Ich meine, das viel Situationen denkbar sind, die man eben nicht alle simulieren kann. Ich habe auch nach wie vor Zweifel - an diesem Punkt z.B. gehe ich konform mit Kelte - das damit die deutliche Minimierung einer Überforderung, Verletzung, Tötung etc. gegeben ist. Vielleicht !, ich betone vielleicht wäre das eine Frage der Wiederholungshäufigkeit- das zu durchlaufen, dagegen spricht die Tatsache, dass eine solche Situation sehr stressig ist und wie man auch immer die aufgeführten Verletzungen, psychischen Belastungen (Traumata?) etc. bewertet, man will sie vermutlich nicht regelmäßig in Kauf nehmen bzw. erleiden.
Natürlich hat Kanken recht, wenn er betont das Kampfkunst etwas mit Kampf zu tun hat, also letztlich auch mit der Vorbereitung auf reale Gewalt-Situationen.
Andererseits wirkt das so, dass andere Trainingsformen, die sich nicht an vergleichbare Szenarien orientieren letzten Endes praktisch (im wahrsten Sinne des Wortes) wertlos oder nahzu wertlos sind oder sagen wir wenig zielführend. Ich kann dem nicht zustimmen. Jeder erfahrene Kampfsportler wird sicher auch an seine Grenze kommen, ich glaube aber nicht das z.B. ! einer, der (intensiv) jahrelang geboxt hat, evtl. Profi war, eben deshalb im Nachteil wäre, weil er ein solches o.a. Szenarion nicht durchlaufen hat.
Es wird sicher schwierig werden, die Annahme, die hinter der o.a. Vorgehensweise steht , empirisch zu belegen, man wünscht es ja auch niemandem solche Realsituationen zu erleben. So bliebt doch eine
gehörige Portion Spekulation hinschtlich der Wirkung im Falle des Falles.
Es gibt da so viele Faktoren, die da einfließen.
Meine bescheidene Meinung, ich hoffe sachlich genug, mir gehts hier nicht um persönliche Schelte (kanken weiß das)
Mich würde noch interessieren, wie das emotionale Erleben ist (also was die Leute, die es mitgemacht haben berichten), währendessen, kurz danach und mit zeitlichem Abstand.
Also für den Wettkampf würde ich dir zustimmen. Bei der SV-Sache bin ich mir da nicht so sicher. Letzten Endes habe ich die Prüfung bei Kanken nicht gemacht, und kann von daher auch nicht mit letzter Sicherheit antworten, aber: Alle Stressdrills die ich jemals mitgemacht habe (und die ich auch noch regelmäßig mitmache) haben bei mir zumindest den subjektiven Eindruck erweckt, mich in einer ernsten Situation zumindest besser behaupten zu können als vor dem Drill.
Ob das jetzt tatsächlich zutrifft.. Woh knows?
Aber ich muss dir ehrlich sagen mich reizt an der kank'schen Varianteauch mehr der Fakt was ich über mich selbst dabei lernen kann und weniger der SV Gedanke.
Das kam ja jetzt auch schon des öfteren.
Und - jetzt lehne ich mich mal ganz schön weit aus dem Fenster - ich denke, dass das kanken und seine Leute ähnlich sehen.
Text gelöscht,
Konkrete Nachfrage: Möchtest du damit behaupten, im Kampfsport lernt man, gewalttätig zu werden? Wenn ja: Warum - um Himmels willen - sollte man dann noch Eltern dazu raten, ihre Kinder zum Kampfsport zu bringen... oder glaubst du, Eltern wollen, dass ihre Kinder Gewalt trainieren..??
sorry ich bin hier nur mitleser und finde das grad spannend. was mir bei der sache durch den kopf geht ist, das es eine möglichkeit ist sein grenzen zu sehen und zu erfahren wie man reagiert, menschen die viel zu verlieren haben verhalten sich in extremsituationen anderes wie sagen wir mal ein jungspund ohne perspektive usw. und trotzdem zeigt eine solche übung jedem seine begrenztheit und das ist in meinen augen wichtig um situationen später im vorfeld schon aus dem weg gehen zu können oder zu klären. viele kampfsportler/künstler leben in ihrer kleinen welt und finden sich unbesiegbar weil sie vielleicht oft in wettkämpfen gewinnen oder in ihrem dojo die "unbesiegbaren" sind, das führt zu fehlverhalten. also ich finde die herangehensweise von kanken nicht schlimm, wenn es den darum geht wie ich das grad für mich sehe. vielleicht lieg ich auch total falsch.
tschü
Gewalt ist das Einsetzen physischer und psysischer Mittel zum erreichen eines Zieles.
Daher ja in den Kampfkünsten lernt man gewalttätigt zu handeln, eindeutig.
Entweder zum Selbstschutz, zum sportlichen Vergleich oder aus anderen Gründen.
Auch die Abwehr eines Angriffes ist Gewalt.
Ich weiß nicht was Eltern wollen und es ist mir auch vollkommen gleich.Wenn ja: Warum - um Himmels willen - sollte man dann noch Eltern dazu raten, ihre Kinder zum Kampfsport zu bringen... oder glaubst du, Eltern wollen, dass ihre Kinder Gewalt trainieren..??
Ich weiß nicht warum man Eltern überhaupt was raten sollte, es sind ihre Kinder und es ist ihre Aufgabe diese zu erziehen.
Ich weiß aber das ich es als Augenwicherei halte Sachen nicht so zu benennen wie sie sind nur um etwas Gesellschafts- und Familienfreundlich zu vermarkten.
Kampfkunst ist Gewalt.
Ohne Gewalt macht Kampfkunst keinen Sinn und man könnte genauso gut zum Ausdruckstanz gehen.
Dort können Kinder ebenfalls wichtige Lektionen lernen.
Aber es ist Aufgabe der Eltern das zu Entscheiden oder besser noch die Entscheidung des Kindes.
Den für viele Vereinstrainer gibt es nichts schlimmeres als unmotivierte im Verein geparkte Kinder zu bespaßen weil den Eltern der Floh ins Ohr gesetzt wurde in den Kampfkünste gebe es das Rundumsorglos Paket der Kindererziehung.
Gruß Nani
Kinder sind fasziiert von Gewalt. Kinder haben auch Aggressionen. Und sie experimentieren damit, was ich auch für einen notwendigen, unweigerlichen Schritt in ihrer Entwicklung halte. Es sind die Erwachsenen, die das in ihren Kindern oft verleugnen. Und der Sport, auch der Kampfsport, ist eine Möglichkeit, damit in einem geregelten Umfeld Erfahrungen zu machen. Es handelt sich ja doch stets (auch bei kanken, selbst wenn er oder vielleicht auch nur kelte das nicht sehen will) um begrenzte Gewalt.Konkrete Nachfrage: Möchtest du damit behaupten, im Kampfsport lernt man, gewalttätig zu werden? Wenn ja: Warum - um Himmels willen - sollte man dann noch Eltern dazu raten, ihre Kinder zum Kampfsport zu bringen... oder glaubst du, Eltern wollen, dass ihre Kinder Gewalt trainieren..??
Das ist doch der Punkt: Gewalttätig sein können, wenn man es sein muss.
Es gibt halt Menschen, die sind von Kleinauf mit eben jener Gewalt konfrontiert, die sich die Gutmenschen aus schönbürgerlichem Haus so erfolgreich wegillusionieren. Das sind auch diejenigen, die Kinder mit bester Überzeugung auf Lebenszeit zu chronischen Waschschlappen schädigen, indem sie immer und immer wieder predigen, Gewalt sei keine Lösung. Ist sie aber! Und sie zu leugnen lässt sie nicht verschwinden. Das ist genau so lustig wie Kinder*****graphie bekämpfen zu wollen, indem man ein "STOP"-Schild im Internet vorschaltet. Was haben wir gelacht ...
Die Frage ist, was ich will. Möchte ich mit gewaltbereiten Menschen soweit mithalten können, im Zweifel heile aus einer Konfrontation mit ihnen zu kommen? Dann muss ich da durch. Möchte ich das nicht? Dann lasse ich es sein, aber gebe mich bitte nicht der Illusion hin, ich wäre mehr als ein Quacksalber, der auf Grundlage von Hörensagen und schlecht gekonntem Schlussfolgern doziert. Manche Dinge lassen sich nur erfahren. Gewalt gehört dazu.
Wer das nicht will, was wohl für die allermeisten von uns zutrifft, wird diese gewisse Grenze niemals überschreiten können. Das sollte man sich bewusst halten. Man kann sich aber trotzdem Gewaltsituationen in kontrollierter Umgebung aussetzen und hoffen, dass die Trockenübungen mit Schwimmflügeln beim ersten Triathlon reichen, damit man nicht absäuft.
So far
L.
Was kanken hier zur Begründung dieser "Prüfungen" geschrieben hat, ist in meinen Augen schlicht hanebüchener Unsinn. Im Prinzip suggeriert er, dass man einfach nur einen Menschen im Wald von mehreren "Prüfern" zusammenschlagen lassen muss, damit er zukünftig psychisch in Kampfsituationen besser vorbereitet wäre.
Menschen haben keine Tasten, auf denen man rumdrücken kann, um irgendwas neu einzustellen. JEDER, der sich auch nur ansatzweise mit Psychologie etc. beschäftigt hat, lernt zuerst eines:
Geduld und Ausdauer.
Gerade im psychologischen Bereich ist viel Zeit notwendig, um etwas positiv zu bewegen, und es gibt nur sehr selten vorgefertigte Lösungswege. Dafür sind Menschen einfach viel zu verschieden gestrickt.
Kankens (vereinfachte) Logik: Einmal den Schüler brutal zusammenschlagen lassen und schon ist der "Prüfling" für sein künftiges Leben besser gewappnet, ist damit an Naivität und Falschheit kaum zu übertreffen. Ich glaube nicht, dass es den Menschen nach solch einer "Prüfung" besser geht. Warum sollte es auch.
Ich denke, die Motivation für diese Prüfungen liegt ganz woanders. Für mich sind eigentlich nur Szenarien denkbar, die nichts mit Sport oder SV zu tun haben.
Ich habe in den letzten Jahren eins gelernt:
Das Leben ist häufig so simpel und geradlinig gestrickt, wie es den Anschein hat. Demzufolge glaube ich nicht daran, dass die Veranstalter dieser Prüfungen irgendwelche abstrakten, psychologischen Ziele verfolgen, die sie hier nicht mal in Worte fassen können. Genauer gesagt konnte oder wollte kanken hier nicht mal vermitteln, WAS eigentlich dabei geprüft werden soll.
Ich halte es vielmehr für wahrscheinlicher, dass dabei einfach nur Macht/Gewaltfantasien ausgelebt werden, mehr nicht. Und die Opfer werden mit einer Graduierung belohnt, weil sie sich verprügeln, erniedrigen und demütigen lassen haben.
(was auch erklären würde, weshalb laut kanken ausnahmslos alle "Prüflinge" die "Prüfung" bestanden haben)
Im Prinzip hat kanken die Wahrheit gesprochen: Es geht um Gewalt, Demütigung, Schmerz, Erniedrigung. Da stimme ich ihm zu.
Nur ein Punkt stimmt nicht: Diese Emotionen sind nicht der Weg, sondern das Ziel. Und nicht für den Prüfling, sondern für die "Prüfer".
Das ist so ähnlich wie bei den meisten Initialisierungsriten: Völlig sinnfrei, es geht nur um das Ausleben von Trieben, Fantasien.
Das Ausbrechen aus dem normalen Alltag.
Ich fürchte nur das es genug Opfer gibt, die aufgrund des Vertrauensverhältnis zwischen Schüler/Trainer & Arzt zu solch einer "Prüfung" überreden lassen oder selbst ernsthaft glauben, dadurch im Leben besser voranzukommen.
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