Ich denke das kommt hier sehr stark auf den eigenen Erfahrungsschatz drauf an.
Wenn ich nie über meinen eigenen Tellerrand geblickt habe und nicht weiß, wie andere kämpfen, dann kann das zu einer Arroganz führen, die mich eine Ausseinandersetzung aufgrund des Auftretens gewinnen lässt – auch wenn ich ein mieser Kämpfer bin (das weiß der andere ja nicht).
Genauso kann es passieren, dass ich über meinen Tellerrand blicke und plötzlich merke, oha, da gibt’s noch so viel, das ich nicht weiß und so viele Leute, die so viel besser sind als ich, dass das zu Unsicherheit und damit zur Niederlage im Konflikt führt. Man besiegt sich quasi mit seinen Selbstzweifeln.
Und dann gibt’s halt noch die, die über den Tellerrand blicken und hart trainieren, um ihre Selbstzweifel auszuräumen. Die wissen dann meist genau, was sie können und was sie nicht können. Der vermutlich beste der drei Fälle, um einen Konflikt zu lösen, da sie entsprechend selbstsicher auftreten und!!! was können
MMn. ist Fall 1 am gefährlichsten, wenn genau während des Konflikts der Blick über den Tellerrand erfolgt und man nicht damit umgehen kann.
Hierfür gibt’s dutzende Drillformen und Streßtrainings, um diese Dinge zu automatisieren. Ist also eine Trainingsfrage – wie so oft.
Den "Blick über den Tellerrand" habe ich bei uns kurz nach meiner Grüngurtprüfung erlebt, als ich ein Streßtraining mit einem unserer besten Braungurte hatte. Mein Uke zur Prüfung, mit dem ich zuvor sehr sehr viel trainiert hatte, war ein wirklich guter Uke, aber kein Gegner. Und das hatte mich doch etwas arg vom Boden abheben lassen. Der Braungurt war so nett und hat mich in die Realität zurück geholt. Es war hart und ich hatte danach richtige Selbstzweifel, was mein JJ anging. Aber durch kontinuierliches Training und Entschlossenheit hat sich das mittlerweile wieder gegeben. Hat aber auch lang genug gedauert.






Mit Zitat antworten