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ist das so?!

offenbar nicht
Stimmt. Ich hatte nicht an Stösse gedacht, wo vorher beide Körper in Bewegung sind. Und ich war (automatisch) davon ausgegangen, dass der stossende Körper nachher ruhen würde oder seine Bewegungsrichtung beibehält. Zumindest wird der andere Fall ja nie geübt.
Und unter den Bedingungen trifft meine Annahme, glaube ich, zu.

Sollen wir daraus jetzt schliessen, dass wir beim Mae-geri mehr erreichen, wenn wir nachher selbst umfallen?

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also mal abgesehen davon, dass ich shotokan-karate-zukis zum kotzen finde, dient die körperbewegung einerseits zum distanzüberbrücken, andererseits um die verbindung zwischen trefferzone und erdboden zu schaffen, welche für einen festen schlag nötig ist.
Distanzüberbrücken ja, aber festerer Stand?
Es geht mir auch nicht um das Drehen des Oberkörpers oder solche Anpassungen der Haltung, sondern wirklich um den Schritt vorwärts und die Schwerpunktsbewegung. Dass das Sinn macht, bezweifle ich nicht.

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kannst ja mal am sandsack mit einer beliebigen fausttechnik erst stehend und dann im sprung rumprobieren. letztere werden recht wirkungslos sein.
Klar. Energie und Impuls werden auf die beiden stossenden Körper verteilt, umgekehrt dem Masseverhältnis. Stehe ich fest, zählt die Erde zu meiner Masse dazu und ich bleibe in Ruhe.

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weitere bedeutung: es verstärkt die drehung der schulter, was dann doch direkten einfluss auf die schlagkraft hat. vergleiche hierzu die schadens/KO-wirkung von jab und cross bei boxern. von der armbewegung unterschieden die sich nicht... ein gerader schlag, wohl aber durch hüft-,körper und schulterdrehung, was die wirkung verheerend erhöht.
siehe oben (Schwerpunktsbewegung bzw. Rotation)

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man muss sich selbst in richtung ziel bewegen, weil das einzige, was verhindert, dass man selbst sich selbst wegschiebt die massenträgheit bzw die hohe translationsenergie ist.
Nein, nicht nur.
Du stellst einen Hebel mit Drehpunkt Fuss des Standbeins dar. Über den Tritt wirkt beim Auftreffen ein Drehmoment auf diesen Hebel. Hast Du ein entgegen wirkendes Drehmoment, heben sich beide auf. Das erreichst Du, wenn Du mit dem Schwerpunkt vor der Standfläche stehst (das ist dasselbe wie beim Zenkutsu-dachi: hinteres Bein stützt ab).
Mit der Bewegung, die dann zur Ruhe kommt, lässt Du das Drehmoment wirken, aber nur zum Abbremsen.
Du merkst, was ich meine, wenn Du Dir Deine Haltung vergegenwärtigst, wenn Du jemanden aus dem Stand mit Mae-geri langsam wegdrücken willst. Auch da bremst Dich keine Eigentranslation. Du musst das wirkende Drehmoment mit der Gewichtskraft und mit Körperspannung und Bodenhaftung ausgleichen.

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vielleicht wird dir das auch so gegangen sein, wie mir: wenn man tritte viel in der luft geübt hat, sodass man ne saubere technik hat und sich dann damit am sandsack probiert, tritt man sich potentiell eher selbst weg, weil man eben beim treten in der luft nie diese bewegung richtung gegner drin hatte und nur diese dafür sorgt, dass die trittkraft den sandsack statt einen selbst wegschiebt.
Ja, kenne ich. Das liegt genau an dem beschriebenen Ausgleich des Drehmomentes, das im Kihon nicht gemacht werden kann.
Ein bisschen kann man es reinbringen, indem man schaut, ob man in der Endpunkthaltung nach vorne fällt. Wenn nicht, wird es mit einem gestossenen Tritt nichts werden.
Zum Glück gibt es aber auch den geschnappten Tritt, bei dem das nicht gilt.