Zitat Zitat von Simplicius
Wenn einer abnehmen will und isst deshalb jeden Tag zusätzlich ein Glas Nutella, dann ist das unvernünftig, egal, ob er meint, dass er durch Nuss-Nougat-Creme abnimmt, weil die Fußballer ja alle so schlank sind.

Es kommt also lediglich darauf an, ob die Handlung geeignet ist, gesetzte Ziele zu erreichen, nicht ob irgendjemand meint, dass das so sein.

wenn du denkst das du durch extra viel Nutella abnehmen würdest, wäre es für dich auch vernünftig es so zu machen,
mit jedem Ergebnis fängt das Spiel von vorne an,
wenn das Ergebnis vermeintlicherer weise als Erfolg relativiert wird, machst du auch damit weiter,
wenn es als Misserfolg anerkannt wird, kommt halt eine Erkenntnis mit entsprechender Wirkung hinzu

Unvernünftig wird es, wenn du nicht imstande bist ein Urteil zu bilden und/oder dir dies abnehmen lässt


Vernunft = ....
Mündigkeit = .....

Wenn ich aus dem Auge blute, dann geh vernünftigerweise zu einem Arzt und verlasse mich auf dessen Urteil anstatt auf mein eigenes.
Deshalb bin ich nicht unmündig.
Naja wie gesagt im meinem Kontext kommen die Beide auf das selbe hinaus,
weil ich mich schwer tue, da einen praktischen Unterschied zu machen ....


Für Mündigkeit, die Wahl des eigenen Handels, braucht man ja auch die Möglichkeit einer reelen Entscheidung,
wenn ich mich lebensgefährlich verletze, bleibt mir keine Wahl als mich retten zu lassen

ab den Zeitpunkt bin ich dem Arzt / der Situation "ausgeliefert", die Verantwortung geht über, ich bin quasi unmündig,
da ist auch nicht wirklich Platz für Vernunft, weil ich einfach nicht erkennen würde/könnte was richtig/falsch ist,

der Arzt kann mir ja viel erzählen und mich vor schein Wahlmöglichkeiten stellen,
was bei nixblick dann genauso gut ist, wie auf das Urteil eines Münzwurfes zu vertrauen


Aus der Zielsetzung und den Rahmenbedingungen folgt ob eine Handlung vernünftig ist, oder nicht.
Gödel ist verhungert, weil er aus Angst, vergiftet zu werden nix mehr gegessen hat.
Rein auf die Zielsetzung bezogen "nicht vergiftet zu werden" ist das eventuell vernünftig.
Es ist aber anzunehmen, dass er nur deshalb nicht vergiftet werden wollte, um den eigenen Tod zu vermeiden.
Wenn das so war, dann war das Einstellen der Nahrungsaufnahme recht unvernünftig.
höhö und "der Mündige" sorgt selbst für das Ziel und den Rahmen,
vielleicht lag auch einfach für Gödel der Tod durch Vergiftung näher als der durch Verhungerung,
bzw hatte das Verhungern garnicht im eigenem Horizont


ok, wir spielen jetzt mal Poker
du hast 4 Asse, du setzt entweder alles oder wirfst ab,
was wäre vernünftiger ?
natürlich das abwerfen, denn deine Vernunft kennt keine Grenzen
und du hast erkannt das ich ein straight flush haben werde

Ist es also doch streitbar, ob das sich das Bild mit der Perspektive ändern kann ?

und wer keine Ahnung hat, sucht sich besser jemand, der sich damit auskennt
oder es zumindest vorgibt,
du beurteilst doch nicht etwa selbst, ob jemand genügend Wissen/Können/Erfahrung/Intellekt hat


Ja, nach Deinem Verständnis ist jeder Paranoiker vernünftig.
Der Erfolg gibt ihnen recht

aber was ist eigentlich deren Zielsetzung und Rahmen

So wie jeder in gewissen Grenzen einen absolut freien Willen hat,
ist auch jeder in gewissen Grenzen absolut vernünftig

Und ohne Grenzen ist jeder befangen und unvernünftig...


btw
vertrete ich nicht "Jeder ist vernünftig", ich halte ganz bestimmt nicht jeden für VerMündig, eher im Gegenteil ...,
sondern habe Vernunft mit Mündigkeit gleichgesetzt

und wende lediglich ein,
das Vernunft,
abhängig vom Betrachter und Moment/Rahmen/Maßstab ist und nicht von einer übergeordneten l33t Feststellung von Richtig und Falsch,
sowie halt Mündigkeit abhängig von reelen Wahlmöglichkeiten, und demjenigen der sie erkennt/nutzt, ist
und nicht (nur) von der bloßen Entscheidungsfreiheit, wie bei Kopf oder Zahl