die was von freiheitskriegern und pipapo. und wenn das kein marketingtrick ist, dann ist es als würde ich einen antiken panzer fahren lernen, weil es könnte ja sein, dass ich mit dem auto zum bäcker muss - ist halt nicht so logisch.
    wenn man wiederum panzer als hobby hat und es einem spaß macht, dann ist es wieder völlig in ordnung, damit rumzufahren. man soll dann nur nicht so tun, als würde man damit jederzeit ins gefecht ziehen wollen, oder dass es einer der besten ideen wäre, damit einkaufen zu fahren.
    Geändert von Lugasch (09-04-2021 um 21:05 Uhr)

  13. #13
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    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    der grund weshalb ich diese fragen gestellt habe, war die diskrepanz zwischen dem gelebten und behaupteten zweck - auf der einen seite toben sich die leute aus, lernen ein wenig sv und haben spaß (was wirklich mega in ordnung ist) und auf der anderen seite erzählen die was von freiheitskriegern und pipapo. und wenn das kein marketingtrick ist...
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  14. #14
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    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    ... hier hinkt der vergleich zu den kampfschwimmern etwas - die mögen damals keine einsätze erlebt haben, aber deren ausbildung verfolgte den kriegszweck
    Ich weiß nicht, welchen zweck die pahuyuthausbildung verfolgt.

    ... wenn, dann betreiben ksk, seals, spaznas und co. sowas wie ein kriegskunst, wobei ich jetzt die steile these aufstelle, dass sie ihr zeug als handwerk verstehen ...
    Worin besteht da der unterschied?

    ... ich würde mich sogar aus dem fenster lehnen und behaupten, dass heutige krieger nicht unbedingt gute kämpfer sind. ...
    Soweit sie (mehrfach) im (feuer)gefechtseinsatz waren, würde ich sie auf jeden fall als kämpfer bezeichnen.
    Ob sie dabei gut sind/werden, stellt sich dann in den gefechten heraus.


    ich würde jedenfalls nicht auf einen kskler wetten, wenn er in der kneipe an einen kirmesboxer gerät.
    Unvorhersehbar, wenn alles „erlaubt“ ist.
    Ein mensch, der schon mehrfach unter todesgefahr gekämpft und das überlebt hat (zusätzlich zur sonstigen körperlichen und mentalen fitness des beispielhaften ksklers), ist m.e. jedenfalls nicht zu unterschätzen, auch wenn‘s in der kneipe losgeht.
    Vom technischen können hinsichtlich unbewaffneten kampfes, würde ich Dir aber natürlich grundsätzlich recht geben.


    ... der grund weshalb ich diese fragen gestellt habe, war die diskrepanz zwischen dem gelebten und behaupteten zweck ...
    War mir ungefähr klar.
    Ich weiß aber nicht ob bzw. inwieweit diese diskrepanz besteht.
    Denn selbst wenn die dort erlernbaren techniken in modernen kriegen nur noch ganz eingeschränkt eingesetzt werden können, hätte sich doch dort bereits jemand bis zum blaugurt ausbilden lassen können, um diese kenntnisse dann zb als freischärler im jugoslawienkrieg, syrienkrieg etc. einsetzen zu können - theoretisch wohlgemerkt.

  15. #15
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    ich kann gerade nicht so gut zitieren, mache das deshalb am stück:
    1) mit kampf/kämpfer meine ich die variante ohne schusswaffen, daher auch die kneipe als ein halbwegs ziviler ort. bei einem häuserkampf würde ich widerum auf den kskler setzen.
    2) es ist ein unterschied, ob ich irgendwas lerne und es später im krieg einsetze, oder ob ich direkt etwas für den krieg lerne. nach deiner argumentation wäre auch boxen eine kriegskunst. die erwähnte diskrepanz besteht darin, dass einerseits suggeriert wird, man würde altes zeug lernen, was irgendwelche freiheitsguerillas im krieg entwickelt haben sollen, womit man selbst zu einem freiheitsguerilla wird und so richtig bad ass ist. in echt sind es dann irgendwelche berliner freizeitsportler, die eine nette zeit verbringen, etwas abnehmen und in der lage sein wollen die osloer straße sicher zu überqueren.
    3) unterschied kriegskunst - kriegshandwerk:
    ein kskler verbringt sehr viel zeit mit lernen und training und die gelernten sachen decken sehr viele bereiche ab: schießen, taktik, orientierung, sprengstoff, zugriffstechniken, blabla. für alles gibt es spezialisten, die ihn auf dem jeweiligen feld ausbilden und trainieren. die fähigkeiten sind seine toolbox und er ist permanent damit beschäftigt die tools zu pflegen. das ist seine arbeit, und der geht er mit mehr oder weniger lust nach. das ziel ist aber nicht die toolbox möglichst voll zu packen und permament zu perfektionieren, sondern einfach genug drauf zu haben, um die 10-20 jahre im außeneinsatz zu überstehen. später kann man selbst ausbilder werden und dann gibt es noch die rente. aber es gibt wahrscheinlich niemanden, der alle aspekte bis ins kleinste beherrscht und bis ins hohe alter übt. und wenn man die goßen klassiker anguckt, wie z.b. sun tzu oder machiavelli, dann sieht man, dass auch in den frühen zeiten unter der kriegskunst nicht unbedingt der kampf von einzelpersonen verstanden wurde. belagerungswaffen, schutzgraben anlegen, solche sachen schon eher.
    Geändert von Lugasch (09-04-2021 um 23:00 Uhr)

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