Was das Kämpfen angeht, werden z.B. im Muay Thai Kinder mit 8 Jahren in den Ring geschickt um im Vollkontakt zu kämpfen.
Natürlich ist das für die westliche Welt unverständlich wie man das seinen Kinder antun kann, aber Thaiboxer zählen nicht umsonst zu den härtesten Kämpfern der Welt, das ist aber auch der Grund warum Kyokushin Karateka zu den härtesten Kämpfern der Welt zählen, gerade weil sie von Anfang an lernen wie man auf Kontakt kämpft, wie man mit schmerzen und verletzungen umgeht und vermeidet.
Jetzt mag der Eine oder Andere sagen "wir machen Karate und kein Muay Thai, das wäre nicht der Geist des Karate Do, Karate dient nicht zum Angriff" alles Bullshit.
Das hab ich mich auch immer gefragt! Blöcke funktionieren nur wenn man weiß wohin der Gegner schlägt bevor er es tut, weil man sonst zu langsam ist.
Oder man bewegt sich raus und blockt dann:
YouTube - Jerome Le Banner - Teep defense
Aber klappen tut das bei mir auch eher selten, mein Trainer hingegen leitet verdammt viele - insb. Tritte - weiter
@shugyo: Was verstehst du unter lockerem Randori und unter Jiyu Kumite? Scheinbar nämlich estwas ganz anderes als ich. Locker ist eigentlich ein schlechter Ausdruck, da man immer locker kämpfen muss, ich denke mal, du meinst das nicht so hart zugeschlagen wird?
Also ich schieb nur mal schnell meine Definitionen der Begriffe rüber, damit wir wissen wovon der andere spricht.
randori: Alles ist erlaubt, schlagen, treten, hebeln, werfen, Bodenkampf und was sonst dazugehört. Regeln: Nicht in die Augen oder zwischen die Beine, nicht auf Gelenke schlagen oder treten (nur hebeln).
Jiyu Kumite: Freikampf unter den Regeln den Regeln des Shiai. (sprich: DKV Wettkampfordnung)
Nach dieser Definition ist Jiyu Kumite definitiv nix für Anfänger, da diese pausenlos disqualifiziert würden und ausserdem nach ein paar Sekunden einen Treffer kassieren würden und somit wieder (ohne etwas gemacht/gelernt zu haben) an die Grundlinie zurück müssen.
@Masushi: Ich hab auch mit Karate angefangen um nicht kämpfen zu müssen. Dann hat die Realität angeklopft und mir klar gemacht, dass eine Kampfkunst einen allerdings dazu befähigen sollte im Ernstfall kämpfen zu können. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied
Aaaaahh *panisch im Kreis renn*
Geändert von Dakan (08-07-2010 um 09:52 Uhr)
Ich zitiere mal Brecht (auch wenn er es über einen Arbeiteraufstand in Wien geschrieben hat und nicht über den Krieg, wie immer behauptet):
„Die Gedichte von Bertolt Brecht in einem Band", 1981, Seite 503. (Suhrkamp)Wer zu Hause bleibt
Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt / Und läßt andere kämpfen für seine Sache / Der muß sich vorsehen: denn / Wer den Kampf nicht geteilt hat / Der wird teilen die Niederlage./ Nicht einmal den Kampf vermeidet / Wer den Kampf vermeiden will: denn / Es wird kämpfen für die Sache des Feinds / Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.
Grüße
Kanken
Also, Jiyu Kumite entspricht für mich ziemlich deiner Definition (wenn das auch mit dem DKV nichts zu tun hat). Für mich bedeutet Jiyu Kumite Freikampf. Keine abgesprochenen Techniken, versuchen einen Punkt zu machen (bei uns Shobu-Ippon -JKA). Technik mit vollem Kime durchziehen, Gegner durch Antäuschen zu Reaktionen zu veranlassen, um die Deckung aufzureißen, etc... Bei dieser Freikampf-Definition sind wir uns anscheinend einig darüber, dass das nichts für Anfänger ist.
Unter Randori verstehe ich ein eher spielerisches Ausprobieren von Techniken gemeinsam mit dem Partner (Partner passt hier gut - nicht Gegner). Eher lockere Techniken, die nicht mit voller Geschwindigkeit und Kraft durchgezogen werden. Dem Partner die Möglichkeit geben, auf nicht angesagte Angriffe auch entsprechend zu reagieren, ingesamt mehr ein Miteinander als ein Gegeneinander. Artet allerdings öfter aus, wenn sich die Partner nicht mögen...
Vielleicht ist es ja nur ein Definitionsproblem und wir sind gar nicht so weit auseinander.
Grüße
Ich respektiere Funakoshi, aber Karate gab es schon vor ihm und es gibt noch viele Andere die man respektieren sollte und jeder hat seine eigene Meinung zu dem Thema.
Karate ist nicht nur Wettkampf und sollte auch nicht darauf reduziert werden.
Das mit dem Geist, dem Spirit ist so ne Sache und ist leider bei vielen erst gar nicht vorhanden.
Hallo,
wenn wir von Shotokan reden, beziehen wir uns auf Funakoshi, auch wenn er die Stilbezeichnungen nicht mochte. Shoto ist ja der Künstlername von Funakoshi.
Wenn Karate nur Wettkampf wäre, müsste ich mit meinen fast 45 Jahren ja schon längst mit Karate aufhören. Ich bin aber froh, dass Karate so vieles andere beinhaltet, so dass ich es hoffentlich bis an mein Lebensende betreiben kann. Ich habe auch kein Problem damit, wenn mich die ganzen jungen Heißsporne belächeln, wenn ich meine Kata übe. Karate kann auch ein Weg zu Zufriedenheit und Gesundheit sein. Das reicht mir völlig, ich muss nicht die ultimative Kampfmaschine sein.
Für mich sind die Kampffähigkeiten eher ein Nebenprodukt, haben mir auch schon öfter in meinem Leben geholfen. Dafür reichts.
Grüße
Vllt. war Funakoshi auch nur ein besonders besonnener Mann, für diesen Idealismus wird er ja noch heute über die Shotokan hinaus verehrt.
Schaun mer mal, als Funakoshi sein Karate lernte, da gab es überhaupt keine Wettkämpfe. Seine Beweggründe Karate zu betreiben waren, sich seinen Charakter nicht zu versauen. Der Shotokan Dojo-Kun stellt klare Regeln auf, die nur ganz ausnahmsweise überschritten werden dürfen.
Kyokushin hingegen strebt erst nach der Vervollkommnung des Charakters, der Dojo-Kun beschreibt lediglich Ziele die man erreichen möchte.
Okay 1. ich mache Shotokan und ich verehre Funakoshi nicht. Ich kenne auch niemanden der soetwas tut. Ich respektiere ihn, dafür das er das Karate verbreiten wollte und dies geschafft hat, aber da hörts dann auch auf.
2. Ich glaube über seine Beweggründe sollte man keine Vermutungen anstellen. In seiner Biografie steht, dass Funakoshi ein kränklicher kleiner Junge war, der zur Verbesserung seiner körperlichen Verfassung mit Karate begann. Diese "Charakterschiene" kam wohl erst später.
3. Nicht jedes Shotokan Dojo hält sich strikt an die Dojo-Kun. Ich weiß manche rezitieren sie sogar auf japanisch vor dem Training, aber bei uns wird nicht nach diesen Regeln gelehrt. Ist Funakoshi nicht ausserdem nur für die Shoto Niju Kun verantwortlich?
Ich kenns nur ausm DKV, keine Ahnung ob die ihre Wettkampfordnung 1 zu 1 von der JKA übernommen haben, darum der Hinweis. Genau die hervorgehobenen Stellen sorgen dafür, dass Jiyu Kumite nichts für Anfänger ist. Es hat in meinen Augen nichts mit einem "echten" Kampf gemein. Aber wie immer jedem seins![]()
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