Zitat Zitat von Vegeto Beitrag anzeigen
Nie gehört. Schade, ich hatte jetzt auf einem vom DKV gehofft. Ist jemand hier im DKV der schon mal einen Mawashi Tsuki gezeigt bekommen hat, außer im Kyokushin oder von Albrecht Pflüger?
Diese Frage ist hinterhältig, mein Lieber!

Sie scheint zu unterstellen, daß es einen Mawashi-Zuki nur im Kyokushinkai oder bei "Exoten" gäbe.

Aber Gott sei Dank scheinen die Exoten im (Shotokan-)Karate ja immer mehr zu werden, denn diejenigen, die einem (es beginnt die nächste Diskussionsrunde!) "klassisches"/"traditionelles"/"wirkungsvolles" (beliebig aussagekräftiges Adjektiv einsetzbar!) Karate lehren, zeigen dir sehr wohl auch einen Mawashi-Zuki, den man schon in M.Nakayama's Klassiker "Karate-Do" ausführlich beschrieben findet. Insofern schreibt Meister Pflüger in seinen Büchern nichts wundersam Neues oder gar bei Mas Oyama ab.

Warum also die Diskussion?

Ein richtig ausgeführter M-Z. kann fürchterliche Wirkungen hervorrufen. Man stelle sich vor, du schlägst die Deckung des Angreifers weg und konterst mit M-Z gegen die Schläfe (Seiken).

Mas Oyama hat diese Technik als eine Grundtechnik für wirkungsvolles Karate angesehen und gelehrt. Was sollte daran falsch sein und warum sollte man diese Technik nicht auch im Shotokan-Ryu anwenden?

Es sei denn, man hätte Angst vor Treffern, weil nicht korrekt ausgeführt, a) zu hart/durchgezogen b) schlampig/zu weit entfernt vom Ziel oder ohne Kime - also wirft man sowas aus dem offiziellen Wettkampfprogramm raus und langsam aber sicher verschwindet eine Technik aus dem allgemeinen Karateunterricht.

Sorry, aber die ersten Techniken, die ich in den 70ern gelehrt bekam, waren Uraken, Ura-Zuki und Enpi und alles aus der Nahdistanz, wo Du keine Chance hast, in Zenkutsu zurückzusetzen, Gedan-barai zu machen und anschl. dem Gegner in Kamae zu sagen, Du hättest schon mal Karate gemacht (es sei denn, man hofft, der Gegner würde sich daraufhin totlachen!).