So, nachdem ich keltes letzten Erguss gelesen habe würde ich ganz gern noch etwas anfügen:
Ich gehe mit kelte insofern konform, dass in uns Menschen der Gewalttrieb verankert ist. Jeder von uns hat die Fähigkeit zur Gewalt. Ob er will oder nicht.
Ich vermute mal die meisten Menschen unterdrücken diese Fähigkeit. Frei nach dem Motto was ich nicht sehe ist nicht da. Das Problem dabei ist, dass sich das irgendwann entladen kann.
Kennt wahrscheinlich jeder in geringerem Ausmaß, einfach einen schlechten Tag gehabt, nur Stress auf der Arbeit und zuhause fragt die Freundin bringst du noch den Abfall raus - und Bäng explodiert das Ganze und die Freundin muss es Ausbaden und bekommt den Stress ab.
Hat denke ich schon jeder mal so oder ähnlich erlebt. Dann gibt es ja noch Methoden - z.B. körperliche Ertüchtigung - mit dem sich das Stresslevel senken lässt.
Soweit so gut.
Jetzt gibt es aber den Fall der Kampfsportler/-künstler denen auch noch gezeigt wird, wie man einen menschlichen Körper auf (mal mehr/mal weniger) effiziente Art und Weise zerlegt.
Was man ihm aber nicht zeigt, ist wie er mit dem unter Druck stehenden "Kochtopf" umgeht, wie man den Druck verringert, was passiert wenn er doch mal explodiert, und wie man mit den Nachwirkungen (ja die gibt es und die sind heftig) umgeht.
Das Kuriose daran ist ja, je mehr man diese Gewalt in sich unterdrückt, desto eher geht sie hoch (das soll keine Aufforderung sein diese Gewalt auszuleben!!).
Dazu kommt noch, dass dieses "Tier" in uns größtenteils totgeschwiegen wird weil Gewalt in der Gesellschaft nicht akzeptiert wird. D.h. man hat auch niemanden mit dem man darüber reden kann.
Was wir also haben ist jemand der das Potential hat großen Schaden anzurichten, aber keine Ahnung, was er anrichten kann sollte er mal die Kontrolle verlieren - und wie man das verhindert.
Ja, das ist Gott-sei-Dank selten. Aber jeder hat einen Punkt, an dem er bricht.
Kurioserweise wurde diesem jemand dann Jahrelang beigebracht, was er an diesem Punkt alles für schöne Dinge tun kann, aber ihm wurde nicht einmal erklärt, was mit ihm passiert, wie es sich anfühlt und wie er zumindest ein Mindestmaß an Kontrolle bewahren kann. Auch mit den Auswirkungen, was es heißt Gewalt gegenüber jemand anderem auszuüben muss er dann allein klar kommen.
Und das ist - in meinen Augen - was kanken mit der Prüfung bezweckt:
Dem Prüfling klar machen, ihn erfahren zu lassen, was es heißt an den Punkt zu kommen, damit er im Ernstfall weiß was ihm passiert und die Kontrolle behalten kann und für die Prüfer führt es vor Augen was Gewalt mit ihnen - oder besser aus ihnen macht. Auf diese Weise werden beide auf diese Situation vorbereitet und Wissen zum Einen was passieren sollte, sollten sie austicken, und zum Anderen lernen sie damit umzugehen und es zu vermeiden.
Kurz sie lernen die Gewalt in ihnen zu akzeptieren und mit ihr umzugehen. Und das - so seltsam das jetzt auch klingen mag - verringert die Wahrscheinlichkeit tatsächlich Gewalt auszuüben beträchtlich.
Und eigentlich stellt sich mir die Frage, wie man Personen potentiell gefährliche Techniken zeigen kann ohne begleitende psychische Betreuung. (Muss ja nicht so extrem wie bei kanken sein)
So wie immer gilt: Meine Ansicht - auch über kankens Prüfung. Kann also auch alles ganz anders sein..




