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Thema: Gedanken zum Wing Chun...

  1. #1
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    Standard Gedanken zum Wing Chun...

    Guten Morgen,

    ich ziehe folgend eine Parallele zum Karate, um zu verdeutlichen, wo ich thematisch hin möchte. Nehmen wir einmal exemplarisch die Kata Naihanchi/Tekki-Shodan und eine Kata/Form an sich als die DNS einer Kampfkunst, also als Grundlage. Sozusagen der Kern - eine "kleinen Idee" (Wortspiel ^^) - eines Konzeptes oder aber Konzepten, um sich als normaler Mensch zu behaupten. Eine kurze und knackige Kata, die in Sachen Bunkai direkt über Drills zur durchaus tauglichen SV überführt werden kann. Soll heißen: Da sind überschaubare Konzepte (auch präventiver und taktischer Natur) drin, die Sinn machen. Für mich nach all den Jahren immer noch DIE Kata und Konzeptgeber, auch was die körperliche Fitness im Sinne von Cardio und Kontraktion angeht.

    Nehmen wir die nun die Wing Chun Formen in den Vergleich: Ja, auch hier Konzepte, aber irgendwie habe ich immer das Gefühl (es mag subjektiv sein), dass es ein zu viel des Guten ist. Auch wenn diese Konzepte und Leitideen sich wiederholend. Die drei Formen am Stück mit Kime (Stilbruch, ich weiß) und du hast auch dein Cardio-Training. Jedoch fügt es sich für mich auch nach all den Jahrzehnten nicht zu einem roten Faden zusammen. Es ist zu viel an, was alles geht und keine echte Reduktion vorhanden.


    Auf der anderen Seite erlebe ich kaum bis keine Wing-Chun-Cracks, die mit dieser Fülle an Ideen im Rahmen der Straße aus den Formen arbeiten, geschweige denn einen didaktischen roten Faden daraus entwickeln. Die Programme der EWTO waren und sind hier ein Quantensprung, aber sie gehen meiner Meinung nach nicht sauber und nachvollziehbar an den Formen (der DNS) entlang. Klar, erkennst du mit der Zeit dieses oder aber jenes Konzept - aber es ist nicht greifbar. Immer so diffus alles. Dann ist da noch was und dann kommt hier noch ein Impuls - achja, das ist auch nett, war mir gar nicht bewusst und schau mal dort...es hört ja nie auf und die Verästelung auf Subebenen beginnt.

    Dann treffe ich auf Kwok (näher geht es ja nicht mehr an die Quelle der Ip Man Linie), der sagt knallhart "There are no sections in chi sao!" und bricht das ganze System konsequent runter auf drei Einstiege im Chi-Sao, ansonsten Erstkontakt und dann Kick (wenn überhaupt) mit KFS (letztlich old school WT) und "catch his head". Formen? Klar: 1. Form mit richtig Kraft und 2. Form mit Hüftschwung. 3. Form? "You will not need this." Hier gegenüber wieder die endlosen Programme der Verbände mit viel (sorry) Firlefanz, den kein Mensch braucht - ok, technisch vielleicht interessant aber ne. Reiner Kommerz in meinen Augen und kleiner Seitenhieb: Entwickelt von LT und KRK. Insofern eine tolle Sache, aber nicht im Sinne der Quelle. Damit eine Evolution? Weiterentwicklung? Oder Einengung? Weites Feld - ich lasse es so einmal stehen.


    Was möchte ich damit sagen:
    Ich merke nach all den Jahren, dass mich das Wing Chun nach wie vor fasziniert, aber dieser besondere Glanz und der Drang "noch mehr" zu erfahren, tiefer einzutauchen, der ist schlichtweg nicht mehr vorhanden. Irgendwie schade. Wing Chun eine Illusion? Hin und wieder flammt die alte Leidenschaft auf, aber ich erwische mich immer mehr und mehr, dass ich den Formen und dem Training an sich letztlich nichts mehr abgewinnen kann, sondern lieber mit KFS auf den Wandsack einschlage, die Holzpuppe quäle oder aber die Naihanchi fünf mal hintereinander laufe und/oder knackige Sinawalis auf den Sandsack loslasse, bis ich schnaufe, wie in Nilpferd. Das erfüllt mich mehr. Wenn sich die alte Truppe alle paar Wochen (alle gar auf dem direkten Weg in die 50 oder schon da drin) trifft, dann drillen wir Pitsche-Patsche-Drills aus den FMAs - immer und immer wieder. Wenn Chi-Sao, dann die Kreise aus dem Tai-Ji (*lach) oder aber das Kakie aus dem Karate, bis uns die Arme abfallen. Poon-Sao machen wir kaum mehr und wenn, dann komplett frei.


    Rennen wir bei dem Wing Chun einem Hype nach, der uns in früheren Zeiten "gehyped" hat? Weil eben (ich mutmaße einmal) viele von uns aus anderen Kampfsparten kamen und irgendwie das Seelenheil im Wing Chun gesehen haben, nun aber merken: Da ist kein Seelenheil., sondern das WC ist letztlich eine Kampfkunst neben ganz vielen aus China, die eben entsprechend bei uns in Europa zur richtigen Zeit und mit den richtigen Mitteln "richtig" vermarktet wurde und uns gewissermaßen "gecatched" hat? Hätte sich Kernspecht damals für das Baguazhang entschieden und uns präsentiert, dann würden wir nun alle im Kreis laufen?! Garstiger Gedanke!

    Was von "unserem" Wing Chun ist reine Suggestion, die uns über Jahre festhält und uns hier im Forum an die Gurgel gehen lässt? Wie es hier in der WC-Ecke zum Teil abgeht - auf allen Ebenen - das kenne ich bei keiner anderen Kampfkunst. Und auch über was wir uns letztlich in die Haare bekommen? Pillepalle zum größten Teil.


    Passend dazu:
    Ich hatte letzt eine Diskussion mit einem Mitstreiter aus alten WT Tagen, den ich zufällig in der Stadt getroffen habe. Es hat keine fünf Minuten gedauert, übliches blabla und dann "Machst du noch WT?" - "Nein." "Warum?" und es ging los! Am Ende hingen wir inhaltlich aneinander, was den ersten Satz der ersten Form angeht. Ob nach dem gekreuzten "Gaan" nach unten wieder nach oben gerollt oder aber geklappt wird. Was das ist? Das Konzept dahinter? Im Rückblick so typisch. Er hat seit Jahren eine eigene Schule und ich erlebte massiv diese typische Arroganz. Also nix gegen Überzeugung ist ja ok, aber dieses immer andere überzeugen zu wollen, wenn sie andere Sichtweisen haben - dies wird mir mehr und mehr fremd und kotzt mich auch an.


    In diesem Sinne - wer ähnliche Gedanken hat und sich einklinken mag...


    PS Bitte mit Humor lesen und nicht alle Aussagen auf die Goldwaage legen. Im Kern wisst ihr doch, um was mir geht...

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von ZEN2021 Beitrag anzeigen
    ....
    Hätte sich Kernspecht damals für das Baguazhang entschieden und uns präsentiert, dann würden wir nun alle im Kreis laufen?! Garstiger Gedanke!
    ...
    Hatte mehr was mit Bruce Lee und der Vermarktung in USA und UK zu tun.

    Vom Rest habe ich kein Wort verstanden.

  3. #3
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    @ZEN2021

    Das, was du erlebt hast, haben viele erlebt. Irgendwann ist im Wing Chung alles besprochen und das meiste ausprobiert.

    Das ist in allen anderen Arten auch so, geht nur oft schneller - und die Menschen wenden sich viel früher ab -, weil die theoretischen Möglichkeiten in vielen anderen Systemen viel geringer sind.

    Wing Chun ist wie BJJ auf dem Boden. Das liegt daran, dass sich durch den nahen Körperkontakt extrem viele Möglichkeiten von Angriff und Abwehr ergeben.

    Deswegen heißt Chisao etwas abschätzig ja auch Armschach. Und BJJler werden dir sagen, dass BJJ wie Schach ist.

    In den anderen System ist das nicht so. weil die Möglichkeiten für Abwehr und Angriff relativ schnell endlich werden und dann nur noch konditioniert und verbessert werden können. Aber es gibt eben nicht X Variationen, die irgendwie technisch möglich sind.

    Im Wing Chun schneidet sich das technische Mögliche mit dem kämpferisch Sinnvollen. Es gibt mehr theoretische Möglichkeiten als sinnvolle Möglichkeiten für Abwehr und Angriff. Deswegen verlieren sich viele in den theoretischen Möglichkeiten.

    Mit dem Alter lassen dann oft Wille zur Konfrontation und körperliche Fähigkeiten nach, und so verschiebt sich auch der Fokus vom Sinnvollen zum Möglichen.

    Und so ist das auch bei Kernspecht. Sein Fokus hat sich schon sehr lange vom kämpfen ins völlige theoretisieren des Kampfes verschoben. Und da er ein schlauer Kaufmann ist, macht er daraus ein Geschäft.

    Da mich Geschäfte nicht interessieren, würde ich das anders machen und sehe es auch anders.

    Wer nicht mehr kämpfen will oder kann, sollte aufhören, Kämpfer zu sein und nicht versuchen, Kampfphilosoph zu werden.

    Denn Kampf ist körperliche Auseinandersetzung und Konfrontation. Wer die nicht mehr regelmäßig erfährt, verliert den Bezug zur Realität des Kampfes und kommt auf theoretische Konzepte, die sich nicht im Kampf umsetzen lassen.

    Und das sehen wir seit rund 25 Jahren in der EWTO, weil Kernspecht es so möchte. Denn er hat sich schon sehr lange vom eigentlichen Kern des Kampfes, der körperlichen Konfrontation, abgewendet.

    Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht war auch ihm langweilig und er wollte Neues entdecken. Kann er ja alles machen, uns steht nicht an, das zu beurteilen.

    Was wir aber beurteilen können ist, dass er aus einem einst kampfstarken System durch zu viel theoretisieren und philosophieren eine katrastrierte Art gemacht hat, über die man im freundlichsten Fall schmunzeln kann.

    Vielleicht sollte er sich das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern noch einmal anschauen. Dann merkt er möglicherweise, dass er mittlerweile ziemlich nackt ist.
    Geändert von Dare2Win (05-05-2024 um 12:13 Uhr)

  4. #4
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    Erinnert mich daran, auch wenn die Quelle des im Thread Zitierten nicht mehr geht:

    https://www.kampfkunst-board.info/fo...42#post3879242

  5. #5
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    Jetzt habe ich verstanden worum es geht.

    Ein weiteres WT, EWTO, GM Kernspecht bashing obwohl das Thema Wing Chun im Titel trägt.

    (Geschrieben bevor FireFlea #4 gepostet hat)
    Geändert von retep (05-05-2024 um 12:40 Uhr) Grund: zur Erklärung

  6. #6
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    Kurz gefasst:
    uns wurde der Glaube an das unschlagbare perfekte System wing chun irgendwann mal injiziert, gleichzeitig mit dem Glauben an das geheimnisvolle, ständig zu Erforschende oder zu Erkaufende.
    Dieser Glaube bringt die Praktizierenden dazu, lebenslang auf der Suche nach diesem goldenen Ei zu sein und jede bisher erarbeitete "Erkenntnis" frenetisch zu verteidigen.

    Wie kommt man da heraus? Entweder gar nicht, indem man wieder und wieder "sein wing chun" versucht upzugraden, meist auch mit dem Hintergrund seinen eigenen Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Oder man igniriert das einfach und bleibt bei seiner einmal gelernten Version und verteufelt jegliche Abweichungen.
    Oder man verlässt die Szene komplett und geht einfach seinen Weg, jenseits kommerzieller Dinge, die stets im wing chun implementiert sind.

    Es scheint wirklich so zu sein: Erwähnt man, man betreibe wing chun, kommt sofort die frage von Nicht-Laien, welcher Stil, woher ... und anschließend entweder Bestärkung (wenn es dem eigenen Stil des Fragers entspricht) oder sofortige Diskussion bis hin zu Anfeindung (wenn es nicht dem Stil des Fragenden entspricht)
    Selbst zu oft erlebt. Freundschaften zerbrechen daran, gerade Freundschaften leiden darunter. Es scheint, als würde aus dem gewählten wing chun Stil eine menschliche Eigenschaft und grundlegende Gesinnung einhergehen. Als hätte man zu einer feindseligen Religion konvertiert (selbst da ist es oft nicht so krass) oder als hätte man eine stark differente politische Gesinnung.

    Im Endeffekt bin ich seit langem nicht mehr erbaut darüber, auszusagen lange wing chun betrieben und gelehrt zu haben. Vor allem, weil es kaum noch positive Erinnerungen hinterlässt, ausgenommen persönliche kameradschaftliche Erlebnisse.
    Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.

  7. #7
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    Zitat Zitat von retep Beitrag anzeigen
    Jetzt habe ich verstanden worum es geht.

    Ein weiteres WT, EWTO, GM Kernspecht bashing obwohl das Thema Wing Chun im Titel trägt.

    (Geschrieben bevor FireFlea #4 gepostet hat)
    Nein, das ist kein Bashing.

    Die Ausgangsgedanken der TEs waren darzulegen, weshalb für ihn Wing Chun nicht mehr so ihn interessant ist wie früher.

    Meine Argumentation ist:

    Ein Punkt liegt bei jedermann im Persönlichen (habe ich oben ausgeführt)

    Ein zweiter Punkt ist, dass Kernspecht WT unattraktiv gemacht hat (habe ich auch oben ausgeführt).

    Das sind für die meisten Menschen die Gründe, warum sie nach und nach das Interesse am WT verloren haben.

    Ein paar Unentwegte schauen dann in dieser oder jener WC-Richtung, werden am Ende aber nicht glücklich, weil sie noch von früher wissen oder ahnen, was mit WT möglich ist und was es mal war, es das aber heute kaum oder gar nicht mehr gibt.

    Und gibt es noch die kleinste Gruppe, die sich im Streit oder aus Unzufriedenheit abwendet hat und in eigenen Verbänden oder im Verborgenen ihre eigenen Dinge machen.

    Am Ende haben aber die meisten wirklich KK Interessierten aufgehört oder die EWTO verlassen (und sind dann durch weniger enthusiastische und im Sinne von Kampf geeignete Mitglieder ersetzt worden), weil sie mit WT als effektives Kampfsystem nicht mehr einverstanden waren. Denn Kernspecht hat es kastriert.

    Und das liegt allein in Kernspechts Verantwortung, denn er ist der Chef.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
    ... Denn Kernspecht hat es kastriert.

    Und das liegt allein in Kernspechts Verantwortung, denn er ist der Chef.
    Also doch Bashing?

    Wenn du/ihr in Erinnerungen schwelgen wollt, dann schreibt doch einfach: "Ach was war das früher schön. Da wurde im WT Training viel mehr gekämpft. Als das nicht mehr so war, bin ich gegangen und habe mir ein anderes Hobby gesucht."

    Viel kürzer und verständlicher und ohne irgendwen anzupissen.

  9. #9
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    Zitat Zitat von retep Beitrag anzeigen
    Also doch Bashing?

    Wenn du/ihr in Erinnerungen schwelgen wollt, dann schreibt doch einfach: "Ach was war das früher schön. Da wurde im WT Training viel mehr gekämpft. Als das nicht mehr so war, bin ich gegangen und habe mir ein anderes Hobby gesucht."

    Viel kürzer und verständlicher und ohne irgendwen anzupissen.
    Deine Verkürzung der Sachlage ist falsch. Du verstehst es nicht. Ist aber okay.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
    Deine Verkürzung der Sachlage ist falsch. Du verstehst es nicht. Ist aber okay.
    Du meinst GM Kernspecht hätte das WT der EWTO kastriert und es für Kämpfer unattraktiv gemacht.
    Genau das ist entweder von dir völlig falsch aufgefasst, weil du nur siehst was in der Medienlandschaft stattfindet oder absicht. Ich gehe jetzt von falsch aufgefasst aus.
    Seit Jahren werden durch Großmeister und Meister kämpferische Programme geschaffen um auch weiterhin für Kämpfer attraktiv bleiben zu können.
    (Kunden gewinnen und Kunden binden gehört auch zur Verantwortung eines Chefs)
    In den 40 Jahren die ich in der EWTO bin sind immer Kämpfer gegangen und auch gekommen. Nicht jeder der sagt: Ich gehe weil zu wenig gekämpft wird ist ehrlich (umgekehrt genauso). Außerdem kannst du die verschiedenen EWTO Länder aufgrund unterschiedlicher Mentalität nicht 1:1 vergleichen.
    Ich stecke, was die aktuellen Angebote angeht nicht so tief drin, ich leite keine Schule und verlasse auch nicht mehr so viel meinen Heimatort wie früher, aber ich es gibt seit Jahren schon das "BlitzFight-Konzept" von GM König und GM Schrön.

  11. #11
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    Zitat Zitat von retep Beitrag anzeigen
    Du meinst GM Kernspecht hätte das WT der EWTO kastriert und es für Kämpfer unattraktiv gemacht.
    Genau das ist entweder von dir völlig falsch aufgefasst, weil du nur siehst was in der Medienlandschaft stattfindet oder absicht. Ich gehe jetzt von falsch aufgefasst aus.
    Seit Jahren werden durch Großmeister und Meister kämpferische Programme geschaffen um auch weiterhin für Kämpfer attraktiv bleiben zu können.
    (Kunden gewinnen und Kunden binden gehört auch zur Verantwortung eines Chefs)
    In den 40 Jahren die ich in der EWTO bin sind immer Kämpfer gegangen und auch gekommen. Nicht jeder der sagt: Ich gehe weil zu wenig gekämpft wird ist ehrlich (umgekehrt genauso). Außerdem kannst du die verschiedenen EWTO Länder aufgrund unterschiedlicher Mentalität nicht 1:1 vergleichen.
    Ich stecke, was die aktuellen Angebote angeht nicht so tief drin, ich leite keine Schule und verlasse auch nicht mehr so viel meinen Heimatort wie früher, aber ich es gibt seit Jahren schon das "BlitzFight-Konzept" von GM König und GM Schrön.

    Moin,

    lass uns doch mal für einen Moment aus der Rauffecke gehen: Ja, ich setze auch immer wieder gerne zynische Spritzen, aber letztlich ziehe ich den Hut davor, was KRK da aus dem Boden gestampft hat und was nach wie vor besteht. Über die Art und Weise sowie andere Facetten können wir nach diesen ganzen Jahrzehnten (aus eigener Erfahrung oder aber eben nicht) vortrefflich streiten. Aber letztlich hat er "uns" das Wing Chun nach Deutschland/Europa gebracht und ohne diesen Pioniergeist würde ich heute noch im Karateverein Roxheim stehen und Kihons schrubben, weil es nur A. Pflüger Bücher und kein Internet gab und für mich Shotokan DAS Karate war. Wir haben uns weiterentwickelt und sind mit dem Alter auch mündig geworden. Schaut euch doch einmal an, was die vergangenen Jahre passiert ist im Sinne von globaler Vernetzung und der Einblicke, die nun in/auf Kampfkünste möglich sind, die wir damals gar nicht hatten. Kernsprecht war gewissermaßen ein Heilsbringer und hat hier (in meinen Augen) regelrechte Aufklärung betrieben. Klar, Licht und Schatten auch hier. Aber unterm Strich ist das doch eine tolle Sache!

    40 Jahre sind eine lange Zeit und es sei dir absolut gegönnt. Du, wenn sich da nicht widrige Umstände (wir müssen in das Jahr 2000 zurückspulen, da war eine ganz andere Dynamik) aufsummiert hätten (vollkommen unabhängig von der EWTO und deren Inhalten an sich), die damalige Schule auf einmal geschlossen hätte und von Seiten der EWTO so gar keine Reaktion kam, wer und ob da nun jemand gesetzt wird, hey - da wäre ich vielleicht auch noch drin im Verband. Aber schon damals hat mir das Konzept BlitzDefence nicht gepasst und ich habe es als eine irgendwie nicht notwendige Nachjustierung empfunden, die ich eben (subjektiv) nicht mochte und an mich ging. Auch das "muss" dahinter, wie es in die laufenden Programme eingebaut wurde. Ich habe auch keinen Schulleiter damals erlebt, der nicht hinter vorgehaltener Hand einen Spruch über BlitzDefence gemacht hätte. (Boztepe: "Was willst du denn damit? Hier: BAMMBAMMBAMM!" *lach So typisch seine Art eben, wer ihn mal erlebt hat. Und Dingeldein hat nur gegrinst, wenn du mit dem die erste BD-Aktion machen wolltest und er sich keinen Millimeter bewegt hat!)

    So gesehen sind die "Blitz-Fight-Konzepte" doch letztlich auch nur wieder eine Feinjustierung oder aber Passung an...ja, an was denn? Ich denke, hier zeigt sich exemplarisch doch, wie verändert das Wing Chun wurde - bitte wertneutral lesen! Es ist doch vollkommen in Ordnung, wenn die EWTO ihr Ding macht und hierbei immer wieder neue Impulse setzt. Enjoy and have fun, sage ich da gerne. Aber in meinen Augen braucht das Wing Chun an sich (wie auch das Karate, wenn gescheit vermittelt) keine speziellen Blitz-Fight-Konzepte, denn es ist (ich wiederhole mich) gescheit und auf dem Boden gelassen vermittelt recht zügig durchaus tauglich. Und Kernspecht hat eben die letztliche Führungskompetenz in dem Laden - er ist der Kapitän und hat das Sagen. Das ist eben so in solch Institutionen (wertneutral zu lesen!!!!!!) - wie sollst du die Meute denn sonst im Griff halten und (wie du schreibst) der Profit muss eben auch im Blick behalten werden. Inwieweit dies nun mitgemacht wird, hier kommt die eigene Meinung ins Spiel und die sollte doch jedem Menschen zugestanden werden.

    Insofern hat er das WT der EWTO nicht kastriert. Im Gegenteil! Ich denke eher, er hat aus dem Wing Chun das (sein) WT entwickelt und entwickelt im Rahmen der EWTO weiter. Absolut legitim!



    Zum Ende ein interessanter Aspekt, den du ansprichst: "Außerdem kannst du die verschiedenen EWTO Länder aufgrund unterschiedlicher Mentalität nicht 1:1 vergleichen." Jep, absolute Zustimmung! Mir kommt da gerade Mad(d?)ay (Polen?) in den Sinn und was der da treibt im positiven Sinne. Klar, auch hier nur Einblicke durch die Bilder und Clips, die man zu sehen bekommt, aber irgendwie schwingt da noch dieses "old-school" WT mit - also Schweiß, Stress und immer wieder die identischen Drills, bis du diesen Biss hast. Ist der nicht nur noch mit LT unterwegs?
    Geändert von ZEN2021 (05-05-2024 um 17:47 Uhr)

  12. #12
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    mach boxen und grappling
    ich habe keine signatur

  13. #13
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    Zitat Zitat von ZEN2021 Beitrag anzeigen
    ...
    Zum Ende ein interessanter Aspekt, den du ansprichst: "Außerdem kannst du die verschiedenen EWTO Länder aufgrund unterschiedlicher Mentalität nicht 1:1 vergleichen." Jep, absolute Zustimmung! Mir kommt da gerade Mad(d?)ay (Polen?) in den Sinn und was der da treibt im positiven Sinne. Klar, auch hier nur Einblicke durch die Bilder und Clips, die man zu sehen bekommt, aber irgendwie schwingt da noch dieses "old-school" WT mit - also Schweiß, Stress und immer wieder die identischen Drills, bis du diesen Biss hast. Ist der nicht nur noch mit LT unterwegs?
    Info:
    Großmeister Norbert Máday ist nicht und war nie in der EWTO. Er leitet den ungarischen WingTsun-Verband und ist Leiter der EEWTO . Die kannst du von Aufbau/Struktur etc.. aber nicht mit der EWTO vergleichen und war auch nie Bestandteil der EWTO. In den EEWTO Ländern und der IWTA-NAS (USA/Nordamerika) war GM Leung Ting erst zu Besuch. Während in der IWTA-NAS auch immer noch ein gewisser Einfluss durch EWTO Programme feststellbar ist (z.B. weil Emin Boztepe mal der Landestrainer war) wirst du das in den EEWTO Ländern nicht feststellen.

  14. #14
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    Zitat Zitat von retep Beitrag anzeigen
    Du meinst GM Kernspecht hätte das WT der EWTO kastriert und es für Kämpfer unattraktiv gemacht.
    Genau das ist entweder von dir völlig falsch aufgefasst, weil du nur siehst was in der Medienlandschaft stattfindet oder absicht. Ich gehe jetzt von falsch aufgefasst aus.
    Seit Jahren werden durch Großmeister und Meister kämpferische Programme geschaffen um auch weiterhin für Kämpfer attraktiv bleiben zu können.
    (Kunden gewinnen und Kunden binden gehört auch zur Verantwortung eines Chefs)
    In den 40 Jahren die ich in der EWTO bin sind immer Kämpfer gegangen und auch gekommen. Nicht jeder der sagt: Ich gehe weil zu wenig gekämpft wird ist ehrlich (umgekehrt genauso). Außerdem kannst du die verschiedenen EWTO Länder aufgrund unterschiedlicher Mentalität nicht 1:1 vergleichen.
    Ich stecke, was die aktuellen Angebote angeht nicht so tief drin, ich leite keine Schule und verlasse auch nicht mehr so viel meinen Heimatort wie früher, aber ich es gibt seit Jahren schon das "BlitzFight-Konzept" von GM König und GM Schrön.
    Ich bin selbst Schulleiter der EWTO Schule / EWTO Zentrum Dresden / in Dresden. Eines darf man nie vergessen und das tun leider sehr viele: Menschen, welche sich für den Kampfkunstunterricht (auch bei uns in der EWTO) entscheiden, möchten in der Regel einen Ausgleich zum Alltag (man könnte dies auch Freizeitsport nennen) (Arbeit etc.). Die meisten wollen keine KILLER-AUSBILDUNG absolvieren, sondern in einer vernünftigen Athmösphäre lernen, sich einigermaßen vernünftig verteidigen zu können, ohne dabei mit Prellungen und Verletzungen am nächsten Tag zur Arbeit zu müssen. Natürlich darf es im Training auch mal heftiger zugehen oder auch mal wehtun, jedoch sollte es immer im Rahmen ablaufen. Damit habe zumindest ich die besten Erfahrungen gemacht. Das gilt für das Kids Training als auch für die Erwachsenen, wobei ich bei den Kindern den Fokus auf die Selbstbehauptung lege. Was GM Kernspecht angeht, wird oft vergessen, dass er mittlerweile fast 80 Jahre alt ist! Da ist der Körper in einem völlig anderen Zustand als zu Zeiten als er 20 oder 30 Jahre alt war. Hier MÜSSEN also auch Methoden entwickelt werden, mit welchen er sich auch noch in einem so hohen Alter möglichst mühelos verteidigen kann. Hierzu hat er dann gewisse Programme und Vorgehensweisen entwickelt und gibt diese halt an seine Leute weiter. Lediglich ALLES bei uns immer nur mit "geldmacherei" in Verbindung zu bringen, ist einfach Inhaltslos und definitiv nicht richtig, weil unser Programm weit mehr vorsieht. Jeder mag trainieren wo er / sie will. Wem die EWTO nicht gefällt kann ja woanders hingehen, es gibt genug Möglichkeiten. Es wird niemand gezwungen bei uns zu trainieren. Nur halte ich das ständige Verurteilen und das Bashing unseres Verbandes für verschwendete Lebenszeit.
    Ist der Weg frei, stoße vor !

  15. #15
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    Hier MÜSSEN also auch Methoden entwickelt werden, mit welchen er sich auch noch in einem so hohen Alter möglichst mühelos verteidigen kann.
    Das ist nicht möglich- Da hilft dann nur noch ne Knarre. Der Glaube an irgendwelche Supertechniken ist eine Verneinung der Realität. Aber ich glaube auch nicht, dass es ihm darum geht.

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