
Zitat von
Nick_Nick
Ich denke auch, das ist eine These, die stimmt und auch wieder nicht. Mein 6jähriger Enkel will regelmäßig mit mir "kämpeln" (= seine Energie loswerden, er schlägt und tritt auf mich ein wie ein Irrer). Wenn er verfehlt, haut's ihn regelmäßig fast hin. Er holt einfach das Maximum an Kraft aus allem, was er hat. Seine Extremitäten sind aber nach meinem Dafürhalten genauso verspannt wie bei einem Erwachsenen. Ein Erwachsener kann sich allerdings besser im Gleichgewicht halten, deswegen fällt die Verspannung mehr auf.
Ich finde die mal gehörte Aussage stimmig, dass der Mensch letztlich ein Affe ist und als solcher mit den Extremitäten arbeitet, allem voran unter Nutzung des Bizeps. Kampfsporttraining i.A. ("unseres" jedenfalls auf alle Fälle) zielt denke ich u.a. darauf ab, diese natürliche "Körperarbeit" umzuprogrammieren (also im Sinne, dass die Arbeit des Bizeps und Deltoid so gut es geht auf null gesetzt wird).
Dein Beispiel mit deinem Enkel finde ich sehr schön. Hier kommt es darauf an, was das Kind dabei beabsichtigt. "Kämpfen" als pures ablassen von Energie ist nicht Kämpfen. Mit meinen Kindern habe ich das anders geübt. (Eigene und vor allem Hunderte von Trainingskindern) Ich gab ihnen null Widerstand und "bedrohte" sie dennoch, so dass sie ganz andere Optionen erfinden mussten, um dagegen anzukommen. Diese wandten sie dann auch an, wenn Widerstand kam, da sie aus Erfahrung wussten, dass es anders absolut gar nicht geht. Das führte dazu, dass ich mal einen Test machte: Ich nahm beliebige so getrimmte Kinder und einen erwachsenen WT- trainierten fortgeschrittenen Schüler und setzte aus einem harmlosen Gerangel mit 20% Intensität den immer gleichen Hebel an und zwar auch schnell. Es ist kein wissenschaftlicher Test, nur ein spielerisches Austesten: Keins der Kinder landete im Hebel, sie waren schon bei dem Ansatz einer unangenehmen Bewegungsveränderung komplett adaptiert aus der Sache raus. Der erwachsene WT'ler war so in seinem Muster (Druck hier und da aufbauen) gefangen, dass er immer in dem Hebel landete, und sogar in Zeitlupe sein Nervensystem keine Lösung fand. Das ganze ist nun fast 20 Jahre her.
Und das ist nur eine unbedeutende von Hunderten Erfahrungswerten und Experimenten auf der Suche nach optimalem Lernen und der Nutzung des per se äußerst intelligenten Nervensystems. Nun kann man sich vorstellen, weshalb sich bei mir viele Nachteile von technikorientiertem Training/monoton ausgeführten Kräftigungsübungen/ Abläufe/Kombos herauskristallisierten.
Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.